Insel für rostrote und ähnlich rare Gäste

Freibad Egelsbach: Förderverein initiiert Projekt zum Schutz der Wildbienen

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Wildbiene

Der Honigbiene wird in und um Egelsbach herum schon Gutes getan, nun rückt der Freibad-Förderverein die wilden Artgenossen in den Fokus: Noch in diesem Monat will der Verein im Bad eine größere beziehungsweise zwei kleinere Blühinseln für Wildbienen anlegen.

Egelsbach – „Dazu wird ein noch zu bestimmendes Stück am Rand der Liegewiese mit – aus Insektensicht – weniger wertvollen Büschen und Sträuchern gerodet und durch Pflanzen ersetzt, die speziell als wildbienenfreundlich bekannt sind“, teilt der Vorsitzende der Bad-Förderer, Matthias Schröder, mit. „Außerdem werden spezielle Nisthilfen angebracht und kleine Sandflächen angelegt. “.

Mit dem Engagement dreht der Förderverein ein kleines Rädchen innerhalb einer bundesweiten Bienenschutz-Kampagne: beebetter nennt sich die Initiative, die die Burda-Mediengruppe aufs Gleis gesetzt hat. Jene vertreibt unter anderem Europas größtes Gartenmagazin „Mein schöner Garten“ und erhofft sich von der Initiative einen “relevanten Beitrag“ gegen das Bienensterben. Von März bis August sind Privatleute, Vereine, Landwirte, Firmen und explizit Jugendliche aufgefordert, sich mit Projekten um die ausgelobten Preisgelder zu bewerben. Das schwebt auch den Bad-Förderern vor: „Wir wollen mit dem Projekt Freibad Egelsbach am Wettbewerb um die bee-Awards teilnehmen“, kündigt Matthias Schröder an.

Die ersten Schritte sind getan: „Wir haben eine Lavendelstrecke mit neun Pflanzen, vier blühende Bodendecker, vier kleine Cornel-Kirschen und Samen für rund 20 Quadratmeter Wildblumenbeet gekauft, außerdem zwei Bienenhäuser und zwei Nützlingswaben, je 25 Kilo Steine und Sand und 400 Liter Bio-Pflanzerde“, sagt Schröder. „Das sollte was werden.“

Unterstützung bekommt der Verein – und das ist schon die nächste erfreuliche Geschichte innerhalb dieser Geschichte – von der Schulbetreuung: Das beim Schulbasar aufgeführte Theaterstück „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ hat 350 Euro erlöst, die Kinder, Betreuer und Eltern komplett für das Wildbienenprojekt zur Verfügung stellen. „Das freut uns extrem, denn natürlich wollen wir den Gedanken des Wildbienenschutzes vielen Menschen näherbringen“, sagt Schröder. „Und wo lohnte sich Aufklärungsarbeit mehr als bei den Kleinen, die ihr Wissen dann wohl auch in die Familien tragen?“

Mit einem naturnahen Garten könne jeder seinen Teil zum Erhalt der Insektenvielfalt beitragen, so Schröder. „Darauf wollen wir auch mit einer Infotafel an den Blühinseln im Bad hinweisen und hoffen auf Nachahmer.“

Und warum ausgerechnet Wildbienen? Schröders klare Ansage: „In Sachen Biodiversität, also Vielfalt der Arten, kommt insbesondere den Wildbienen eine zentrale Rolle zu. Weil sie aber zum Teil ganz andere Nahrungsquellen bevorzugen als die Honigbienen, ist es wichtig, gezielt Pflanzen auszuwählen.“ Letztes Argument pro Wildbiene: „Die Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019. Sie fliegt schon im Februar und braucht jetzt Nahrung.“ Stichwort Nachhaltigkeit: „Wir planen, in den nächsten Jahren Stück für Stück weitere insektenfreundliche Pflanzen ins Bad zu integrieren“, blickt Schröder voraus.

Warum uns die Natur so gut tut

Wer jetzt erst mal beim Anlegen des Grundstocks helfen will, ist am Freitag, 8. März, 14.30 Uhr, im Bad willkommen. „Wir wollen umgraben – bitte Spaten mitbringen – und die Nisthilfen montieren“, kündigt Schröder an. „Gepflanzt wird Ende März.“ Mehr Infos zur Vereinsaktion und der beebetter-Kampagne gibt’s online. (hob)

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