Gute Bilanz 2019

Pandemie zeichnet sich auch am Luftverkehr ab

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Auch der Flugplatz Egelsbach ist von Corona betroffen. Mittlerweile ist die Zahl der Flieger, die abheben dürfen, aber nicht mehr limitiert. 

Das Coronavirus hat auch immense Auswirkungen auf den Luftverkehr. 

Egelsbach – Die Deutsche Flugsicherung (DFS) mit Sitz in Langen zählte zuletzt nur noch zehn bis 20 Prozent der normalen Flugbewegungen am Himmel.  Auch wenn diese Situation attraktiv für kleinere Privat- und Sportflieger ist – sie fliegen nach sogenannten Sichtflugregeln (VFR) und werden nicht von der Flugsicherung geführt; die Piloten müssen also selbst für ausreichend Abstand zu Hindernissen und anderen Flugzeugen sorgen – ist auch am Flugplatz Egelsbach weniger los. „Wir registrieren deutlich weniger Flugbewegungen“, sagt Nina Lamprecht, Pressesprecherin der Hessischen Flugplatz GmbH Egelsbach (HFG).

Drei Wochen lang war die Zahl der Flieger, die pro Stunde abheben durften, sogar auf drei Stück limitiert, so Lamprecht. Die Piloten mussten zudem ihren Flug 24 Stunden vorher anmelden und eine Genehmigung – eine sogenannte PPR (Prior Permission Required) – einholen. Dann waren sechs Flieger pro Stunde erlaubt und seit Kurzem ist die Zahl wieder unlimitiert. „Was aber definitiv fehlt, sind die Flieger aus dem europäischen Ausland“, so die Flugplatzsprecherin. Ausflüge, etwa aus Österreich oder Tschechien, fallen nun mal gerade flach.

Auch Schulungsflüge finden gerade am Flugplatz nicht statt. Im Cockpit ist der geforderte Sicherheitsabstand nicht einhaltbar. „Bei Flugschulungen kommt man sich einfach zu nah“, sagt Lamprecht. Deshalb seien aktuell überwiegend private Flieger unterwegs, alleine oder etwa in Begleitung eines Familienangehörigen. Diese seien noch immer genehmigungspflichtig.

Ansonsten liegen auch am Flugplatz Egelsbach alle weiteren Planungen, die über das Tagesgeschäft hinausgehen, wegen der Coronakrise erst mal auf Eis. Die Triwo AG, die Ende des vergangenen Jahres den Mehrheitsanteil an der HFG vom europäischen Ableger der US-Geschäftsfliegerei-Firma NetJets übernommen hatte, will bekanntlich den Flugplatz voranbringen und modernisieren. „Es sollten neue Hallen gebaut werden und das Gelände auf Vordermann gebracht werden – das ist jetzt alles auf Hold wegen Corona“, berichtet Lamprecht. Eine positive Nachricht für die neuen Eigentümer ist jedoch die gute Vorjahresbilanz der HFG (siehe Kasten).

Der Wechsel des Mehrheitseigners sei durchweg positiv verlaufen, berichtet die Flugplatzsprecherin. „Wir sind sehr glücklich mit der Triwo AG. Es ist schön, eine deutsche Firma zu haben, die auch hierzulande Flugplätze betreibt“, weiß Lamprecht zu berichten. Das Immobilienunternehmen aus Trier ist für mehrere kleinere Flugplätze – unter anderem in Zweibrücken und Mendig in der Eifel – zuständig.

VON JULIA RADGEN

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