Geräumiger und sicherer

Egelsbacher Eigenheim: Sanierung kommt voran

Besuch auf der Baustelle: Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses ließen sich durchs Eigenheim führen. Der Boden des großen Saals ist derzeit abgedeckt, damit er bei den Sanierungsarbeiten keinen Schaden nimmt.
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Besuch auf der Baustelle: Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses ließen sich durchs Eigenheim führen. Der Boden des großen Saals ist derzeit abgedeckt, damit er bei den Sanierungsarbeiten keinen Schaden nimmt.

Bei der Sanierung des Egelsbacher Eigenheims geht es vorwärts. Nun musste der Bauausschuss über die nächsten Arbeitsschritte abstimmen.

Egelsbach – Wer durch die Tür des Eigenheims tritt, wird von einer riesigen Industriespülmaschine begrüßt, auf deren Geschirrkorb ein weißer Bauarbeiterhelm liegt. Daneben stapeln sich Rigipsplatten und aufgerissene Zementsäcke, große Eimer und Holzpaletten. Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses treffen auf sympathisches Baustellenchaos, als sie durchs Eigenheim spazieren, stellen bei der Begehung aber auch fest: Wenngleich es noch einiges zu tun gibt, hat sich schon viel getan.

Andreas Schweitzer, Vorsitzender des Vereins Pro Saalbau-Eigenheim, der die Arbeiten koordiniert, führt durchs Gebäude. Die größten Veränderungen sind gleich im Foyer zu erkennen: Hier haben die fleißigen Vereinsmitglieder an unzähligen Samstagen alte Wände abgerissen und neue eingezogen. Entstanden sind so zwei Behinderten-WCs und ein Erste-Hilfe-Raum. Letzterer lag vorher am anderen Ende des Gebäudes und ist nun deutlich besser zu erreichen. Es schließt sich ein Tisch- und Stuhllager an. „Wenn der Raum leer ist, kann er, zum Beispiel bei Fremdensitzungen, als Garderobe genutzt werden“, erklärt Schweitzer.

Vor allem der hintere Bereich des Foyers ist nun deutlich geräumiger, da hier die Kegelbahn weichen musste. „Das macht ein offeneres Bild – nicht so drückend wie vorher, als es das Foyer eher ein Schlauch gewesen ist“, meint der Vereinsvorsitzende. Durch die Vergrößerung sei es künftig möglich, auch nur den Eingangsbereich für Veranstaltungen zu vermieten – ohne den großen Saal.

Dort, wo sich einst die Technik der Kegelbahn befand, ist nun ein geräumigeres Damenklo zu finden. Und auch die Männertoilette wurde umgestaltet, sodass die geöffnete Tür nun vom Foyer keinen direkten Blick mehr auf die Pissoirs freigibt. Gut für überraschende Auftritte im Karneval oder bei der Kerb: Es gibt nun auch einen seitlichen Bühnenaufgang. „Früher musste man einmal durch den ganzen Saal laufen, um zur Bühne zu kommen“, so Schweitzer.

Über staubigen Betonboden geht es in den Saal. Da die bisherigen Arbeiten vor allem dem Brandschutz dienten, wird sich das Herzstück des Eigenheims – zumindest optisch – kaum verändern. „Hinter der Wand ist aber sicherheitstechnisch viel passiert“, erzählt Schweitzer, „wir haben Kabel verlegt noch und nöcher.“ Neu sind auch die beiden großen Fluchttüren. Besonderer Clou: Sie sind an eine Ampel gekoppelt. „Im Notfall springt sie auf Rot und stoppt den Verkehr auf der Kirchstraße“, erläutert Schweitzer. Die Ausschussmitglieder sind angetan. „Wir können froh sein, dass der Verein hier so viel macht – sonst hätten wir das Dreifache an Kosten“, sagt Axel Vogt (FDP).

Anschließend geht es hinüber ins Bürgerhaus zur Ausschusssitzung, bei der die Eigenheim-Sanierung ebenfalls auf der Tagesordnung steht. Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne) gibt zunächst einen Überblick über die Finanzlage: Von den insgesamt rund 1,2 Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren zur Sanierung des Eigenheims in den Haushalt eingestellt wurden, sind gut 800 000 Euro ausgegeben und knapp 400 000 Euro noch übrig. „Wir hoffen, dass wir damit für die Brandschutzmaßnahmen hinkommen“, sagt Wilbrand. In den nächsten Wochen stünden unter anderem der Einbau der neuen Brandmeldeanlage sowie Flies- und Malerarbeiten an.

Mehr Platz: Das Foyer wurde deutlich vergrößert und soll künftig auch separat für Veranstaltungen vermietet werden.

Allerdings haben sich während der Bauarbeiten einige weitere Probleme aufgetan, die nach Ansicht aller Beteiligten – Gemeinde, Verein und Architekt – vor der Wiedereröffnung des Eigenheims angegangen werden sollten. „Damit es nicht später wieder geschlossen werden muss“, wie Wilbrand betont. Am teuersten wird die Instandsetzung des Daches (200 000 Euro), das laut Schweitzer undicht ist und beim nächsten Starkregen Probleme bereiten könnte. Deutlich günstiger kommen eine neue Eingangstür (23 000 Euro), die Erneuerung der Heizungsanlage (17 000), eine Abhangdecke für das Foyer (7000) und dimmbare LED-Leuchten für den Saal (6000) daher.

Der Gemeindevorstand hat daher eine entsprechende Beschlussvorlage in die Gremien eingebracht, wonach die Mehrkosten von rund 297  000 Euro netto als Investitionsmittel im Haushalt 2022 bereitgestellt werden sollen. Außerdem sollen zwei weitere Maßnahmen beschlossen werden, die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen und nicht akut sind: die Erneuerung der Lüftungsanlage (344 000 Euro) und der Ausbau des Dachgeschosses (80 000). Der Bau- und Umweltausschuss votiert – bei zwei Gegenstimmen der CDU – mehrheitlich für die Vorlage. Die endgültige Entscheidung fällt die Gemeindevertretung am 8. Dezember.

Laut Wilbrand ist geplant, dass die restlichen Arbeiten bis Mai 2022 erledigt sind. Schweitzer dazu: „Ich habe aus der Vergangenheit gelernt und kommentiere keine Daten mehr.“ (Manuel Schubert)

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