Schuhbeck’s Check Inn: Erfahrung ist das A und O

Wiedereröffnung von Flugplatz-Restaurant in Aussicht

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Leer- und Stillstand in exponierter Lage: Mit null Aussicht auf Speis und Trank müssen Besucher und nicht zuletzt der Betreiber des Egelsbacher Flugplatzes seit dem Sommer leben. Immerhin stellt die Amola GmbH als Eigentümer der Immobilie nun für das Frühjahr die Wiederöffnung mit neuem Betreiber in Aussicht.  

Egelsbach - Gähnende Leere statt Gaumenfreuden: Seit einem halben Jahr ist im Flugplatz-Restaurant Schuhbeck’s Check Inn tote Hose. Der vormalige Betreiber insolvent, der Laden dicht, ansonsten herrscht Funkstille. Von Holger Borchard 

Wie geht’s weiter? Der Eigentümer macht Hoffnung: Im Frühjahr soll wieder Gastronomie Einzug in die exponierte Immobilie halten. Eine Nachricht, die nicht zuletzt die Flugplatz-Betreiber frohgemut stimmt. „Geschlossen!“ verkündet der Aushang an der Eingangstür des Flugplatz-Restaurants. Die Ursache steht rechts daneben zu lesen – die Insolvenzmitteilung der mit dem Verfahren betrauten Frankfurter Anwaltskanzlei Hoge Gutsche Walter (HGW). So präsentiert sich das Check Inn seit Juli. Pünktlich zur Sommersaison war der Laden dicht, in der Winter- und Weihnachtssaison spielte Erlebnisgastronomie am Flugplatz ebenfalls keine Geige. Nicht gerade das, was man sich nebenan in der Geschäftsleitung der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG) vorstellt. „Wir bedauern es sehr, dass das Check Inn geschlossen ist“, sagt HFG-Sprecherin Nina Lamprecht, „Gastronomie vor Ort gehört einfach zu einem Flugplatz dazu.“

Vor neun Monaten, im April 2015, war am Amtsgericht Offenbach das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuhbeck’s Check Inn Verwaltungs-GmbH eröffnet, und somit die zweite gastronomische Bruchlandung binnen vier Jahren besiegelt worden. Der nach der ersten Pleite 2012 mit seiner Schuhbeck’s Check Inn (SCI) Verwaltungs-GmbH und dem Vorsatz „den Namen Schuhbeck wieder aufzupolieren“ angetretene Dr. Wolfgang Jäger hatte das Restaurant mit mehr als 300 Plätzen, Tagungsräumen, Biergarten und eigener Brauerei ebenfalls finanziell vor die Wand gefahren.

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Bald locken wieder Gaumenfreuden auf den Flugplatz.

Der zum Insolvenzverwalter bestellte HGW-Anwalt Markus Walter ist bis heute mit den Aufräumarbeiten rund um die SCI-Bruchlandung befasst. Die Zukunft des Gebäudes am Flugplatz ist dabei allerdings außen vor. „Mit dem hat unsere Kanzlei schon seit dem Sommer nichts mehr zu tun“, betont Walter. Nachdem sich die anfänglichen Hoffnungen auf Weiterführung des Betriebs zerschlagen hätten, „haben wir den Mietvertrag gekündigt, Ende Juni den Schlüssel im Schloss herumgedreht und dem Vermieter zurückgegeben“.

Somit liegt der Ball seit gut sechs Monaten wieder im Spielfeld des in Darmstadt-Griesheim ansässigen FinanzberatungsunternehmensAmola GmbH, der die Immobilie gehört. „Wir waren und sind mit der Nachfolgersuche befasst“, sagt Amola-Geschäftsführer Andreas Bluck. Dass die in den zurückliegenden sechs Monaten wenig zielführend gewesen ist, verhehlt Bluck nicht. Jedoch gibt er zu bedenken: „Einen Pächter für ein derartiges Objekt findet man prinzipiell nicht von heute auf morgen.“ Die Kandidaten, die in den vergangenen Monaten Interesse bekundet hätten, habe das Amola-Management nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, verrät Bluck. Der Betreiber des Restaurants am größten Verkehrslandeplatz der Bundesrepublik müsse „solvent sein sowie enorme Expertise und Erfahrung mitbringen“, so Bluck – „das Wort ,erfahren’ dürfen Sie doppelt unterstreichen“.

Bilder: Notlandung auf einem Acker

Ausgehend von dieser Prämisse habe die Amola GmbH diverse Anfragen negativ beschieden. So etwa von „gastronomischen Einzelkämpfern“, die Häuser mit maximal 50 Plätzen führen und für die die Dimensionen am Flugplatz absolutes Neuland gewesen wären. „Das wollten wir nicht riskieren“, merkt Bluck an. Ferner habe unter anderem eine „große asiatische Koch-Küche“ Interesse angemeldet. Was immer das genau ist – „wir haben dazu gesagt, das ist nicht was uns am Flugplatz vorschwebt“, kommentiert Bluck.

Inzwischen sei man in den Verhandlungen ein gutes Stück vorangekommen: „Wir stehen in Gesprächen, die eine Wiedereröffnung des Flugplatz-Restaurants im Laufe des Frühjahrs realistisch erscheinen lassen“, sagt Bluck. „Wir sprechen sowohl mit solventen Mittelständlern als auch mit namhaften Hotelketten, die über sämtliche Ressourcen verfügen, die es einfach braucht, um einen Standort wie das Flugplatz-Restaurant mit all seinen Möglichkeiten auszureizen.“ Großen Wert legt Bluck in diesem Kontext auf die Feststellung: „Die Flugplatz-GmbH ist bei allen Absprachen mit im Boot.“

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