Unterbringung von Flüchtlingsfamilien

Gemeinde auf Quartiersuche

Egelsbach - Die Gemeindeverwaltung ist derzeit wieder auf der Suche nach Wohnungen, die sich zur Unterbringung von Flüchtlingsfamilien anmieten lasen. Der Fokus liegt auf großen Wohnungen, der Markt ist freilich abgegrast. Von Holger Borchard 

Daher setzt man im Rathaus Hoffnungen auf einen Aufruf an Privatleute, die sich über gängige Mietportale nicht erreichen lassen. „Wir haben mit dieser Variante vor zwei Jahren, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle, schon einmal Erfolg gehabt“, sagt Manfred Kraus, zuständiger Amtsleiter im Rathaus. Mit „wir“ meint Kraus neben der Verwaltung die Christliche Flüchtlingshilfe Egelsbach-Erzhausen (CFEE) mit den Kirchengemeinden im Hintergrund. „Gemeinsam stellen wir eine gute Betreuung sicher. Aber als Gemeinde, die selbst keine Wohnungen zur Verfügung stellt, sind wir ebenso wie die Christliche Flüchtlingshilfe auf die Unterstützung von Privatleuten angewiesen, die Wohnraum vermieten können – und sei es nur für gewisse Zeiträume“, verdeutlicht Kraus.

Im Prinzip freue die Gemeinde sich über jede Offerte, unabhängig von der Zimmer- oder Quadratmeterzahl. „Im Moment stehen wir aber vor der Situation, dass in nächster Zeit bestehende Mietverträge auslaufen und wir dringend große Wohnungen oder Häuser für Familien in Größenordnungen von fünf bis acht Personen suchen“, sagt Kraus. Es sei ja nicht so, dass Gemeinde und CFEE im Gegenzug nichts zu bieten hätten. „Die Vereinbarungen laufen auf sichere Mieteinnahmen hinaus“, betont der Amtsleiter.

Die „Krux im System“ beschreibt Kraus wie folgt: „Wenn ich im Internet im Umkreis von 15 Kilometern um Egelsbach nach einer Wohnung ab 80 Quadratmetern aufwärts suche und dabei die nach Personenzahl amtlich vorgegebene sogenannte Bruttokaltmiete berücksichtige, erhalte ich sage und schreibe zwölf Treffer. Um die konkurrieren zig Bewerber – da ist der Markt für uns tot.“

Fluchterfahrungen von Prominenten und Künstlern

Kraus und seine Mitarbeiter erhoffen sich aktuell eine ähnliche Resonanz, wie schon mal vor gut zwei Jahren. „Damals hatten wir den gleichen Aufruf gestartet und waren erstaunt, dass sich Privatleute bei uns gemeldet haben, die wir nie auf den Schirm bekommen hätten – nicht zuletzt deshalb, weil diese nichts mit den gängigen Vermietungsportalen am Hut haben.“ In der Folge habe die Gemeinde mit diesen Privateigentümern flexible und für beide Seiten interessante Vertragsvereinbarungen treffen können.

Rathaus und CFEE betonen aktuell die Dringlichkeit ihrer Suche nach Unterkünften. „Wir bitten potenzielle Vermieter, sich direkt mit unserer zuständigen Mitarbeiterin Nadia Mazouz im Amt für soziale und öffentliche Einrichtungen in Verbindung zu setzen“, sagt Kraus. Kontakt per E-Mail: nadia.mazouz@egelsbach.de, per Telefon: 06103/405-121.

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion