Beschluss der Gemeindevertretung

Egelsbacher Kirchplatz: Schotterfläche wird endlich saniert

Ein leidiges Thema: Die Neugestaltung der Schotterfläche am südlichen Kirchplatz wurde eigentlich schon 2018 besiegelt, dann aber wieder zurückgenommen.
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Ein leidiges Thema: Die Neugestaltung der Schotterfläche am südlichen Kirchplatz wurde eigentlich schon 2018 besiegelt, dann aber wieder zurückgenommen.

Die Grünen kämpfen erfolglos für Baumpflanzungen auf der Nordseite des Berliner Platzes, die SPD scheitert mit ihrem Vorschlag, die Langener Straße entgegen der Einbahnrichtung für Radfahrer zu öffnen (wir berichteten). Nicht alle Fraktionen haben bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung Erfolg mit ihren Vorstößen. Doch es gibt Anträge, die mit deutlicher Mehrheit verabschiedet werden. Ein Überblick:

Kirchplatz: Die wenig einladende Schotterfläche am südlichen Kirchplatz wird endlich aufgehübscht. Das haben Grüne, SPD und CDU mit einem gemeinsamen Antrag erreicht, der einstimmig beschlossen wird. Die Sanierung hatte die Gemeindevertretung eigentlich schon 2018 angeordnet, 2019 aber eine Rolle rückwärts hingelegt, da sich herausstellte, dass zusätzliche Kosten für die Barrierefreiheit anfallen und das bereits im Haushalt bereitgestellte Budget von rund 70 000 Euro sprengen würden. Nun sorgt das grün-rot-schwarze Trio dafür, dass die Sanierung endlich angegangen wird. Entgegen der ursprünglichen Planung werden jedoch an der Ernst-Ludwig-Straße keine neuen Pkw-Stellplätze geschaffen – durch diesen Kniff lässt sich laut Harald Eßer einiges an Geld sparen. „Wir mussten einfach etwas ändern, um endlich aus dieser Misere rauszukommen und eine Mehrheit zu finden“, so der Grünen-Fraktionschef. Ansonsten kommt alles wie 2018 geplant: Der Platz erhält eine wassergebundene Decke (weicher, wasserdurchlässiger Belag aus Splitt oder Kies), dazu eine Pergola, weitere Sitzmöglichkeiten und ein neuer Baum wird gepflanzt. In dem Antrag von Grünen, CDU und SPD wird der Gemeindevorstand zudem aufgefordert, einige weitere Punkte zu beachten: So soll dem Besitzer der Immobilie südlich des Platzes, in der eine Bäckerei untergebracht ist, vorgeschlagen werden, eine Treppe anzubringen, um eine direkte Verbindung herzustellen. Auch soll der Platz mit Strom und Wasser versorgt werden, zudem sei eine barrierefreie Querungshilfe zum nördlichen Kirchplatz wünschenswert. Mit der Sanierung soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Friedhof: Ein einstimmiges Votum erhält auch ein Antrag der FDP zum Friedhof. Der Gemeindevorstand wird aufgefordert, neue Bestattungsformen zu prüfen. „Zeiten, in denen sich ein Bestattungsangebot auf Einzel- und Familiengräber nebst Urnengräbern beschränkt, gehören der Vergangenheit an“, findet FDP-Fraktionsvorsitzender Axel Vogt. Die Liberalen schlagen daher die Einführung von Stelengräbern, Baumgrabstätten sowie muslimische Bestattungen vor. Vogt verweist auf die Nachbarstadt Langen, dort werde „seit Jahren im Bestattungswesen in die Zukunft investiert“ und das Angebot an die Bedürfnisse der Bürger angepasst. „Dies ist in Egelsbach seit Jahren nicht der Fall.“ Die Zeiten marmorierter, kostspieliger Grabeinfassungen, die generationsübergreifend gepflegt werden, „gehören immer mehr der Vergangenheit an“.

Bahnhof: Zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten am Bahnhof fordert die SPD – und erhält dafür ebenfalls ein einstimmiges Abstimmungsergebnis. Der Gemeindevorstand wird beauftragt, im Rahmen der vom Bundesumweltministerium geförderten „Bike+Ride-Offensive“ neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu realisieren und gleichzeitig die bisherigen – insbesondere die Schließanlagen – zu modernisieren. „Am Bahnhof Egelsbach sind in letzter Zeit vermehrt Fahrraddiebstähle zu verzeichnen. Bereits bei den S-Bahnen ab halb neun sind die Fahrradständer regelmäßig fast komplett belegt“, betont SPD-Fraktionschef Daniel Görich in seinem Antrag. Die „Bike+Ride-Offensive“ lege großen Wert auf eine einfache Beantragung und möglichst aufwandsarme Realisierung von kommunaler Seite. „Somit kann Egelsbach ohne große Aufwände hiervon profitieren“, so Görich.

Plakatwände: Auf Antrag der WGE wird der Gemeindevorstand gebeten, das Aufstellen weiterer Plakatwände zu prüfen. „Die Gemeinde Egelsbach wächst nicht nur bevölkerungsmäßig, sondern auch flächenmäßig. Von daher halten wir es im Sinne einer erfolgreichen Wahlwerbung für die Parteien und Wählervereinigungen für sinnvoll, diesem durch die Aufstellung weiterer Plakatwände Rechnung zu tragen“, erklärt der WGE-Fraktionsvorsitzende Manfred Müller. Als mögliche Standorte nennt die Fraktion den Bahnhof, den Haynau-Platz sowie die Straßen Im Strengen, Im Kammereck und In der Leimenkaute. Auch schlägt die WGE vor, die Plakatwände außerhalb des Wahlkampfs den örtlichen Vereinen zur kostenlosen Nutzung oder den Gewerbetreibenden gegen Gebühr zur Verfügung zu stellen. Erscheint ein dauerhaftes Aufstellen nicht sinnvoll, soll die Gemeinde mobile Wände in Betracht ziehen. Trotz jeweils fünf Gegenstimmen von Grünen und CDU sowie einer Enthaltung aus der Fraktion der Grünen wird der Antrag angenommen. (Manuel Schubert)

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