Bilanz 2015 der Freiwilligen Feuerwehr Egelsbach

Reichlich Arbeit und leider auch ein Toter

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Ehrungen gab es bei der Freiwilligen Feuerwehr Egelsbach im Rahmen der Jahreshauptversammlung für (von links): Robin Varga, Dennis Dressendörfer (beide zehn Jahre aktiver Dienst) und Alfred Reinhardt (40 Jahre aktiver Dienst). Das Trio wurde von (weiter von links) Bürgermeister Jürgen Sieling, den stellvertretenden Gemeindebrandinspektoren Ulrich Schumann und Stefan Beck, Gemeindebrandinspektor Christian Klöppel sowie Kreisbrandmeister Dr. Frank Naujoks ausgezeichnet.

Egelsbach - 117 Einsätze stehen im Jahr 2015 für die Feuerwehr Egelsbach zu Buche – ein stattliches Plus von 47 Einsätzen gegenüber 2014. Von Holger Borchard 

Einmal mehr dominierten Hilfseinsätze – mit steigender Tendenz, wie Christian Klöppel in seinem ersten Rechenschaftsbericht als Gemeindebrandinspektor jüngst im Rahmen der Jahreshauptversammlung anmerkte. 30 Brandeinsätze, 70 Hilfeleistungen und 17 Fehlalarme sind für das vorige Jahr im Wachbuch der Freiwilligen Feuerwehr Egelsbach festgehalten. Zu Buche stehen 139 Stunden reine Einsatzzeit, die sich hochgerechnet auf das beteiligte Personal zu 1 322 Stunden summieren. „In 14 Fällen haben wir Menschen gerettet, für eine Person kam leider jede Hilfe zu spät“, bilanziert der Gemeindebrandinspektor.

Nach dem Ausscheiden von Peter Meißner als Kopf der Feuerwehr wurde die Führung auf drei Personen verteilt. Klöppel teilt sich seit vorigem Jahr die Administrative mit seinen Stellvertretern Ulrich Schumann und Stefan Beck. Dass anno 2015 wiederum die Hilfeleistungseinsätze dominierten, überrascht die Profis wenig. „Etliche Verkehrsunfälle, bei denen Betriebsstoffe aufgenommen werden mussten, und Türöffnungen für den Rettungsdienst haben großen Anteil an dieser Statistik“, berichtete Klöppel. „Aber auch die Menschenrettung über die Drehleiter wird immer häufiger durch die Feuerwehr geleistet – schlicht, weil immer mehr Menschen zu schwer für den Transport auf herkömmlichen Wegen sind.“

Den größten und aufwendigsten Einsatz des vergangenen Jahres brachte der 30. Juni, als ein Kleinflugzeug beim Start am Egelsbacher Flugplatz zunächst mit der Hochspannungsleitung der Bahntrasse und dann noch mit einem vorbeifahrenden Güterzug kollidierte. Der Pilot wurde schwer verletzt, seine Ehefrau verlor das Leben. „Der Einsatz zog sich bei hohen Temperaturen knapp zehn Stunden hin; bis zu 150 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen und Behörden waren beteiligt. Die Aufarbeitung hat uns ebenfalls intensiv beschäftigt“, erinnert Klöppel.

Bilder: Kleinflugzeug stürzt in Egelsbach ab

Ein neues Feld der Hilfeleistung beschäftigt die Wehr seit September – und bis heute. „Die Flüchtlingssituation bedeutet für uns eine neue logistische und personelle Herausforderung“, betont Klöppel. 2015 war die Feuerwehr exakt ein Dutzend Mal logistisch aktiv, so etwa bei der Errichtung dreier Erstaufnahme-/Überlaufeinrichtungen. „Dabei hat sich unser Logistikfahrzeug einmal mehr als unverzichtbar erwiesen“, resümiert der Gemeindebrandinspektor. Der 2015 neu angeschaffte Kühlanhänger leistete ebenso wertvolle Dienste, zum Beispiel bei der Lagerung von Impfstoffen. Von Unwettern blieb die Gemeinde 2015 glücklicherweise größtenteils verschont, nur vereinzelt mussten umgestürzte Bäume beseitigt oder vollgelaufene Keller leergepumpt werden. Umso mehr Zeit hatten die Brandschützer für die Ausbildung: In- und externer Unterricht summieren sich auf insgesamt 2250 Personalstunden.

Die Aktiven-Abteilung zählt aktuell 53 Männer und vier Frauen. „Dieses Jahr wird uns vor allem die Fortschreibung unseres Bedarfs- und Entwicklungsplans beschäftigen, der dank Peter Meißner solide vorgearbeitet ist“, so Klöppel. Auszeichnungen erhielt ein Trio im aktiven Dienst: Robin Varga und Dennis Dressendörfer (je zehn Jahre) sowie Alfred Reinhardt (40 Jahre) wurden geehrt.

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