Flugzeugabsturz fordert fünf Todesopfer

Egelsbach (nb/dpa) - Nach dem Flugzeugabsturz mit mindestens vier Toten bei Egelsbach im Rhein-Main-Gebiet laufen die Ermittlungen zur Ursache noch immer auf Hochtouren. Bei dem Unglück sind alle fünf Insassen der Maschine ums Leben gekommen.

Nach dem Flugzeugabsturz mit mindestens vier Toten laufen die Untersuchungen zur Unglücksursache heute weiter. Gestern Abend war ein Business-Jet bei nebligem Wetter in ein Waldstück nahe des Flugplatzes gestürzt und in Flammen aufgegangen. Am Abend waren zunächst drei Leichen geborgen worden. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich wegen der Dunkelheit schwierig. Heute Morgen wurde dann ein weiterer Toter geborgen.

Unterdessen haben Helfer ein fünftes Todesopfer gefunden. Es wurden somit drei männliche und zwei weibliche Leichen geborgen. „Damit sind die wesentlichen Maßnahmen am Tatort für uns abgeschlossen“, sagte ein Sprecher der Polizei in Offenbach am späten Nachmittag. Darüber hinaus wurden der so genannte Cockpit-Voice-Recorder und der Flugdatenschreiber aufgefunden; die Geräte sind zur Auswertung durch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) bereits auf dem Weg nach Braunschweig. 

Das Flugzeug für Geschäftsreisende war im österreichischen Linz gestartet und gegen 19 Uhr wenige Kilometer vom Flugplatz Egelsbach entfernt verunglückt. Zunächst war unklar, ob es einen Zwischenstopp gegeben hatte und einer der Passagiere womöglich ausgestiegen war.

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Wieso der zweistrahlige Düsenjet beim Landeanflug auf den Regionalflughafen südlich von Frankfurt abstürzte, war zunächst unklar. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach hatte die Sichtweite rund acht Kilometer betragen. Es gab aber nach Darstellung der Polizei örtlich starke Nebelbänke.

Nach Angaben einer Flughafensprecherin hatte der Jet bei seinem Anflug auf Egelsbach bereits Funkkontakt mit dem Tower. „Er hat uns gesehen, wir haben ihn gesehen - es war zunächst alles in Ordnung“, sagte sie. „Der Pilot hat uns korrekt angeflogen.“

Das Flugzeug des US-amerikanischen Herstellers Cessna vom Typ „Citation X“ zählt nach Angaben des Flughafens mit einem Gewicht von 16 Tonnen zu den größten Flugzeugen, die den Regional-Airport anfliegen können. Dort dürfen Maschinen bis zu einem Gewicht von 20 Tonnen landen und starten. Der Flughafen wird grundsätzlich unter Sichtflug angesteuert. Er setzt vor allem auf Geschäftsreisende in kleineren Flugzeugen und Hubschraubern.

Im Januar war bereits ein Hubschrauber auf dem Egelsbacher Flugplatz verunglückt, die Pilotin wurde dabei glücklicherweise nur leicht verletzt. Anfang Dezember 2009 waren unweit der jetzigen Unfallstelle drei Geschäftsleute aus dem Raum Offenbach beim Absturz eines zweimotorigen Kleinflugzeugs ums Leben gekommen. Als Unglücksursache wurde damals ein Pilotenfehler ebenfalls im Nebel vermutet.

Im Juni 2010 starb beim Absturz eines Sportflugzeugs nahe des Flugplatzes ein 54 Jahre alter Passagier. Der 56 Jahre alte Pilot, der wegen eines Strömungsabrisses nach einem Steigflug die Kontrolle über die einmotorige Maschine verloren hatte, wurde schwer verletzt.

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Rubriklistenbild: © dapd

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