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Politik stellt Weichen: Der Jugend ihr Parlament

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Eine aktive und kritische Vertretung der örtlichen Jugend kann Egelsbach nur guttun – zumindest aber keinesfalls schaden: Das ist die Ausgangslage für das Projekt Jugendparlament, das nun endlich so richtig Fahrt aufnehmen soll. (Symbolbild)

Eine aktive und kritische Vertretung der örtlichen Jugend kann Egelsbach nur guttun – zumindest aber keinesfalls schaden: Das ist die Ausgangslage für das Projekt Jugendparlament, das nun endlich so richtig Fahrt aufnehmen soll.

Egelsbach – Von Jugendlichen gewünscht, von der Politik schon mehrfach ausdrücklich per Beschluss begrüßt, soll das Gremium sich bis Ende des Jahres konstituieren. Dafür hat die Gemeindevertretung in der jüngsten Sitzung nahezu einstimmig die Weichen gestellt.

„Im Laufe des Jahres 2020 sollen alle Wege beschritten werden, um eine Jugendvertretung zu installieren“ heißt es im Beschluss. Diesem Satz stimmten die Vertreter sämtlicher Parteien ebenso zu wie dem zeitlichen Rahmen – „Ziel ist die Durchführung von Wahlen für die Jugendvertretung im vierten Quartal 2020“. Nur beim Thema Geld scherte eine Fraktion aus der Phalanx aus: Die FDP mochte nicht pauschal 10 000 Euro an den Verein für Jugendsozialarbeit und Kulturförderung Rhein-Main überweisen, der den Prozess pädagogisch begleiten soll.

Das Jugendparlament solle ohne Wenn und Aber kommen – „und wir hatten auch gute Gespräche mit den Jugendlichen“, erläuterte Michael Kuhn für die Liberalen. Aber: „Wir wüssten schon gerne, was die Gemeinde für ihr Geld erhält, hätten also gerne vorab mal ein Konzept gesehen.“

Und so votierte die FDP gegen die Finanzierung – was wiederum dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Hans-Joachim Jaxt, die Zornesröte ins Gesicht trieb. „Demokratie darf doch kein Preisschild haben“, hielt der SPD-Mann den Liberalen entgegen – und diesen foppend den Spiegel vor: „10 000 Euro für Jugendbeteiligung? Nein, danke. Dann lieber doch nicht, legen wir die Jugend wieder zurück ins Angebotsregal !“ Ausgehend von der Feststellung „Politik von heute betrifft immer auch die nächste Generation“, hielt Jaxt sodann ein flammendes, neunminütiges „Statement für die Jugend“ – etwas zu flammend, da sämtliche Zuhörer im Saal ja auf gleicher Wellenlänge lagen ...

Der Zeitplan für den Fortgang ist straff: Im nächsten Schritt soll eine Geschäftsordnung verfasst und dem Gemeindeparlament vorgelegt werden, sollen das Wahlverfahren festgelegt und Kandidaten gefunden werden. Außerdem plant die Verwaltung Infoveranstaltungen für Jugendliche. Der Herbst soll dann den Wahlgang bringen, auf dass die politische Jugendvertretung bis Dezember aufgebaut sein wird. Nicht zuletzt dient der sportliche Fahrplan dem Zweck, den zum Jahresende aufkeimenden Kommunalwahlkampf zu meiden.

VON HOLGER BORCHARD

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