Entspannter Weg zum Gottesdienst

Evangelische Kirche soll barrierefreien Eingang bekommen

So soll es aussehen: Von der Ecke Kirchstraße/Ernst-Ludwig-Straße könnte ein Weg die Besucher zur Tür führen. Dort soll eine Rampe auf das flache Plateau führen.
+
So soll es aussehen: Von der Ecke Kirchstraße/Ernst-Ludwig-Straße könnte ein Weg die Besucher zur Tür führen. Dort soll eine Rampe auf das flache Plateau führen.

Zentraler geht’s eigentlich nicht. Mitten im Egelsbacher Ortskern ist die Evangelische Kirche gelegen, aus allen Richtungen gut zu erreichen. Nur: Wer mit dem Rollstuhl, Rollator oder vielleicht auch mit Kinderwagen den Gottesdienst besuchen will, ist auf fremde Hilfe angewiesen. Das soll sich ändern.

Egelsbach – Denn zum Eingang des Gotteshauses an der Schulstraße gilt es bislang einige Stufen zu erklimmen. Barrierefrei ist das nicht. „Das war schon immer so. Aber warum eigentlich?“, fragte sich der Egelsbacher Fotograf Klaus-Dieter Zühlke. Ihm war vor Kurzem aufgefallen, dass das Gelände innerhalb und außerhalb der Sandsteinmauer gegenüber des Kirchplatzes annähernd das gleiche Niveau hat. Somit war die Idee geboren, einen barrierefreien Zugang für die Kirche zu gestalten.

Schnell fand sich ein Projektteam zusammen, das mit der Planung begann. So entstand folgende Idee: Die Mauer, die das Kirchengelände umgrenzt, soll an der Südwest-Ecke (Kirchstraße/Ernst-Ludwig-Straße) durchbrochen werden. Von dort soll ein Weg entlang der Westseite des Kirchengebäudes zum Haupteingang führen – ohne Stufen. An dem flachen Plateau vor der Tür soll eine kleine Rampe angebracht werden.

Durchbruch: Die Sandsteinmauer soll für den barrierefreien Eingang geöffnet werden.

Doch das Bauvorhaben gestaltete sich aufwendiger, als die ehrenamtliche Gruppe zunächst angenommen hatte. „Ein einfacher Mauerdurchbruch und ein paar simple Gehwegplatten – damit ist es leider nicht getan“, erzählt Martin Kremser aus dem Projektteam. Vieles müsse beachtet werden: Der geplante Weg müsse professionell ausgehoben und befestigt werden, die Dachentwässerung sei zu klären, die Gebäudeabdichtung zu sichern, Belange des Denkmalschutzes müssten ebenfalls berücksichtigt werden. „Und eine optimale Beleuchtung mit einer schönen Bepflanzung darf auch nicht vergessen werden“, so Kremser.

Für das gesamte Projekt kalkuliert die Gruppe mit der stattlichen Summe von 70 000 Euro. Der laufende Haushalt der Kirchengemeinde gibt diese Investition jedoch nicht her. Darum sammelt das Projektteam nun Spenden für den Bau des barrierefreien Zugangs.

Der Freundeskreis zur Förderung der Evangelischen Kirche habe bereits mit einer „sehr großzügigen Spende“ den Grundstock für das Vorhaben gelegt, berichtet Kremser, „ohne den Freundeskreis hätten wir keine Chance gehabt“. Auch Einzelspenden von Privatleuten habe es bereits viele gegeben, „manche von bis zu 2000 Euro – da merkt man, dass der Bedarf wirklich da ist“. Rewe-Center habe ebenfalls 1000 Euro beigesteuert.

Spendenkonto

Spenden für das Projekt können auf das Konto mit der IBAN: DE45 5065 2124 0033 1133 66, Verwendungszweck: „Barrierefreier Zugang“, eingezahlt werden.

Nun wartet die Projektgruppe noch auf eine Zusage für Mittel von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. „Damit hätten wir dann 75 Prozent der Summe zusammen“, betont Kremser, der überzeugt ist: „Der barrierefreie Zugang wird kommen.“ Läuft alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten Mitte September beginnen. Pünktlich zur Elschbächer Kerb – falls es in diesem Jahr denn eine geben sollte.

Von Manuel Schubert

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare