Rad-pumpen und bolzen

Fahrplan zum Bau des Jugendareals steht

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Die Büsche und Sträucher sind verschwunden, abgesehen davon sieht es noch wüst aus auf dem künftigen Pumptrack-Areal. Anfang Mai sollen die Erdarbeiten starten.

Egelsbach - Das Ergebnis ist klar definiert, von der Jugend gewünscht  und von der Politik kurz vor Ostern im Grundsatz beauftragt worden: Im Sommer soll Egelsbach um eine sogenannte PumptrackAnlage inklusive Bolzplatz reicher sein. Sogar der Einweihungstermin ist schon festgelegt worden: Samstag, 18. August. Von Holger Borchard

Ein Pumptrack? Was war das gleich noch mal? Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Radstrecke (englisch: track), auf der die Fahrer, ohne zu treten, allein durch Hochdrücken (pumping) des Körpers am Rad Geschwindigkeit aufbauen. Die Egelsbacher Variante soll auf dem freien Bauhofgelände in der Verlängerung vom Rathaus zur Kreisstraße 168 entstehen und ebenfalls für Skateboards, Mini-Roller und Inline-Skates befahrbar sein.

Die Projektidee fußt auf einer Anfrage der Pumptrack-Initiative Egelsbach-Langen-Dreieich vom Sommer 2017. Als Ausführende steht die „Shapetastic Crew“ aus Darmstadt Gewehr bei Fuß – drei fahrradbegeisterte Studenten, die derartige Tracks zum Beispiel in Darmstadt-Kranichstein und Groß-Umstadt gebaut haben und dies in Egelsbach im Rahmen eines Jugendprojekts ebenso tun würden.

Wie das Gelände inklusive Bolzplatz später aussehen soll, veranschaulicht der zugehörige Plan.

Nachdem das Vorhaben bei der Egelsbacher Jugendversammlung Ende Februar weit oben auf der Wunschliste gelandet war, genießt es auch bei den Gemeindevertretern Priorität. Den Grundsatzbeschluss haben die Parlamentarier kurz vor Ostern einstimmig gefasst und dabei gleich festgelegt, wo das Geld dafür im kommunalen Budget nicht entnommen wird. Hintergrund: So einig sich alle Fraktionen über das Spielgelände an sich sind, so sehr pochen die Grünen darauf, dass die zum Bau nötigen Gelder nicht aus dem allgemeinen Budget für die Spielplatz-Unterhaltung abgezwackt werden. Diesem Wunsch wird laut dem jüngsten Beschluss entsprochen.

„Der Wunsch nach einem Pumptrack ist im Jugendforum mehr als deutlich artikuliert worden“, brachte SPD-Fraktionschef Daniel Görich die im Ortsparlament vorherrschende Meinung auf den Punkt. „Wir verfügen über eine ideale Fläche, haben eine Initiative, die das Ganze umsetzt, die Voraussetzungen sind also günstig. Sie sollten genutzt werden, um einen echten Mehrwert für die Egelsbacher Jugend zu schaffen.“

Bis jener Realität ist, wartet drinnen wie draußen noch allerhand Arbeit. Will sagen: Drinnen müssen Verwaltung und Gemeindevorstand von der Planung bis zur Finanzierung alle zugehörigen Vorlagen erarbeiten, die die Gemeindevertretung sodann befürworten muss. „Das geht schon mit der nächsten Sitzungsrunde weiter; im Bauausschuss am Dienstag, 24. April, kommen die nächsten Vorlagen“, kündigt Bürgermeister Jürgen Sieling an.

Bilder: Egelsbacher feiern auf der Kerb

Draußen heißt: Wo leichte und mittlere Baufahrzeuge vor Ostern schon mal Gestrüpp und Brombeerhecken gerodet haben, sind als nächstes die vorbereitenden Erdbewegungen fällig. Diese sollen Anfang Mai beginnen. Losgehen kann es freilich erst, nachdem die Untere Naturschutzbehörde des Kreises dafür grünes Licht gegeben hat. „Das wiederum setzt eine Begehung vor Ort voraus, bei der noch einmal Flora und Fauna unter die Lupe genommen werden – auf dass keiner bedrohten Art der Lebensraum genommen wird“, merkt Jürgen Sieling an. Dieser Lokaltermin werde im Laufe des Aprils über die Bühne gehen.

Für Anfang Juli, rund um den „Aktionstag“ 8. Juli, ist dann der Bau der Pumptrack-Anlage geplant. Elementar ist hierbei für alle Seiten die Beteiligung der Jugendlichen. Sie sollen und wollen mitanpacken an dem, was „ihre“ Anlage werden soll. Die Beteiligung freiwilliger jugendlicher Helfer aus Egelsbach ist fest abgesprochen und wird über den Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main koordiniert. „Während auf diese Weise der Pumptrack entsteht, wird die Gemeinde für die Einrichtung des Bolzplatzes sorgen. „Das reduziert sich vordergründig auf die Herstellung der Spielfläche samt Aufstellung zweier Tore und gegebenenfalls eines Stück Zauns, kann aber wegen einer fälligen Drainage für die Entwässerung durchaus aufwendiger werden“, merkt der Bürgermeister an.

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