Elschbächer Bub setzt auf Erfahrung

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Axel Vogt und seine Frau Monika im lichtdurchfluteten Wohnzimmer ihres Passivhauses

Egelsbach - Nicht mal drei Monate ist es her, dass Axel Vogt und seine Frau Monika ihr neues Haus in der Thüringer Straße bezogen haben. Und gerade mal vor zwei Monaten ist der 44-Jährige auf den letzten Drücker als dritter und letzter Kandidat ins Rennen ums Bürgermeisteramt eingestiegen. Von Holger Borchard

 „Manchmal kommt eben alles auf einmal“, sinniert Vogt. „Diesen Schritt habe ich nicht zuletzt deshalb gewagt, weil viele Egelsbacher mich dazu aufgefordert und mir gute Chancen zugesprochen haben“, sagt er. Als „echter Elschbächer Bub“ wuchert Vogt mit einer Trumpfkarte, die der amtierende Rathaus-Chef Rudi Moritz bei zwei Wahlen glänzend zu spielen wusste. „Ich bin hier zur Grundschule und auf die Förderstufe gegangen und habe am Langener Dreieich-Gymnasium mein Abitur gemacht“, erzählt Vogt. Das setzt sich nahtlos auf der Sport- und Vereinsschiene fort: „Als kleiner Bub hab’ ich mit Leichtathletik und Turnen bei der SGE angefangen, der heutige Vorsitzende Edgar Karg war mein erster Trainer“, weiß Vogt noch gut. „Ab der zweiten Klasse habe ich dann Handball gespielt, erst als Torwart und ab der D- oder C-Jugend im Feld. “ Aus jener Zeit ist Vogt ebenfalls ein Name in Erinnerung geblieben: „Mit unserem Supertrainer ,Max‘ Mix sind wir serienweise Bezirks- und Hessenmeister geworden. “.

Schon als 18-Jähriger Kerbvadder

Auf keinen Fall fehlen darf die Kerb, wenn Vogt über Vogt spricht. „Wenn Kerb ist, bin ich immer ganz hibbelig“, bekennt er. Als 18-Jähriger war Vogt 1985 Kerbvadder. „Da haben wir eine legendäre Zeltkerb hingelegt. Weil das Eigenheim wegen Reparaturarbeiten zu war, mussten wir ein Zelt beischaffen. Der Hausmann hat uns ein Riesending für 2000 Leute hingestellt – und das war jeden Abend voll.“ Aus dieser Zeit habe er etwas mitgenommen, das heute noch im Ort gelte, so Vogt: „Gemeinschaftssinn. Ich helfe dir und du hilfst mir“.

1991 schloss Vogt das Studium zum Diplom-Betriebswirt mit der Fachrichtung Versicherung ab. „Seither bin ich in dieser Branche tätig.“ Das freilich mit Höhen und Tiefen: „Die Mitte der 1990er Jahre hat nicht nur mein Berufs-, sondern vor allem mein Privatleben maßgeblich geprägt“, schildert Vogt. „Gerade als ich mich selbstständig gemacht hatte, ist meine Mutter sehr sehr schwer erkrankt. Das war eine Zeit, in der die ganze Familie von der Rolle war – und dann verkauf’ mal Lebens- oder Krankenversicherungen.“

Politische Erfahrung bringt Vorteile 

Vogts Mutter verstarb 1996, ein Jahr, nachdem er seine Frau Monika (47) kennengelernt hatte. „Mit Moni bin ich seit 1998 glücklich verheiratet“, sagt der überzeugte VW-Fahrer (aktuelles Modell Touran). Gemeinsam hat sich das Paar den Traum vom „Domizil für den Lebensabend“ erfüllt: Im Passivhaus mit Solardach und Holzpelletanlage herrschen stets angenehme, gleichbleibende Temperaturen und frische Raumluft – und das für Energiekosten, die Eigentümer herkömmlicher Häuser neidisch werden lassen. „Wir haben erstmal ein halbes Jahr Fachbücher und -broschüren gewälzt und auch mit einem Passivhaus-Besitzer im Brühl gesprochen, bis wir wussten, was wir wollten“, erzählt Monika Vogt im Wohnzimmer, das dank riesiger Fenster lichtdurchflutet ist.

Wenn Axel Vogt Bürgermeister wird ... – „ ... ist das schon mein Traumjob, aber kein leichter“, vervollständigt Vogt. Den Konkurrenten gegenüber sieht sich der Mann, der seit 2003 für die FDP Politik auf Kommunal- und Kreisebene macht, zur Wahl jedoch als Unabhängiger antritt, erfahrungsmäßig im Vorteil. „Sie haben den Arbeitsalltag im Rathaus weniger auf dem Radar als ich“.

Und wenn’s nix wird mit dem Chefsessel im Rathaus? „Geht die Welt auch nicht unter und im Frühjahr blüht unser Garten umso schöner“, schließt Vogt.

‹ Unsere „Homestories“ der drei Bürgermeisterkandidaten setzen wir im Laufe dieser Woche mit Jürgen Sieling und Harald Eßer fort.

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