Das Thema soll und muss beim Kreis auf die Agenda

Egelsbach will weiterführende Schule

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Symbolbild

Egelsbach - „Kurzarbeit“ haben Egelsbachs Gemeindevertreter in der jüngsten Sitzung geleistet – und dabei trotzdem ein deutliches Signal aus Egelsbach in Richtung Kreis Offenbach in Auftrag gegeben: Die Gemeinde Egelsbach möchte wieder Standort einer weiterführenden Schule sein. Von Holger Borchard

Nach einer guten halben Stunde durften die 28 anwesenden Parlamentarier (es fehlten zwei CDU- sowie ein Grünen-Vertreter) auch schon wieder ihre Siebensachen packen; die auf dem Weg durch die Ausschüsse „abgespeckte“ Tagesordnung war schnell abgehandelt. Dies lag daran, dass bei den verbliebenen Themen auch in Zeiten des Wahlkampfs breite Einigkeit herrscht. So hoben sämtliche Gemeindevertreter die Hand für eine Formalie, die den Fortgang der Bauleitplanung für das Neubaugebiet Leimenkaute betrifft und stimmten auch darin überein, dass es sicher nicht verkehrt ist, die Egelsbacher Jugend zu den Vorhaben Anlage eines Pumptracks und Bolzplatzes zu hören. Dies wird im Rahmen der Jugendversammlung am 28. Februar erfolgen.

Das Thema mit der größten Strahlkraft stellt freilich der Ruf nach einer weiterführenden Schule für Egelsbach dar. Den zugehörigen Antrag hat die Wahlgemeinschaft (WGE) eingebracht; WGE-Fraktionschef Georg Dinca begründete schon in den Ausschüssen: „Der Zeitpunkt passt. Die aktuellen und kommenden Schülerzahlen an unserer Grundschule bestätigen, dass der Bedarf an einer weiterführenden Schule in Egelsbach zwingend gegeben ist und Langen mit seinen überfüllten weiterführenden Schulen wächst ja auch noch kräftig weiter.“

Sechs Parteien – eine Meinung: Die WGE-Vorlage „Der Gemeindevorstand wird gebeten, sich für die Aufnahme einer weiterführenden Schule mit gymnasialem Zweig in Egelsbach in den Schulentwicklungsplan des Kreises Offenbach einzusetzen“ wurde nicht nur einstimmig beschlossen, sondern obendrein das Wörtchen „gebeten“ durch „aufgefordert“ ersetzt. Klare Ansage, auch intern: Egelsbachs Lokalpolitiker meinen es ernst.

Bilder: Einschulung 2017 in Langen und Egelsbach

Ebenso klar ist und bleibt jedoch, dass die Gemeinde in dieser Angelegenheit als Bittsteller beim für den Schulbetrieb verantwortlichen Kreis Offenbach antritt. Folglich liegt es an den Egelsbacher Repräsentanten im Kreistag, die richtige Mischung aus guten Argumenten, Diplomatie und Druck zu finden, auf dass der Schulwunsch der Gemeinde auf fruchtbaren Boden fällt.

Georg Dinca und seine Fraktionskollegen wollen sich auf Bitten und Hoffen allein nicht verlassen – und von sich aus aktiv werden. „Wir werden selbst das Gespräch mit Landrat Oliver Quilling suchen und ihn nächste Woche anschreiben“, kündigte Dinca nach der Sitzung am Donnerstagabend gegenüber unserer Zeitung an. Ob dieses „Timing“ dazu führen wird, in Dietzenbach noch vor der nächsten Sitzung des Kreistags Ohren zu öffnen? Immerhin kommen die Kreistagsfraktionen schon am Mittwoch, 28. Februar, zusammen. Punkt sechs ihrer Tagesordnung besteht in dem einen für Egelsbach so spannenden Wort: Schulentwicklungsplan.

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