„Verantwortung für die Patienten“ 

Falsche Gerüchte: Hausarztpraxen in Egelsbach schließen nicht

Voll motiviert: die Hausärzte Eduard Feinweber (links) und Dr. Valentin Mayer, in Coronazeiten beim Pressegespräch natürlich (ebenso wie der Redakteur) mit Atemschutzmaske. 
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Voll motiviert: die Hausärzte Eduard Feinweber (links) und Dr. Valentin Mayer, in Coronazeiten beim Pressegespräch natürlich (ebenso wie der Redakteur) mit Atemschutzmaske. 

In Egelsbach gibt es Gerüchte, dass die Hausarztpraxen Dr. Mayer und Feinweber schließen. Das dementieren die Ärzte. 

Egelsbach – Die Aussage der beiden Hausärzte Eduard Feinweber und Dr. Valentin Mayer ist eindeutig: „Wir arbeiten gerne und weil es uns Spaß macht!“ Damit treten sie den jüngst wieder lautgewordenen Gerüchten entgegen, sie würden ihre Praxen auf absehbare Zeit aus Altersgründen schließen. Ganz im Gegenteil: „Unser Motto heißt: ,Wir machen weiter!‘ – und wenn irgendwann mal der Zeitpunkt gekommen ist, werden wir uns um Nachfolger bemühen. “.

Dass im Zusammenhang mit der Ankündigung, dass Anfang 2021 über der Egelsbach-Apotheke eine neue, von einem Mediziner-Ehepaar betriebene Praxis eröffnet, der Eindruck erweckt worden sei, es gebe im Ort aktuell keine ausreichende hausärztliche Versorgung, sei schlichtweg falsch: Nachdem im Mai 2019 eine Egelsbacher Ärztin ihre Praxis schloss, sei kein einziger Patient von ihnen abgewiesen worden, betonen Mayer und Feinweber. Niemand sei gezwungen, in eine Nachbarkommune zu wechseln. Man habe zwar nicht alle anfragenden Patienten sofort als Stammpatienten übernehmen können. „Eine Grundversorgung ist aber immer erfolgt und eine sukzessive Aufnahme von Patienten erfolgt noch heute weiter.“

Beide Mediziner sind eigentlich schon im Rentenalter – durchaus nichts Außergewöhnliches in der hausärztlichen Versorgung (die früher bestehende Altersbegrenzung für Kassenärzte wurde 2008 aufgehoben). Und dennoch hätten sie nicht die Absicht, ihre Praxen zu schließen: „Wir beide fühlen uns verantwortlich, dazu beizutragen, in Egelsbach eine ausreichende medizinische Versorgung sicherzustellen“, betont Mayer: „Ich habe nie gesagt, dass ich aufhöre.“ Gleiches gelte für ihn, ergänzt Feinweber.

Was beide in der aktuellen Diskussion stört, ist die Tatsache, dass über sie, aber nicht mit ihnen geredet werde. Mit Bürgermeister Tobias Wilbrand habe es inzwischen ein konstruktives, klärendes Gespräch gegeben – „auf unsere Initiative hin“, sagt Mayer. „Und wenn Apotheker Pierre Theuerkauf sich um die medizinische Versorgung sorgt und glücklicherweise ein interessiertes Arztpaar gefunden hat, hätte er uns ja auch mal wegen einer Praxisübernahme ansprechen können. Das könnte dann ja in den Räumen über der Apotheke realisiert werden.“ Die aktuelle Vorgehensweise könne nach ihrer Ansicht durchaus den Eindruck entstehen lassen, „dass man frühzeitig Patienten für einem potenziellen Praxiswechsel sensibilisieren möchte“.

Ihr Plan sei, die Praxen nicht zu schließen, sondern sie an Nachfolger zu übergeben. „Wir haben Verantwortung für unsere Patienten, aber auch für unsere Mitarbeiterinnen“, erklärt Feinweber. Bei ihm arbeiten zwei Helferinnen, die seit 23 Jahren dabei sind. Und Mayer hat zwei Mitarbeiterinnen, die seit der Praxisgründung vor 37 Jahren bei ihm sind.

Im Übrigen: Wenn bei ihnen immer von „kleinen Praxen“ gesprochen werde, sei das falsch: Die Quartalsfallzahlen (also die Patientenzahl pro Arzt) seien bei ihnen genauso hoch wie bei den Medizinern, die in Gemeinschaftspraxen praktizieren.

Wert legen die beiden Hausärzte auf die Tatsache, dass sie nichts gegen die Öffnung einer weiteren Praxis im Ort haben: „Perspektivisch ist das angesichts des Wachstums der Gemeinde sicher sinnvoll.“ Aber genau deshalb streben sie auch eine Nachfolgeregelung für sich an: „Es ist für den Ort interessanter, wenn eine Vielfalt da ist, da hat der Patient die Auswahl“, sagt Feinweber.

„Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf die Zusammenarbeit mit den jungen Kollegen, die mit Sicherheit gut sein wird. Schließlich haben wir alle mal klein angefangen“, machen Mayer und Feinweber klar. Und diese Zusammenarbeit wird etliche Jahre andauern, sind sich die beiden sicher.

Von Markus Schaible

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