Förderverein Städtepartnerschaft

Kein Aufbäumen gegen das Aus mit Ansage

+

Egelsbach - Das Ende zeichnete sich schon länger ab, nun ist es Gewissheit: Der Förderverein Städtepartnerschaft löst sich auf. Das haben die Mitglieder bei der zweiten Versammlung binnen vier Wochen beschlossen. Von Holger Borchard

Verspielt wurde die allerletzte Chance, das Aus noch zu verhindern, indem die Vorstandsposten neu besetzt werden. Niemand fand sich zur Kandidatur bereit. Die mehr als 20-jährige Vereinsgeschichte endet somit in der Sackgasse, auf die leider mehr und mehr Vereine mangels Personal zusteuern. Bereits Mitte 2013 hatte der Vorstand der Städtepartner um Horst Miltenberger und Martine Paquet angekündigt, sein langjähriges Engagement aus persönlichen Gründen nicht mehr fortzusetzen. Zur Nachfolge fand sich schon damals niemand aus den Reihen der mehr als 80 Mitglieder bereit.

So nahm der unrühmliche Abgang seinen Lauf, freilich mit Verzögerung: Die Auflösung stand schon für Januar auf der Tagesordnung, erforderte laut Satzung aber eine Zweidrittel-Mehrheit, sprich mehr als 50 anwesende Mitglieder. Weil seinerzeit aber nur 26 kamen, hieß es: Nachsitzen! Anfang dieser Woche genügte nun die einfache Mehrheit – und die 34 Anwesenden machten kurzen Prozess. „Damit gibt es jetzt nur noch die vier Liquidatoren, nämlich uns drei vom ehemaligen Vorstand und Bürgermeister Jürgen Sieling“, betont Miltenberger. Der nächste Gang wird ihn zum Anwalt führen. „Wie lange das Ganze dauert, steht in den Sternen. Immerhin ist in unserer Satzung geregelt, dass unser ganzes Inventar in den Besitz der Gemeinde übergeht.“

Großes Bedauern, aber auch ein gewisses Maß an Verständnis habe die Kunde aus Egelsbach in den Partnerstädten Pont-Saint-Esprit und Haynau hervorgerufen, weiß Miltenberger zu berichten. „Dort hatte man darauf spekuliert, dass Rudi Moritz mein Nachfolger wird“, lässt Miltenberger durchblicken. „Der kennt uns doch alle, haben sie in Frankreich und Polen gemeint.“ Bekanntlich hat der ehemalige Rathaus-Chef andere Prioritäten gesetzt und engagiert sich an der Spitze des neu gegründeten Kulturvereins. Eine gute Nachricht hat Miltenberger immerhin noch parat: „Was den Schüleraustausch der Langener Albert-Einstein-Schule angeht, ist mir nicht bange – dort hat Ex-Direktor Georg Harnischfeger zugesagt, künftige Austausch-Reisen als Pensionär zu koordinieren und zu begleiten.“

Rathaussturm in Egelsbach

Rathaussturm in Egelsbach

Wie die Gemeinde ohneFörderverein die Beziehungen zu ihren beiden Partnerstädten mit Leben füllen wird, bleibt abzuwarten. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung jedenfalls erntete Jürgen Sieling auf seine Ankündigung, der Städtepartnerschaftsverein stehe vor dem Aus, nicht mehr als betretenes Schweigen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare