Probleme nach dem Umzug

Kein Anschluss unter dieser Adresse: Anwohnerin wartet monatelang aufs Internet

In Egelsbach wartet eine Anwohnerin über vier Monate auf einen Internetanschluss. Erfolg hat sie erst, als sie die Öffentlichkeit sucht.

Egelsbach – Probleme mit dem neuen Internetanschluss gehören wohl zu den bekanntesten Begleiterscheinungen nach einem Umzug. Das dachte sich auch unsere Leserin Alexandra Gruber, als sie einen Bericht über einen Rentner las, der zwei Wochen lang auf seinen neuen Anschluss warten musste. Im Vergleich zu Grubers Fall war das allerdings das reinste Zuckerschlecken – schließlich hat es bei ihr um ein vielfaches länger gedauert, bis sie wieder Internet hatte.

Und das, obwohl sie innerhalb der Messeler Straße in Egelsbach nur einige Häuser weitergezogen ist. „Ich kann’s einfach nicht glauben, dass in der heutigen Zeit so etwas noch passiert und man tatsächlich viereinhalb Monate auf einen Internetanschluss warten muss“, macht sie ihrem Ärger Luft. Denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem unsere Zeitung Anfragen an den Internetdienstleister 1&1 sowie die Telekom stellte, passierte nach Aussage von Gruber: nichts. Zumindest nichts, was ihr dabei geholfen hätte, endlich wieder den Anschluss an die digitale Welt zu erlangen.

Ihren Anfang nahm die Geschichte bereits Ende Mai diesen Jahres, kurz nach ihrem Umzug. „Da war dann ein Techniker von 1&1 da und meinte, es gäbe ein Problem mit der Anschlussdose“, erinnert sie sich. Dieser habe allerdings auf die Telekom als zuständigen Ansprechpartner und verantwortlichem Unternehmen für die Problembehebung verwiesen und sich schnell wieder verabschiedet.

Die Telekom wies jedoch die Zuständigkeit wiederum von sich – der Spießrutenlauf begann. Es folgten unzählige Telefonate mit der 1&1-Kundenhotline, die Gruber als sehr strapazierend beschreibt, außerdem vereinbarte Termine mit weiteren Technikern der Firma, die von diesen teilweise jedoch unangekündigt nicht eingehalten worden seien. Selbst über einen Anwalt habe sie zwischenzeitlich versucht, die bereits monatelang erbrachten Zahlungen an das Unternehmen zurückerstattet zu bekommen, da sie im Gegenzug niemals eine Leistung erhalten habe. „Ich bin wahnsinnig enttäuscht, wie man als Kunde so abgespeist wird, und dass sich niemand dahinterklemmt, man keinen festen Ansprechpartner für sein Problem bekommt und jedes Mal aufs Neue mit jemandem anderen spricht“, so Gruber.

Über eine PR-Agentur lässt 1&1 indessen mitteilen, dass es die lange Wartezeit bedauere und sich bei der Kundin „für die Unannehmlichkeiten“ entschuldige. Grund für die lange Verzögerung sei, „dass der für die direkte Kundenanbindung erforderliche Endverzweiger durch Dritte beschädigt wurde. Daher wird nun die Zuleitung wieder instandgesetzt“, heißt es in der Mitteilung. Mit der Kundin stünde das Unternehmen „seit April in regelmäßigem Austausch“, als Wiedergutmachung habe man ihr die Zahlung der vergangenen drei Monatsrechnungen erlassen. Auf Nachfrage bei der Telekom heißt es wiederum: „Bei dem Fall handelte es sich nicht um ein sogenanntes technisches Problem. Es musste eine komplett neue Anschlussleitung beauftragt werden.“

Bei den vergangenen Besuchen der verschiedenen Techniker war Alexandra Gruber stets skeptisch, ob sich danach wirklich etwas ändere. Der zuvor vielfach gehörten Beteuerungen war sie überdrüssig. „Ich glaub erst, dass alles funktioniert, wenn ich auch wirklich wieder Internet zu Hause habe – keine Sekunde früher“, lautete lange ihr Credo. Jetzt, nach einer Wartezeit von über vier Monaten zeigt sie sich erleichtert, endlich bestätigen zu können, dass nach erneuten Besuchen von Technikern von 1&1 und der Telekom ihr Internetanschluss wieder einwandfrei funktioniert. (Joel Schmidt)

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