Zwischen Champagner und Karibik

SGE-Blasorchester: Neujahrsgruß mit Küsten-Rock, Marschkönig und Musicalmelodien

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Lebensfreude und Optimismus sind die besten Weggefährten fürs neue Jahr. Ganz in diesem Sinne musizierte das SGE-Blasorchester um Dirigent Markus Petri in der Kirche. 

Es gehört zur guten Tradition der Abteilung Musik der Sportgemeinschaft, die Freunde musikalisch ins neue Jahr zu geleiten. Das Neujahrskonzert ist aber auch so etwas wie eine „Leistungsschau“ der Musikerinnen und Musiker um den Dirigenten Markus Petri. 

Egelsbach – Zum Konzertabend war die evangelische Kirche wieder mal erfreulich gut besetzt. Als der Begrüßungsbeifall verklungen ist, intoniert das Orchester mit einer alles durchdringenden Lautstärke die Komposition „Euphoria“ aus der Feder von Martin Scharnagel. Wer noch etwas geträumt hat, ist schlagartig hellwach – so soll es sein. „Weil das Jahr noch ganz jung ist, können wir alle voller Neugier und Euphorie auf die vor uns liegende Zeit schauen“, stellt Moderatorin Adelheid Riedl fest. Euphorie, Hochstimmung und Lebensfreude – dieses Gefühl bringt das Eingangsstück zum Ausdruck. „Kann es einen besseren Start in ein Neujahrskonzert geben?“, fragt Riedl die Besucher. Den schmissigen Marsch hat der österreichische Komponist 2015 zum 90-jährigen Jubiläum des Musikvereins Wilhelmskirch in Baden-Württemberg komponiert.

Welche Bandbreite das SGE-Blasorchester um Markus Petri beherrscht, belegen die klassische Komposition „Lascia Ch’io Pianga“ aus der Feder von Georg Friedrich Händel sowie das ebenfalls lebhaft dargebotene Arrangement der „West Side Story“. Modern und damit ganz auf der Linie des begeistert mitgehenden Publikums, schließt die „Caribbean Variation“ an, um danach den ob seines Titels vermeintlich klassischen „Mars der Medici“ zu präsentieren. Doch Adelheid Riedl weiß: Die Komposition des holländischen „Marschkönigs“ Johann Wichers aus dem Jahr 1938 hat nix mit dem italienischen Adelsgeschlecht zu tun. Es handelt sich vielmehr um in Noten gegossenen Dank an jene Ärzte, die Wichers während eines längeren Krankenhausaufenthalts behandelten.

Schlagwerker Armin Brandner muss zu jedem Stück sein Instrument neu stimmen – erst recht für „The Sound of Silence“. Denn auch mit diesem prinzipiell klangstarken Instrument kann man die „Stille“ zur Geltung bringen. Danach wird es wieder lebendig, sowohl in den Reihen der Musiker als auch im Publikum: Santiano – Rock von der Küste – erklingt. Und als das SGE-Blasorchester den „Champagner Galopp“ aufspielt, hätte wohl jeder selbigen gern zur Hand. Die prickelnde Atmosphäre überträgt sich auf „Les Misérables“, das das gelungene Neujahrskonzert beschließt – die Zuhörer revanchieren sich mit kräftigem Applaus.

VON LEO F. POSTL

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