Lebensqualität unterm Laubendach

Umgestaltung des Ortskerns beschäftigt die Gemeindevertretung

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Die Dorflaube an der Ecke Ernst-Ludwig-/Kirchstraße: Das auf Papier schon existierende Karree mit Bäumen und zu begrünender Pergola ist das Herzstück der ersten Umbauetappe, die aller Voraussicht nach heute Abend im Gemeindeparlament beschlossen wird.

Egelsbach -  Ein Kapitel Stadtplanung mit ellenlanger Vorgeschichte soll endlich auf einen grünen Zweig kommen. Die Rede ist von der Umgestaltung des Ortkerns rund um Kirchplatz und Arresthaus. Von Holger Borchard 

Die Gemeindevertreter befassen sich heute Abend in öffentlicher Sitzung (Rathaus, 20 Uhr) mit dem ersten von insgesamt drei Planungs- und Bauabschnitten. Gibt das Plenum grünes Licht – was die bisherigen Diskussionen und Abstimmungen in den vorbereitenden Ausschüssen nahelegen –, wird der südliche Teil des Kirchplatzes ab Oktober umgestaltet.

Das vorgesehene Paket von Um-, An- und Ausbauten sowie simplen Eingriffen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität firmiert unter dem Titel „Projekt Dorflaube“. Einen Platz mit Laubencharakter zu erhalten ist die Grundidee der Erneuerung. Diese setzt zunächst einmal die Sanierung der Schotterfläche am südlichen Ende des Kirchplatzes voraus. Ein Teil des Platzes soll gepflastert werden, der andere eine sogenannte wassergebundene Decke erhalten. Neu zu pflanzende Bäume, die Errichtung einer Pergola für das angestrebte Lauben-Ambiente, eine minimale Veränderung an der Bordsteinkante der Ernst-Ludwig-Straße, neue Straßenlaternen, ferner Sitzgelegenheiten, Fahrradständer und zusätzliche Parkstände (Erweiterungsfläche an der Ernst-Ludwig-Straße) sollen dem Karree einen ganz anderen, ansprechend-aufgeräumten Charakter verleihen.

„Das Thema trister Ortskern haben im Wahlkampf alle Bürgermeisterkandidaten auf der Agenda gehabt“, erinnert Noch-Bürgermeister Jürgen Sieling. „Jetzt haben wir eine schlüssig konzeptionierte Umsetzung auf dem Tisch, die ja auch nicht vom Himmel gefallen, sondern die Quintessenz der jahrelangen Auseinandersetzung mit dem Thema ist.“ Der Kosten-Nutzen-Effekt sei „absolut gegeben“, urteilt Sieling.

Etwa 70 000 Euro wird der erste Bauabschnitt kosten. Das Budget ist im aktuellen Haushaltsplan berücksichtigt, sodass – den Beschluss der Gemeindevertretung vorausgesetzt – das Vorhaben sofort ausgeschrieben werden könnte. Das ist laut Sieling auch das Ziel: „Die Ausschreibung ist so weit vorbereitet, dass sie rausgehen kann, denn unsere Vorstellung ist, dass die ausführende Firma sich im Oktober ans Werk macht.“ Das wird Jürgen Sieling nicht mehr als Rathaus-Chef erleben – Nachfolger Tobias Wilbrand übernimmt Mitte Juni. Bei einer kalkulierten Bauzeit von etwa vier Wochen könnte das Areal aber immerhin vor Beginn der nass-kühlen Jahreszeit fertig angelegt sein.

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Sympathisch macht die Angelegenheit obendrein ein dicker Schluck aus der Förderpulle des Landes. Mit der Teilnahme am hessischen Städteförderprogramm „Aktive Kernbereiche“ winkt der Gemeinde eine maximal 60-prozentige Bezuschussung ihres Vorhabens. „Der entsprechende Antrag an die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen ist ebenfalls fix und fertig und kann am Donnerstag abgeschickt werden“, merkt Sieling an. Mit Blick auf die erste Umbauetappe sind dem Bürgermeister zwei letzte Hinweise wichtig: „Es fällt kein einziger Parkplatz weg und die Ernst-Ludwig-Straße wird zu keiner Zeit gesperrt, sprich durchgängig befahrbar sein.“

Die weiteren Etappen der Ortskern-Umgestaltung, die sukzessive ab 2019 folgen sollen, sind zweitens der Bereich Kirchplatz/Kirchstraße (zwischen Kirchplatz und Kirche plus Fläche nördlich des Arresthauses) und drittens der Bereich der Parkplätze vor der Post. Beide Male ist der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen (Ernst-Ludwig-/Schulstraße) Teil der Planungen.

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