Wieder mehr Betrieb am Flugplatz

+
Gut belegt waren 2011 die Flugplatzhallen. HFG-Chef Weegen freut sich über mehr Passagiere im Allgemeinen und Geschäftsreisende im Besonderen.

Egelsbach - Die Zahl der Flugbewegungen am Egelsbacher Flugplatz ist in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen. Wie die Hessische Flugplatz GmbH (HFG) mitteilt, verzeichnete sie 2011 knapp 72 000 Starts und Landungen – ein Plus von neun Prozent gegenüber 2010. Von Holger Borchard

„Das abgelaufene Jahr war ein gutes für die Hessische Flugplatz GmbH“, freut sich Geschäftsführer Siegmar Weegen. „Wir konnten eine hohe Auslastung unserer Büros und Hallenplätze verzeichnen, unsere Mitarbeiterzahl ist stabil geblieben und wir stellen Wachstum in mehreren Bereichen fest.“ So spiegele sich das gestiegene Gesamtaufkommen positiv bei den Passagierzahlen und im Bereich der Geschäftsflüge wider: „Das Passagieraufkommen am Flugplatz ist um 16 Prozent gestiegen und im Bereich Business Aviation verzeichnen wir einen Zuwachs von zwölf Prozent“, teilt Weegen mit. In diesem Segment habe man während der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt eine Rekordwoche verzeichnet.

Wie sich die für die HFG erfreulichen Zahlen auf das Geschäftsergebnis auswirken, vermag das Unternehmen derzeit noch nicht mitzuteilen: „Die Ergebnisse liegen noch nicht vor – aber zeigen Sie mir ein deutsches Unternehmen mit Bilanzende 31. Dezember, das in der zweiten Januarwoche die Zahlen auf dem Tisch hat“, sagt HFG-Pressesprecherin Nina Lamprecht. „Diese Daten werden wir im Zuge der nächsten Gesellschafterversammlung im März vorlegen.“

Optimistisch gibt man sich bei der Hessischen Flugplatz GmbH auch in Bezug auf die Pläne zur Einführung eines instrumentengestützten Anflugsystems (IFR-Verfahren): „Wir haben 2011 gute Fortschritte gemacht“, erklärt Siegmar Weegen, freilich ohne diese Aussage zu konkretisieren.

„Gespräche aller Beteiligten“

Auf der Internetseite des Flugplatzes  heißt es dazu: „Bezüglich des Antrags auf IFR-Vorprüfung ist vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt eine Antwort eingegangen. Das RP wies darauf hin, dass zu diesem Zeitpunkt weitere und umfangreichere Simulationen und Studien notwendig sind, und empfiehlt der HFG, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in die IFR-Überlegungen mit einzubeziehen. Die HFG wird sich alsbald um einen entsprechenden Termin kümmern.“

„Als nächste Etappe stehen in der Tat Gespräche aller Beteiligten an“, bestätigte RP-Sprecher Dieter Ohl gestern auf Anfrage der Redaktion. „Allerdings gibt es noch keine Termine – wir warten diesbezüglich auf eine Reaktion der Hessischen Flugplatz GmbH.“

Abwarten lautet in Sachen IFR/Flugplatz-Ausbau derzeit auch die Devise in der Egelsbacher Gemeindevertretung. In der letzten Sitzungsrunde 2011 hatte Beigeordnete Irmgard Bettermann aus der Gesellschafterversammlung berichtet und die Parlamentarier auf den aktuellen Stand gebracht. Dabei war Bettermann noch einmal näher auf das Antwortschreiben des Regierungspräsidiums zur IFR-Voranfrage der HFG eingegangen, das sie auf folgende Kernaussagen reduzierte: IFR am Flugplatz ist grundsätzlich (technisch) möglich. Sehr wahrscheinlich würde das aber die Kapazitäten am Flughafen Frankfurt einschränken. Wie sehr, soll vorab eine Simulation aufzeigen, die die Deutsche Flugsicherung durchführen könnte.

„Vereinbart ist, dass das RP Darmstadt in nächster Zeit ein Gespräch der Flugplatz GmbH mit dem Landesverkehrsministerium, der Deutschen Flugsicherung und der Fraport AG koordinieren wird“, so Bettermann.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare