Übeltäter als Stützpfeiler

Egelsbach: Rudolf-Diegel-Hütte steht wieder

Sie haben ganze Arbeit geleistet: Alexander Tufo, Thorsten Seifert, Florian Rauch und Peter Auth (links) vom Bauhof-Team bauten die zerstörte Hütte wieder auf.
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Sie haben ganze Arbeit geleistet: Alexander Tufo, Thorsten Seifert, Florian Rauch und Peter Auth (links) vom Bauhof-Team bauten die zerstörte Hütte wieder auf.

Bei dem heftigen Unwetter 2018 wurde die Rudolf-Diegel-Hütte im Egelsbacher Wald zerstört. Nun hat das Bauhof-Team sie wieder aufgebaut.

Egelsbach – Tobias Wilbrands Telefon hat in den vergangenen Tagen noch öfter geklingelt als sonst. Gleich drei Anrufer – einer davon Forstamtsleiter Melvin Mika – wollten vom Egelsbacher Bürgermeister wissen, wer denn die schöne Holzhütte gebaut habe, die seit Kurzem wieder am Lindensee hinter Schloss Wolfsgarten steht. Es war das Bauhof-Team, das im Auftrag der Gemeinde die zerstörte Rudolf-Diegel-Hütte wiederhergestellt hat.

Das Ergebnis aus geölter Eiche kann sich sehen lassen. Auch der Rathauschef staunt, als er bei der offiziellen Einweihung am Freitagvormittag eine Runde um den kleinen Pavillon dreht. „Respekt, das ist wirklich eine tolle Hütte geworden“, meint Wilbrand. Bei dem verheerenden Unwetter im Sommer 2018 war ein Ast auf das kleine Häuschen gekracht und hatte es völlig demoliert. Seitdem vegetierten die Überreste auf dem Waldboden vor sich hin.

Im März dieses Jahres haben sich die vier Bauhofmitarbeiter Peter Auth, Alexander Tufo, Thorsten Seifert und Florian Rauch der Hütte angenommen, die nach dem früheren Jagdpächter und Mitbegründer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Langen/Egelsbach, Rudolf Diegel, benannt ist. Das Holz sponsorte die Regionalpark Rhein-Main Süd-West GmbH, da die Regionalpark-Rundroute in unmittelbarer Nähe verläuft. Vor zwei Wochen wurden die letzten Schindel aufs Dach gesetzt.

„Die Grundform war durch das sechseckige Betonbett ja vorgegeben, den Rest haben wir selbst geplant“, berichtet Alexander Tufo. Besonderer Clou: Den dicken Eichenast, der die Hütte zerstörte, haben die Bauhof-Mitarbeiter entrindet und eingebaut. Nun dient der Übeltäter als Stützpfeiler für das Dach. Neu sind auch kleine Tische im Inneren und eine außen angebrachte Bank. „Wir hatten noch Holz übrig, da dachten wir uns: Bauen wir hier noch eine Bank hin, dann kann man von dort schön auf den See gucken“, erzählt Tufo, der findet: „Das war eine außergewöhnliche Arbeit und hat echt Spaß gemacht.“

Das Bauhof-Team – zwei sind gelernte Schreiner, einer Innenausstatter – komme selten dazu, in seinen ursprünglichen Handwerken tätig zu werden, erklärt Wilbrand, „weil so viele andere Sachen anfallen“. Daher der besondere Auftrag für die Diegel-Hütte. Die könnte übrigens noch um eine gemauerte Grillstelle erweitert werden. „Die Hütte lädt ja geradezu zum Essen ein“, sagt Wilbrand. „Aber dann lieber in einem sicheren Rahmen, statt dass die Leute hier auf eigene Faust Feuer machen.“ Der Verwaltungschef will nun prüfen lassen will, ob eine solche Feuerstelle mitten im Wald möglich ist. (Manuel Schubert)

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