Von kikeriki bis miau

Egelsbacher Kunstverein ruft zum Fotografieren von Dachreitern auf

Dieser Hahn thront auf dem Haus Ernst-Ludwig-Straße 65. Der Kunstverein ruft dazu auf, weitere zu finden.
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Dieser Hahn thront auf dem Haus Ernst-Ludwig-Straße 65. Der Kunstverein ruft dazu auf, weitere zu finden.

Gockel, Schlafwandler, Katze oder Adler zieren so manches Dach in Egelsbach. Nun stehen sie im Zentrum einer Mitmachaktion des Kunstvereins.

Egelsbach – Dachreiter, wie die kleinen Figuren oft genannt werden, haben eine lange Tradition, sind aber auch auf Neubauten ein beliebtes Unikat, um das Dach zu schmücken. Früher der Abwehr von bösen Geistern dienend, sind sie heute eher Ausdruck von Freude am Schönen und Künstlerischen. „Vielen Passanten ist dies überhaupt nicht bewusst“, findet Rüdiger Luchmann vom Kunstverein Egelsbach, „gilt doch deren Blick zumeist zuvorderst dem Verkehr oder gerne auch dem Handy. Aber nach oben, dort wo die Dachreiter auf den Firsten sitzen, wer guckt da schon gezielt hin?“

Das wollen die Aktiven des Kunstvereins ändern und haben sich eine neue Aktion ausgedacht: Sie wollen die Egelsbacher auf Entdeckungsreise schicken. Der Verein bittet alle Interessierten, sich mit Fotoapparat oder Handy erhobenen Hauptes auf die Pirsch zu begeben und sich die Dachfirste im Ort ganz genau anzusehen. Wer einen der zahlreichen Dachreiter entdeckt, soll ihn ablichten und die Aufnahme an den Kunstverein schicken. „Unser Ziel ist es eine möglichst komplette Sammlung aller Egelsbacher Dachreiter zusammenzustellen und diese dann auf unserer Homepage für alle zugänglich zu machen“, sagt Vorstandsmitglied Rainer Kaffenberger, „wir selbst sind total gespannt, was es hierbei alles zu entdecken gibt.“

Nächste Aktion nach virtueller Sommerausstellung

Die Aktion soll helfen, den Kontakt zu den Egelsbachern während der Coronazeit nicht zu verlieren. „Nachdem unser Vereinsleben sehr unter den geltenden Hygienemaßnahmen gelitten hat, haben wir überlegt, wie wir auf neuen Wegen Kunst in die Öffentlichkeit bringen können“, sagt Vorsitzender Kostadin Poleganov. „Mit der virtuellen Sommerausstellung, die mit über 60 Exponaten unserer Mitglieder auf unserer Homepage betrachtet werden kann, hatten wir da schon Erfolg.“

Um die Dachreiter ins rechte Licht zu rücken, benötige man keine besondere Fotoausstattung, so die Künstler. Eine Handykamera mit guter Zoomfunktion reicht aus, um die kleinen Kunstwerke hoch abzulichten. „Alle werden erstaunt sein, wie vielseitig die Dachzierde in Egelsbach ist“, sagt Luchmann und hofft auf rege Beteiligung.

Die Bilder sollten bis zum 15. September mit der Fundadresse an info@kunstverein-egelsbach.de geschickt werden.  jrd

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