Für eine lebenswerte Gemeinde

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Das Team der Bürgerinitiative „ILE“ – Ich liebe Egelsbach wurde zum Start der Verschönerungsaktion im Ortskern von Mitarbeitern des Bauhofs unterstützt, dessen Leiter Helmut Regenfelder sich als Käfer verkleidet auf die neue Blumenwiese freute.

Egelsbach - Mit Spaten, Heckenscheren und Informationsplakaten ausgerüstet marschiert Ulrike Brandhorst zum Egelsbacher Kirchplatz. Von Nico Wagner

Bürgermeister Jürgen Sieling und der Leiter des Egelsbacher Bauhofs, Helmut Regenfelder, folgen der Gründerin der Bürgerinitiative „ILE“ – Ich liebe Egelsbach. Heute hat sich die 41-Jährige die an den Kirchplatz grenzende Brachfläche (ehemaliges Eckert-/Becker-Grundstück) vorgenommen. Bis Sommer 2013 sollen dort eine Schmetterlingswiese und ein Schotterplatz entstehen.

Die Gemeinde erwarb das handballfeldgroße Gelände 2007 aus Privatbesitz und beseitigte die darauf stehende marode Scheune. Seitdem liegt eine Brachfläche mitten im Egelsbacher Ortskern: Gemäuer verschiedenster Farben prägen ihren Hintergrund. Wildpflanzen wuchern um die Drähte eines Bauzauns und Dornenhecken durchziehen Unkraut, das zwischen Mauerresten und Steinen sprießt.

Hundekot als Auslöser

„Wir wollen Egelsbach an allen Ecken schöner machen“, erklärt Brandhorst ihre Vision, „und wir gehen darüber hinaus, wollen ein Bewusstsein für das schaffen, was vor der eigenen Haustür geschieht.“ Das „Projekt Bürgerplatz“ steht exemplarisch für die Ziele und Philosophie von ILE. Brandhorst ist die Gründerin und erste Ansprechpartnerin. Zurzeit lässt sie in Egelsbach Flyer verteilen, um für eine schönere Gemeinde zu werben. „Wir wollen jeden in unsere Projekte miteinbeziehen“, sagt sie. „Wenn möglich, finden wir für jede Baulücke und für jedes unschöne Fleckchen eine dauerhafte Lösung – sei es ein Park, Spielplatz oder eine Idee, die vielleicht an uns herangetragen wird“, ist sie optimistisch.

Ihr Ehrgeiz rührt von einem Schlüsselerlebnis an Fasching her. „Wir waren mit Freunden unterwegs“, erinnert sich die zweifache Mutter. „In kurzer Zeit sind fünf Kinder in Hundekot getappt. Ich habe innerlich vor Wut gekocht.“

Nach Rücksprache mit Gemeindevertretern und Hundebesitzern brachte sie Schilder an und erstellte mit Hundetrainerin Susanne Hoffmann einen ‚Hunde-Knigge‘. „Es hat sich sehr gebessert“, erzählt sie heute. „Schon ein kurzes Gespräch mit den Beteiligten bringt viel. Welcher Missstand auch herrscht, böse Absicht steckt kaum dahinter.“ Aus der Initiative ging ILE hervor, bis heute zählt der Verein sieben Mitglieder. „Jetzt ist der Ortskern dran“, sagt Ulrike Brandhorst.

„Immer mehr Bürger melden sich“

Wenn die Gemeindekassen leer sind, könne ILE den Ort voranbringen. Bürgermeister Sieling gibt sich begeistert: „Ich finde das Engagement super. Immer mehr Bürger melden sich, um uns zu unterstützen. Aufgrund der knappen Kassen können wir uns nicht alles leisten.“ Genau da will Brandhorst ansetzen: „Wir Bürger sind doch die Gemeinde. Wir leben hier und können beeinflussen, wie wir sie gestalten. Alle profitieren davon.“

Kontakt:
Ulrike Brandhorst, 06103-7334588

Die Visionärin nennt weitere Projekte. Sie will Egelsbach, das eine der kinderreichsten Gemeinden in Hessen ist, auf die große Anzahl Jugendlicher in einigen Jahren vorbereiten. „Jeder, der eine Idee hat, kann auf uns zukommen“, sagt sie. „Wir benötigen Hilfe. Es ist keiner fest gebunden. Wir freuen uns sehr, wenn jemand kurz vorbeischauen will, um sich bei der Gestaltung am Kirchplatz einzubringen. Genauso erfreut sind wir über jeden, der sich regelmäßig beteiligt.“

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