Nach Protesten

DRK verliert Einnahmen aus Altkleidercontainern - und braucht jetzt Geld von der Gemeinde

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Künftig wird es in Egelsbach auch diese beigen Altkleidercontainer geben. Die anderen Container des DRK Ortsverbands werden abgebaut. 

Die Altkleidersammlung in Egelsbach wird neu geregelt. Für den DRK Ortsverband bedeutet dieser Schritt einen herben finanziellen Einschnitt. Jetzt gibt es eine Einigung mit der Gemeinde. 

Egelsbach – Es bedarf keiner Diskussion mehr, die Kommunalpolitiker sind sich einig: Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) braucht nach der Neuregelung rund um die Altkleidersammlung in der Gemeinde Egelsbach finanzielle Unterstützung. Einstimmig entscheiden sie jüngst in der Sitzung der Gemeindevertretung, dem Verein für die kommenden drei Jahre einen Zuschuss in Höhe von jeweils 12. 000 Euro zu überweisen.

Hintergrund der Geschichte: Der Gemeindevorstand mit Bürgermeister Tobias Wilbrand an der Spitze hat die Altkleidersammlung in der Gemeinde offiziell gemeinsam mit Langen und Dietzenbach ausgeschrieben und vergeben, sodass das DRK die Einnahmen aus den derzeit noch 17 Container an elf Standorten im kommenden Jahr verliert. Das hatte für Irritationen – und letztlich auch für Protest aus den Reihen des DRK geführt, weil sich der Verein nicht gut informiert fühlte.

Egelsbach: Container für Arbeit des DRK-Ortsverbands enorm wichtig

Das bringt Daniel Görich, Fraktionschef der SPD, dann in der Sitzung noch mal aufs Tapet: Denn nicht nur der Verein war nicht informiert, auch die Sozialdemokraten vermissen Informationsfluss im Rathaus von Egelsbach. „Wir erfahren von den Vertretern des DRK, dass mit dem Verein nicht gesprochen wurde und wir bekommen auch erst dann erklärt, wie wichtig die Container und die Einnahmen daraus für deren Arbeit sind“, sagt Görich.

Er fühle sich schlicht „verarscht“, denn es sei im Gemeindevorstand bekannt gewesen, dass bei dieser Neuorganisation Probleme für den Verein entstehen werden. Er erwarte in Zukunft mehr Transparenz. „Jetzt sind wir sehr froh, dass das Problem geklärt ist, denn das DRK leistet mit dem Katastrophenschutz und der Jugendarbeit so wertvolle Dienste“, so Görich abschließend.

Vorsitzender des DRK Egelsbach: Sicherheit für die kommenden drei Jahre

Froh ist auch Heiko Dorst, Vorsitzender des DRK Egelsbach. „Wir haben jetzt zumindest für die kommenden drei Jahre Sicherheit und das auch mit einem konstanten Betrag. Mit 12. 000 Euro werden wir keine Finanzierungslücke haben“, erklärt der Vorsitzende. Das Geschäft mit den Altkleidern sei in den vergangenen Jahren durchaus Schwankungen unterlegen. „Es gab Jahre, in denen wir Erlöse in Höhe von 20. 000 Euro erzielt haben, aber es gab auch Jahre, in denen es nur 5000 Euro waren“, erläutert Dorst. 

Er finde es dennoch grundsätzlich schade, dass die roten Container abgebaut werden müssen und stattdessen beige aufgestellt würden. Es kämen mit 18 Standorten auch deutlich mehr Container in die Gemeinde, aber dies ist jetzt nicht mehr Sache des Vereins.

Egelsbach: Langfristige Lösung für DRK

Wie es nach dem Jahr 2022 für das DRK weiter geht, müsse dann in Zukunft mit der Gemeinde geklärt werden, Dorst hofft auf eine langfristige Lösung: „Ich will jetzt aber auch nicht undankbar sein. Das Signal, das wir bekommen haben, war gut und wichtig für uns. Unsere Arbeit wird gesehen, der Gemeinde ist wichtig, dass wir abgesichert sind.“

Von Nicole Jost

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