Entdeckungstour durch die Ortsmitte

Kunstverein und EKU sind mit Premiere von „Kultur in Höfen und Gärten“ zufrieden

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In Staunen versetzten die Künstler nicht nur kleine Besucher: Petra Hoffmann (linkes Bild) malte im Garten von Rüdiger Luchmann Aquarelle. Und im Hofgarten Werkmann führte Thomas Geiß das Klammernschnitzen vor.

„Endlich ist auf der Gass‘ mal was los“, meint eine Besucherin, die von einem Hof im Egelsbacher Ortskern zum nächsten wandert. Und wirklich: Die Aktion „Kunst und Kultur in Höfen und Gärten“ lockt am Wochenende viele Egelsbacher – und auch Langener – an. 

Für die Premiere des Projekts haben sich zwei Vereine zusammengetan: der Kunstverein Egelsbach und der Kulturverein EKU. Gemeinsam haben sie den Tag organisiert, Haus- und Gartenbesitzer kontaktiert sowie an diese Künstler vermittelt. Das Neue an der Idee ist, dass den Besuchern im Gegensatz zu der bekannten Veranstaltung „Offene Gärten“ hier ein kulturelles Rahmenprogramm geboten wird.

Insgesamt sieben Anwesen öffnen ihre Pforten für die Spaziergänger: Darunter sind kleine Innenhöfe, große Nutz- und Ziergärten, eine Hofreite, Hofgärten und ein denkmalgeschütztes Gebäude. Bei Sonnenschein schlendern die Besucher somit durch die Straßen statt ins Freibad und besuchen die Veranstaltungsorte. Dort genießen sie Kunst und Musik, plaudern mit Bekannten oder suchen Schatten unter ausladenden Bäumen. „Die Idee ist wirklich toll. So können die Besucher mal hinter die Hecken und Mauern schauen, die die Gärten umgeben“, sagt Brigitta Gerke-Jork. Gemeinsam mit ihrem Ehemann ist sie aus Langen gekommen. „Bei uns hätte ich auch gerne so eine Aktion. Dann würde ich sogar selbst mitmachen und ausstellen“, sagt sie.

Neben einer großen Vielfalt an Anwesen achteten die Organisatoren darauf, auch möglichst viele Kunstarten zu präsentieren. So können Besucher im Garten von Jürgen Honecker Plastiken und Skulpturen betrachten. Einige der Figuren stammen von seinem Vater Carl Honecker. Musikalisch begleitet wird die Ausstellung von Yuko Oki und Miyoko Oshima an der Koto, einem japanischen Saiteninstrument. Im Hausgarten Recktenwald werden Gemälde gezeigt und Keramiken aus Brennöfen geholt. In der Fachsprache heißt dieser Vorgang Rakubrand. Thomas Geiß zeigt im Hofgarten Werkmann, wie Klammern geschnitzt werden und im Hof Hesse flechten Klaus und Gertrud Schürrlein Stühle. Auch in der Hofreite von Rüdiger Luchmann ist etwas los: Hier malt Petra Hoffmann Aquarelle und Sonnhild Grevel schreibt mit Besuchern Gedichte.

Damit die Besucher nicht nur in einem Hof oder Garten verharren, haben sich die Organisatoren ein Gewinnspiel ausgedacht: Jedes Anwesen bekommt einzelne Buchstabenstempel, die zusammen genommen ein Lösungswort ergeben. Wer also am Gewinnspiel teilnehmen will, muss einmal durch die Ortsmitte laufen. Die meisten Höfe und Gärten sind ohnehin an der Ernst-Ludwig-Straße und den Nebenstraßen angesiedelt, sodass alle gut zu Fuß erreichbar sind.

„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Das ist die Premiere und wir tasten uns mit der Veranstaltung langsam vorwärts“, sagt Rüdiger Luchmann vom Kunstverein. Mit der Aktion treffen die Organisatoren anscheinend auf einen Nerv. „Wenn es so gut ankommt, kann es eine Fortsetzung geben. Dann vielleicht sogar mit einem offenen Aufruf, sodass sich jeder aus Egelsbach bei uns melden kann“, meint Luchmann.

VON VANESSA KOKOSCHKA

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