Linke gehen mit Vereinsvorstand und Ex-Bürgermeister hart ins Gericht

Eigenheim-Debakel: „Hausbesetzer und Leitungs-Versager“

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Das Eigenheim in Egelsbach

Egelsbach - Das Eigenheim-Fiasko schlägt Wellen. Nachdem der Vorstand des Vereins Pro Saalbau-Eigenheim in unserer gestrigen Ausgabe seine Sicht zur gründlich aus dem Ruder gelaufenen Sanierung der Veranstaltungsstätte dargelegt hat, gibt es eine erste öffentliche Reaktion vonseiten der Politik.

Wolfgang Klein, Gemeindevertreter der Linken, nimmt kein Blatt vor den Mund: „Respekt und Anerkennung verdient Bürgermeister Wilbrand“, konstatiert Klein. Wilbrand habe „richtig und entschieden gehandelt, die Notbremse gezogen“.

Verantwortlich für das Fiasko sind laut Klein sowohl Ex-Bürgermeister Jürgen Sieling (SPD) – „der zu keiner Zeit das Heft des Handelns in Händen hielt“ – als auch die Führung des Eigenheim-Vereins. „Dessen ehrenamtliches Engagement ist zeitweise in eine Hausbesetzermentalität umgeschlagen“, konstatiert der Linke. Kleins Analyse: Beide Seiten haben das eigentliche Ziel, die Eröffnung des Saals und dessen möglichst kostendeckenden Betrieb, komplett aus den Augen verloren. „Es war die Vereinsführung, die massiven Druck auf Ex-Bürgermeister Sieling ausgeübt hat, um die Gaststätteneröffnung durchzusetzen.“

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Als „Skandal“ bezeichnet Klein, „dass der Wirt bis dato keinen Euro Pacht bezahlt noch eine nennenswerte Investition in den Erhalt der Gaststätte getätigt hat“.

Statt Mitglieder zu werben, Spenden zu generieren und ein Konzept für den Betrieb des Eigenheim-Saals zu erarbeiten, habe die Vereinsführung sich lieber „schwere Scharmützel“ mit dem mittlerweile erkrankten Projektleiter der Gemeinde geliefert und sich vornehmlich Gedanken um die Ausgestaltung der Gaststätte und das Wohlbefinden des Wirts gemacht. „Dass jetzt Schluss damit ist, muss wohl allen Beteiligten klar sein“, betont Klein.

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Bürgermeister Wilbrand habe recht, wenn er nun alles auf Anfang stelle. „Dieses Fiasko gehört schonungslos aufgeklärt, der Bürgermeister verdient die Unterstützung aller Gemeindevertreter und verantwortungsvollen Ehrenamtler bei der Suche nach Lösungen“, schließt Klein. „Ich werde meinen Teil leisten“. (hob)

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