Verein Pro Saalbau kontert Stammtischparolen

„Alle Wirte hatten das Eigenheim-Angebot“

Egelsbach - In der Diskussion um Pleiten, Pech und Pannen bei der Sanierung des Eigenheims hat nach einigen Politikern auch der Verein Pro Saalbau öffentlich Stellung bezogen und in einem offenen Brief auf die Kritik von Linken und CDU reagiert (wir berichteten in der Samstagsausgabe).

Ein Kapitel, das dem Verein besonders unter den Nägeln brennt, verdient separate Aufmerksamkeit: das Thema Eigenheim-Wirt und Pacht. Der Vorstand spricht von Stammtischdiskussionen, ärgert sich mächtig über den „Shit-Storm“ in den (un-)sozialen Medien und setzt folglich zur öffentlichen Riposte und Klarstellung in Sachen Vergabe der Bewirtschaftung und Pachtverhältnis an.

„Die Bewirtschaftung wurde allen Egelsbacher Gaststättenbetreibern angeboten. Schriftlich. Es gab eine weitere Bewerbung aus Langen und die Bewerbung eines Eventbetriebs“, stellen die Vorsitzenden von Pro Saalbau Eigenheim, Hans-Jürgen Rüster und Andreas Schweitzer, in ihrem offenen Brief fest.

Sämtlichen Bewerbern sei die Gelegenheit gegeben worden, sich das Eigenheim und die Gaststätte anzuschauen – „alle haben die gleichen Vorgaben bekommen“. Diese seien im Einzelnen gewesen:

  • Verpachtet werden nur Gaststätte, Kolleg, Biergarten.
  • Der Saal bleibt eigenständig; er kann von etwaigen Mietern selbst versorgt werden.
  • Der Wirt sollte den Saal bei Nachfrage bedienen können, hat aber keinen Anspruch darüber.
  • Der Wirt erbringt im Rahmen der Renovierung Eigenleistungen und erhält – wie allgemein üblich – dafür eine pachtfreie Zeit.

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Einige der Wortführer im Internet und an den Stammtischen hätten sich bei den Terminen gar nicht erst blicken lassen. „Sie haben abgesagt oder waren mit dem Konzept nicht einverstanden“, kommentiert der Vereinsvorstand. „Somit verblieb ein einziger Bewerber, der den Zuschlag erhalten hat.“ Letzte wesentliche Anmerkung des Vereins in dieser Angelegenheit: „Die Pacht wird in Einvernehmen mit der Satzung des Vereins zu 100 Prozent für das Eigenheim verwendet.“

Bilder: Egelsbacher feiern auf der Kerb

Einen grundsätzlichen Denkanstoß hält Pro Saalbau im Hinblick auf die „Verrohung“ des Umgangs miteinander zulasten des ehrenamtlichen Engagements für angezeigt. „Gerade die Politiker sollten sich auf das besinnen, was Politik ausmacht: Über Kompromisse das Ziel erreichen und vor allem den Blick für den Bürgerwillen nicht verlieren.“ Einst habe die Förderung des Ehrenamts mal ein Lob, eine Ehrung oder eine Urkunde vorgesehen. „Heute sieht man dafür Kritik, üble Nachrede und Abmahnungen vor. Das ist wenig motivierend!“ Der offene Brief ist komplett nachlesbar auf der Vereinshomepage. (hob)

Infos unter prosaalbaueigenheim.de

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