Bienenhochburg Egelsbach

Neuer Lehrpfad eingeweiht und wandernde Artgenossen am Bruchsee zu Gast

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Doppel-Hallo für Bienen: Während die BeeKids der Wilhelm-Leuschner-Schule den Egelsbacher Lehrpfad einweihen, begrüßen Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Regiopark-Geschäftsführer Kjell Schmidt am Bruchsee die Wanderbienen. FotoS: KOKOSCHKA/STROHFELDT

Jeder weiß, dass sie für den Menschen wichtig sind, doch die Wenigsten können benennen, was sie genau machen: Bienen. Um das zu ändern, haben sich verschiedene Köpfe zusammengetan und ein Projekt auf die Beine gestellt: den Bienenlehrpfad.

Egelsbach – Der Bienenlehrpfad ist ein Gemeinschaftsprojekt der Schulimkerei der Wilhelm-Leuschner-Schule, der Gemeindeverwaltung, der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Jugendgruppe BeeKids des Bienenzuchtvereins Langen und Umgebung – sie alle haben den Pfad nun zusammen der Öffentlichkeit übergeben.

Je mehr Personen involviert sind, desto schwieriger die Kommunikation: Dieser Gedanke könnte bei der Auflistung der vielen Beteiligten aufkeimen. Doch Fehlanzeige. Martin Höhn fungiert beim Bienenlehrpfad als Bindeglied zwischen den Beteiligten: Der Rektor der Wilhelm-Leuschner-Schule hat die dazugehörige Bienen AG ins Leben gerufen und engagiert sich als Jugendleiter beim Bienenzuchtverein. Deren BeeKids sind ehemalige Leuschner-Schüler und haben das Projekt maßgeblich vorangetrieben. „In der Bienen AG haben sie die Prüfung zum Bienenhirten bestanden und sind so begeistert von den Insekten, dass sie sich nun im Bienenzuchtverein engagieren“, erzählt Höhn. Gemeinsam haben sie Ideen gesammelt, sich vorab einen Lehrpfad in Ingelheim angesehen und sodann an der hiesigen Umsetzung gefeilt.

Ihre Bemühungen werden nun belohnt: Der Bienenlehrpfad ist am Sonntag eingeweiht worden. „Wir haben vor drei Jahren mit den blühenden Bienenwiesen begonnen und freuen uns, dass wir den Lehrpfad unterstützen können“, sagt Bürgermeister Tobias Wilbrand. Die Gemeinde habe einen Teil des Projekts finanziert, einen großen Teil habe die Fraport AG beigesteuert. Etwa 10 000 Euro habe der Pfad insgesamt gekostet.

Auf drei großflächigen Tafeln werden die Bewohner des Bienenstocks vorgestellt: die Königin, die Arbeiterin und der Drohn. „Wir sind nach dem Motto ,Viele Bilder, wenig Text’ vorgegangen“, erläutert Justus Dietsche von den BeeKids. Über einen Link gelangen Besucher auf eine Website mit Podcasts zu den einzelnen Tafeln und Stationen. „Den Audioguide haben wir Schüler vertont, sodass auch Kinder die Informationen leicht verstehen“, sagt Justus. Der 13-Jährige ist mächtig stolz auf das Projekt: „Wir hatten unendlich viele Treffen und haben viel gearbeitet. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und freue mich schon irre auf die weiteren Schritte.“ Denn das Gemeinschaftsprojekt ist längst noch nicht zu Ende – weitere Tafeln sind geplant.

Wenige Meter Luftlinie entfernt im „Landschaftspark Bruchsee“ macht derweil seit Kurzem das Kunstprojekt Regionalpark-Wanderbienen erneut Station. In Anlehnung an die Tradition der Wander-Imkerei schickt der Regionalpark RheinMain schon in vierter Saison den Bienenwagen der Künstlergruppe „finger“ auf Reisen. Florian Haas und Andreas Wolf steuern drei Wagen mit neun Bienenvölkern entlang der etwa 190 Kilometer langen Regionalpark-Rundroute. Das Projekt erzählt ebenfalls Geschichten aus dem Bienenstock, informiert über die Vielfalt der Landschaften der Region und setzt sich mit dem Verhältnis Mensch/Biene auseinander.

Infos:

blp.bzv-langen.de

wanderbienen.de

VON VANESSA KOKOSCHKA

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