Fest auf dem Flugplatz

Das Gefühl von Freiheit genießen

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Der Traum vom Fliegen fasziniert schon die Jüngsten. Und in so einem Cockpit zu sitzen, ist schon ein ziemlich starkes Gefühl.  

Egelsbach -  Am Sonntag begrüßte der Verein für Luftfahrt (FVL) unter dem Motto „Open Sky – Fliegen zum Anfassen” zahlreiche Besucher zu seinem Tag der offenen Tür auf dem Egelsbacher Flugplatz. Von Timo Kurth 

Losfliegen, sich frei fühlen, den Alltag und die Sorgen vergessen. Was klingt wie ein naiver Traum, ist für die Piloten des FVL wunderbare Wirklichkeit. Der Hangar ist nicht wiederzuerkennen: Wo sonst Flugzeuge geparkt sind, stehen Bierbänke, Leinwände und Infostände. Der FVL, er ist einer von mehreren Vereinen, die am Egelsbacher Mini-Airport ihren Sitz haben, hat etliche Programmpunkte auf die Agenda gesetzt: Neben Flugsimulatoren, an denen sich auch Kinder als Piloten versuchen dürfen, erklären Fluglehrer des Vereins vor Bildschirmen die Apparate und Anzeigen aus dem Cockpit eines Kleinflugzeugs und geben ihre Erfahrungen an die zahlreichen Besucher weiter.

Auch Flugschüler in der Ausbildung werden zum Mikrofon gebeten, um ihre Eindrücke mit dem Publikum zu teilen. „Das Fliegen in einem Verein zu erlernen ist viel interessanter als in kommerziellen Flugschulen“, meint Robin Dölp. Der Flugschüler ist im März mit seinem Fluglehrer nach Korsika geflogen. „Hier kann man viele Kontakte knüpfen, das ist alles sehr persönlich.“

Traum vom Abheben geht ins Geld

„Wenn ich am Wochenende nach Sylt fliegen möchte, kann ich mir noch heute ein Flugzeug unseres Vereins chartern und morgen losfliegen”, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins, Rudy C. Meidl, bei einem der Vorträge – und sorgt damit bei vielen Zuhörern für ein kleines bisschen Neid. Das muss aber nicht dauerhaft so bleiben. „Grundsätzlich kann jeder Mensch den Flugschein machen. Hauptsache, man ist fit und mindestens 16 Jahre alt“, berichtet Meidl. Beim sogenannten „Medical“ bescheinigt ein hierfür zugelassener Arzt die Flugtauglichkeit. Der Traum vom Abheben geht allerdings ins Geld. Für den Erwerb des Flugscheins muss man mit zirka acht- bis zehntausend Euro kalkulieren.

Wer an den technischen Aspekten der Fliegerei interessiert ist, kommt ebenfalls nicht zu kurz. Parallel zu Vorträgen und Erfahrungsberichten führen Mitglieder die Besucher durch die Werft und zeigen, wie aufwendig und sorgfältig Flugzeuge gewartet werden müssen.

Erlös von Tombola an „Black Knights“

Bei der Tombola gibt es sowohl kleine als auch große Preise zu gewinnen. „Der Hauptpreis ist ein Rundflug mit unserem Doppeldecker Boeing Stearman“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Angelika Sonnenschein. Den Erlös der Tombola spendet der FVL an das Elektro-Rollstuhl-Hockeyteam „Black Knights“ aus Dreieich.

Highlight des Tages sind die Rund- und Schnupperflüge. Jedem Besucher, der sich anmeldet, wird ein unvergesslicher Ausblick über die Rhein-Main-Region geboten. „Wir hatten vorher Angst, dass wir wegen schlechten Wetters und schlechter Sicht einige Flüge ausfallen lassen müssen“, erzählt Angelika Sonnenschein. Die Befürchtungen bestätigen sich glücklicherweise nur in Teilen. Das Wetter hält bis zum späten Nachmittag überraschend gut und so kann eine Vielzahl von Mitfliegern das Gebiet rund um den Flugplatz von oben bestaunen.

„Open Sky“ in Egelsbach

Open Sky: Fliegen zum Anfassen

Der Tag der offenen Tür wird ausschließlich von Mitgliedern organisiert und betreut. „Wir verdienen heute kein Geld. Alle Mitglieder sind ehrenamtlich hier und möchten für ihren Verein werben. Den Kostenbeitrag von 45 Euro für die Rund- und Schnupperflüge müssen wir wegen der immens hohen Unterhaltskosten für die Flugzeuge verlangen“, erklärt Sonnenschein. Die Werbung ist dem Verein geglückt. Die Schlange vor den Anmeldeständen für Rundflüge ist bis zum Ende der Veranstaltung sehr lang.

Fest auf dem Flugplatz Egelsbach

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