Vogelschutz- und Zuchtverein

Vor dem sicheren Tod gerettet: Verein päppelt Bussard mit Flügelbruch auf

Ab in die Freiheit: Tierarzt Klaus Sperling entlässt den geheilten Bussard in die Wildnis. Foto: Vogelschutz- und Zuchtverein
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Ab in die Freiheit: Tierarzt Klaus Sperling entlässt den geheilten Bussard in die Wildnis. 

Vor über drei Wochen sah eine aufmerksame Spaziergängerin etwas am Wegesrand zappeln. Beim genaueren Hinsehen entdeckte sie einen verletzten Bussard, der sich scheinbar einen Flügel gebrochen hatte.

Egelsbach – Mit dicken Handschuhen packte die Frau den verletzten Greifvogel in eine Decke und brachte ihn zum Egelsbacher Tierarzt Klaus Sperling. Der stellte bei der Untersuchung tatsächlich einen Bruch des Flügelknochens fest. „Ich bin froh, dass jemand mit offenen Augen und nicht nur mit sturem Blick auf sein Handy-Display durch die Landschaft gegangen ist – sonst wäre dieser Mäusebussard in zwei Tagen elend verhungert“, sagt Sperling. Das Tier kollidierte wohl mit einem Fahrzeug, glaubt der Veterinär.

Er hat den Bruch mittels eines in den hohlen Knochen eingeführten Metallstäbchens stabilisiert und den verletzten Flügel bandagiert. „Wildtiere erholen sich relativ schnell von solchen Verletzungen“, erklärt Sperling, der auch Vorsitzender des Vogelschutz- und Zuchtvereins Egelsbach ist. Nach ein paar Tagen in der heimischen „Intensivpflegestation“ – dort wurde der Bussard von Karin Sperling mit kleingehackten Küken gefüttert – kam er in eine Großvoliere des Vereins. Hier wurde der wieder vitale Greifvogel weitere zwei Wochen gepflegt – so lange, bis er wieder fliegen und selbstständig Beute greifen konnte. Jetzt konnte er zurück in die Freiheit entlassen werden.

„Wir führen die Bezeichnung Vogelschutz in unserem Vereinsnamen und wollen dies beweisen“, betont Klaus Sperling. Er bittet Spaziergänger darum, mehr mit offenen Augen durch die Natur zu gehen. „Nicht um verletzte Tiere zu finden, sondern um deren Schönheit zu bewundern und dadurch eine Empathie für das Schützenswerte zu bekommen“, betont der Vorsitzende. Wer sich überdies für Vögel engagieren will, ist beim Verein richtig: Da in diesem Jahr das traditionelle Sommerfest ausfallen muss, ist der Verein vermehrt auf Spenden angewiesen – und freut sich auch immer über freiwillige Helfer.

VON LEO F. POSTL

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