„Missstände früh aufgezeigt“

Verein Pro Saalbau Eigenheim kontert die öffentliche Kritik

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Der Vorstand hat mit einem offenen Brief reagiert.

Egelsbach - Die ellenlange Mängelliste aus dem Rathaus hat eine öffentliche Debatte um die Eigenheim-Renovierung losgetreten. Reichlich Kritik ist in diesem Kontext auf den Verein Pro Saalbau Eigenheim herab geprasselt.

„Das können und wollen wir so nicht stehen lassen“, betonen die Vereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Rüster und Andreas Schweitzer. Daher reagiert der Vorstand mit einem offenen Brief an Egelsbachs politische Fraktionen und die Mitglieder, der sowohl auf der Homepage (prosaalbaueigenheim.de) als auch auf der Facebookseite des Vereins nachzulesen ist. Tenor: „Wir möchten das Thema nicht anfeuern oder ein Politikum daraus werden lassen, sondern die Vorwürfe sachlich beantworten. “.

Konkret wendet sich der Verein gegen öffentliche Aussagen des Linken-Politikers Wolfgang Klein sowie von CDU-Politikern. So hatte Klein dem Verein „Hausbesetzermentalität“ attestiert, während etwa Thomas Imler (CDU) konstatierte: „Es kann nicht sein, dass ein mittelloser Verein irgendwie irgendwas macht, aber die Rechnung immer der Gemeinde vor die Füße fällt.“

Der Verein stellt hierzu fest:

  • Der Pachtvertrag zwischen Gemeinde und Verein ist unterschrieben vom (Ex-)Bürgermeister und der Ersten Beigeordneten seitens der Kommune sowie seitens des Vereins von den beiden Vorsitzenden, somit rechtskräftig und gemäß Inhalt drei Jahre gültig. Man kann ihn nicht einseitig auflösen.
  • Die Aussage, dass der Verein den Saal nicht pachten kann, ist so nicht richtig. Wenn die Kommune wie bisher an Interessenten vermietet, kann sie das auch an den Verein tun.
  • Einzig das Konstrukt „Erbbaupacht“ und die Höhe des Pachtzinses im Vertrag – beides sind Vorgaben der Kommune – müssen möglicherweise korrigiert werden. Da steht der Verein natürlich konstruktiv bei Änderungswünschen zur Verfügung.
  • Die angefallenen Rechnungen sind nicht vom Verein initiiert worden – das darf er überhaupt nicht –, sondern stets seitens des Projektleiters oder in Absprache mit diesem. Da es sich um Instandsetzungsarbeiten an einer Gemeinde-Immobilie handelt, muss die Gemeinde das logischerweise auch zahlen. Die Höhe der Ausgaben darf allerdings sehr wohl bemängelt werden – das hat auch der Verein zu jeder Zeit getan und Vorschläge für günstigere Lösungen unterbreitet.

Alles zum Eigenheim in Egelsbach auf unserer Themenseite.

„Die Vereinbarung mit dem Bürgermeister und der Mehrheit der politischen Parteien lautete: konstruktive und sachliche Zusammenarbeit“, stellen Schweitzer und Rüster fest. Dies einzuhalten falle schwer, wenn man die Presse, vor allem aber die sozialen Medien verfolge. Die Vorhaltungen von CDU und Linken kontert der Verein auf zwei seiner insgesamt vier Briefseiten. Im Folgenden einige aus Vereinssicht elementare Klarstellungen:

  • Ohne den Verein gäbe es dieses Projekt nicht.
  • Der Verein hat nicht „gewurschtelt“, sondern engagiert mit Fachkenntnis gearbeitet.
  • Er hat nichts kaschiert, vielmehr hat er Missstände und Fehlausgaben dem Bürgermeister frühzeitig aufgezeigt – leider ohne Erfolg. An Transparenz war und ist dem Verein sehr gelegen.
  • Unglaublich war die Leistung der ehrenamtlichen Helfer, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre. Da muss der Verein nichts heilen.
  • Die Mittel des Vereins durften bisher wegen der Gemeinnützigkeit nicht in die Baumaßnahmen fließen, da die Liegenschaft nicht dem Verein gehört. Arbeit und Sachspenden seitens des Vereins haben der Kommune sicher einen sechsstelligen Betrag erspart.
  • Der Verein hat nicht irgendwie, sondern ehrenamtlich und größtenteils mit Fachleuten für die Kommune gearbeitet. Er hat verschiedene Gewerke in Absprache mit dem Projektleiter und dem Bürgermeister erledigt.
  • Bis heute sind von keiner Seite aus vereinsseitige Fehler aufgezeigt worden. (hob)

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