Geflüchtete schlafen im Busch

Egelsbacherin sammelt Spenden für Terroropfer in Mosambik

Ordensschwestern in Pemba verteilen Lebensmittelrationen an die geflüchteten Menschen aus dem Norden von Mosambik. Jeder sucht sich, was er braucht.
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Ordensschwestern in Pemba verteilen Lebensmittelrationen an die geflüchteten Menschen aus dem Norden von Mosambik. Jeder sucht sich, was er braucht.

In Mosambik fliehen zahlreiche Menschen vor Terror und Gewalt. Maria Luisa Zeitz aus Egelsbach, selbst in Mosambik geboren, möchte helfen.

Egelsbach – Terror und Gewalt zwingen im Norden von Mosambik Tausende Menschen zur Flucht. Viele retteten sich vor Angriffen in der Stadt Palma in der Region Cabo Delgado, zu denen sich der Islamische Staat (IS) bekannt hat, auf kleinen Fischerbooten in die Hafenstadt Pemba, wie es aus Kreisen von Hilfsorganisationen heißt. Dort schlafen sie im Busch auf Matten und sind auf Hilfe angewiesen. Unter ihnen sind viele Frauen und Kinder, die gesehen haben, wie ihre Angehörigen getötet wurden.

Als Maria Luisa Zeitz davon erfährt, will sie so schnell wie möglich helfen. Schon seit vielen Jahren setzt sich die katholische Kirchengemeinde St. Josef Egelsbach/Erzhausen, der Zeitz angehört, für Hilfsprojekte in Mosambik in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Erzhäuser Verein „Partnerschaftsprojekte mit Mosambik“ ein. Zeitz wurde selbst in Mosambik geboren. Ihr Vater war Tierarzt aus Portugal und ist in die damalige portugiesische Kolonie Mosambik ausgewandert. Zwar lebt Zeitz mittlerweile in Deutschland, aber den Kontakt zu ihrem Herkunftsland hat sie nie verloren.

Als eine Ordensschwester ihr von den vielen geflüchteten Menschen berichtet, nimmt Zeitz Kontakt zu Schwester Raquel in Pemba auf. Die Schwestern des Ordens Suore di Gesù buon Pastore („Pastorelle Schwestern Jesu des guten Hirten“), zu denen Schwester Raquel gehört, begleiten 17 lokale Gemeinschaften rings um Pemba, in denen die Geflüchteten untergebracht wurden. „Dort, wo früher drei oder sechs Menschen lebten, sind es jetzt 40 oder 50“, berichtet der Aktivist Vasquinho King. Die hygienischen Bedingungen sind durch diese Überlastung katastrophal.

Schwester Raquel erzählt: „Wir bringen ihnen Nahrungsmittel, Seife, Medikamente, Matten, Moskitonetze und sogar Schulmaterialien. Wir kaufen die Nahrungsmittel im Supermarkt und verteilen Lebensmittelgutscheine, sodass sich jeder nach seinen Bedürfnissen aussuchen kann, was er braucht.“ Die Schwestern widmen ihre gesamte Zeit den Geflüchteten.

Auch Maria Luisa Zeitz möchte helfen, weiß aber, dass sie allein nicht viel bewirken kann. Weil die Corona-Pandemie auch das Gemeindeleben in St. Josef stark einschränkt, wendet sie sich an unsere Zeitung: „Die Menschen werden so schnell nicht wieder nach Hause können. Sie haben Angst und brauchen schnelle Hilfe.“ Deswegen sammelt Zeitz Spenden, um die Arbeit der Ordensschwestern zu unterstützen.

Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die von Leichen berichtet, die auf den Straßen von Palma gelegen hätten, und von dschihadistischen Kämpfern, die wahllos auf Menschen und Gebäude geschossen hätten, sind viele Menschen – darunter auch Kinder – traumatisiert. Eine Frau berichtete darüber, wie die Angreifer den Kopf ihres Bruders in die Hütte ihrer Mutter geschmissen hätten. Zeitz sagt, sie habe von den Schwestern schreckliche Dinge hören müssen. „Eigentlich herrscht dort Krieg“, fasst sie die Situation in Mosambik zusammen. Der Bischof von Pemba, Luíz Fernando Lisboa, wählt ähnliche Worte: „Die Welt hat keine Vorstellung davon, was hier geschieht. Wahrscheinlich haben wir uns an all die Kriege gewöhnt, im Irak, in Syrien. Und jetzt haben wir auch einen Krieg in Mosambik.“

Wer etwas geben möchte, kann auf das Konto des Vereins Partnerschaftsprojekte mit Mosambique e.V. Erzhausen überweisen (IBAN: DE08 508 501 5000 3000 2199; Stichwort: „Flüchtlingshilfe für Pemba“). Für eine Spendenquittung wird darum gebeten, die Adresse per E-Mai an m.luisa.zeitz@t-online.de zu senden. (Theresa Ricke)

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