Gemeinsames Projekt

Tiefe Einblicke ins Wohnzimmer der Bienen

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Die ersten Elemente des künftigen Bienenlehrpfads stehen. Darüber freuen sich neben den Bee-Kids (von links) Marlon Brandt, Eric Hanstein, Max Gall, Amelie Wanner und Philippa Schulz auch (weiter von links), Wolfgang Höher (Gemeinde-Umweltberater) Sabine Kaiser (zweite Vorsitzende des Schulelternbeirats), Koloman Stich (Untere Naturschutzbehörde), Verena Jakel (Vorsitzende Bienzuchtverein Langen und Umgebung), Schulleiter Martin Höhn, Bürgermeister Jürgen Sieling und Axel Wirth (zweiter Vorsitzender Bienenzuchtverein).

EGelsbach - Wenn die Gemeinde, die örtliche Schule und ein Verein am gleichen Strang ziehen, spricht alles dafür, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Von Holger Borchard 

In diesem Sinne haben Bürgermeister Jürgen Sieling, der Rektor der Wilhelm-Leuschner-Schule, Martin Höhn, sowie Verena Jakel und Axel Wirth und ihre jungen „Bienenhirten“ vom Bienenzuchtverein Langen und Umgebung nun gemeinsam den Startschuss zur Einrichtung des Bienenlehrpfads Egelsbach gegeben. Er wird im Laufe dieses und nächsten Jahres im Feld zwischen dem Friedhof und der lang gezogenen Kurve der Kreisstraße 168 entstehen.

„Der Anfang ist gemacht“, freut sich Martin Höhn beim offiziellen Startschuss auf der grünen Wiese. Das Ziel ist ein in die Umgebung integrierter Pfad, der auf allerlei Schautafeln über die Honigbienen und deren famose Leistungen informiert und das Dasein der Immen an speziellen Stationen erlebbar macht. Zudem sollen Besucher Honigbienen in Schaubeuten sowie Wildbienen bei ihrer Arbeit beobachten können.

Eine wichtige Rolle bei der Anlage und Betreuung des Pfads wird die Kinder- und Jugendgruppe des Bienenzuchtvereins Langen und Umgebung spielen – die Bee-Kids. Diese sind vor drei Jahren über eine AG der Leuschner-Schule in die Imkerei eingestiegen. Obwohl die neun Mädchen und Jungen inzwischen weiterführende Schulen besuchen, sind sie ihrer Grundschule und deren Bienenvölkern treu geblieben und haben sich dem Verein angeschlossen. „Wir haben somit eine Jugendabteilung – unsere Bee-Kids“, freut sich der stellvertretende Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Langen und Umgebung, Axel Wirth. „Das hatten wir in unserer mehr als 150-jährigen Geschichte so noch nicht und zumindest in Hessen dürfte das einmalig in der Bienenvereinswelt sein.“

Für die Realisierung des Projekts sind circa 20.000 Euro nötig, der Unterhalt dürfte mit 10.000 Euro zu Buche schlagen – Sponsoren sind insofern willkommen. „Ausgangspunkt war die Frage: Was können wir langfristig und nachhaltig für den Natur- und Artenschutz in Egelsbach tun?“, erklärt Martin Höhn. Die anfallenden Aufgaben werden sich die drei Partner teilen. Der Bienenzuchtverein wird über die Bee-Kids und kraft der Erfahrung der älteren Imker die Fachkompetenz beisteuern. Die Grundschule bildet weiter fleißig Bienenhirten aus (elf im aktuellen Viertklässler-Jahrgang), begleitet zunächst Planung und Entwicklung sowie später Betrieb und Überwachung des Pfads und stellt ihre Räume und Gerätschaften zur Honiggewinnung zur Verfügung. Die Gemeindeverwaltung ist neu im Boot. Sie stellt die Fläche zur Verfügung, ebenso Arbeitsleistungen des Bauhofs und ein im Etat 2018 bewilligtes Budget von 6500 Euro. Von jenem wurden jüngst unter anderem vier Bienenstöcke, sogenannte Beuten, angeschafft. „Der Plan ist, dass die vier Bienenvölker den Sommer über fleißig Honig produzieren, um das Projekt weiter zu finanzieren“, skizziert Jürgen Sieling. „Gewonnen werden kann der Honig Mitte August, in den Verkauf gehen würde er nach den Sommerferien“, ergänzt Höhn. Sogar ein Markenname ist schon angedacht: Rathaus-Gold.

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Nicht zuletzt krönt der Lehrpfad die Entwicklung, die mit dem Projekt „Bienenweiden“ anno 2016 angestoßen worden ist. „Damals haben wir auf etwa 2300 Quadratmetern Fläche bienenfreundliches Saatgut ausgesät“, sagt Höhn. „Dieses Jahr werden wir dank Unterstützung der Ortslandwirte bei fast 15.000 Quadratmetern landen.“ Einmal fertig, soll der Lehrpfad zum Ausflugs- und Lernziel für Schüler und Kitakinder der ganzen Region inklusive Frankfurt werden. „Dank der Nähe zum S-Bahnhof ist das keine Utopie“, betont Höhn.

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