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Gemeindevertretung in Egelsbach: Marcel Anthes (CDU) ist das jüngste Mitglied

Junger Brückenbauer: Marcel Anthes will zwischen Jugendparlament und Gemeindevertretung vermitteln.
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Junger Brückenbauer: Marcel Anthes will zwischen Jugendparlament und Gemeindevertretung vermitteln.

CDU-Nachrücker Marcel Anthes ist mit 19 Jahren das jüngste Mitglied der Egelsbacher Gemeindevertretung. Für die Zukunft hat er große Pläne.

Egelsbach – Zunächst hat es so ausgesehen, als sei Marcel Anthes ganz knapp an seinem Ziel, in die Gemeindevertretung gewählt zu werden, gescheitert. Doch auf Listenplatz sieben war er der erste Nachrücker der CDU und ist nach der Entsendung von Klaus Dieter Bergerhausen in den Gemeindevorstand nun doch Teil der CDU-Fraktion. Dort will er sich einbringen, auch wenn er mit seinen 19 Jahren der mit Abstand jüngste Gemeindevertreter ist. „Ich war zwar enttäuscht, als es nicht sofort geklappt hatte, aber bin optimistisch geblieben, dass ich als Nachrücker noch eine Chance habe. Ich freue mich, dass es so gekommen ist“, sagt Anthes.

Marcel Anthes ist in Egelsbach aufgewachsen, er war 2018 Kerbborsch und ist bei den Naturfreunden aktiv. Außerdem interessiert er sich für Politik – und zwar nicht nur für Bundespolitik. Seine Heimatgemeinde bezeichnet er als vielseitig, offen und wachsend, sieht aber auch Entwicklungspotenzial, etwa in der Infrastruktur – besonders für Menschen mit Behinderungen – und im Zusammenleben zwischen Jung und Alt. „Die Jungen müssen etwas für die Alten tun und umgekehrt. Ich möchte mich für die Wünsche beider Gruppen einsetzen.“

So sei er zu einer besonderen Position innerhalb seiner Fraktion gekommen: „Ich bin das Bindeglied zwischen Jugendparlament und Gemeindevertretung“, sagt Anthes. Er kenne einige Mitglieder aus der Vorbereitungsgruppe des Jugendparlaments und ihre Anliegen, sei als Teil der CDU-Fraktion aber auch mit deren Sichtweisen vertraut. Dadurch sieht er sich als Vermittler, um die Interessen beider Seiten besser umsetzen zu können. „Das Jugendparlament soll eine Stimme haben“, sagt Anthes.

Neben seiner vermittelnden Rolle hat er aber auch eigene Themen, die ihm wichtig sind. Neben dem Umweltschutz will er sich für eine barrierefreie Gemeinschaft einsetzen. Wirtschaftliche oder körperliche Einschränkungen sollen niemanden ausgrenzen. Dabei denkt er zum Beispiel an Zugang zu öffentlichen Orten auch für gehbehinderte Menschen.

Mit 16 Jahren hat er begonnen, regelmäßig Sitzungen der Gemeindevertretung zu besuchen. Während er den Diskussionen der Politiker folgte, ist er zu dem Entschluss gekommen, nicht mehr nur stiller Beobachter sein zu wollen, sondern selbst aktiv zu werden. Er ist Mitglied der CDU geworden und hat sich für die Kommunalwahl aufstellen lassen.

Für die CDU hat sich Anthes entschieden, weil sie für ihn eine gesellschafts- und bürgernahe Politik verkörpert. Sie sei eine leistungsstarke Partei, die in Egelsbach nicht immer gehört worden sei. Nun freut sich Anthes, dass neben ihm auch andere neue Gesichter in die Gemeindevertretung gekommen sind, die für Veränderung stünden. In der Konstellation der Gemeindevertretung sei man gut aufgestellt, um Projekte wie die Unterstützung von corona-gebeutelten Vereinen und Veranstaltungsorten voranzubringen.

Damit hat er sein großes Ziel aber noch nicht erreicht. Anthes, der eine Ausbildung zum Fleischer macht, möchte Berufspolitiker werden. Die Ausbildung habe er begonnen, um etwas in der Hand zu haben. Es steht für ihn außer Frage, sie nicht abzuschließen. Trotzdem will der 19-Jährige etwas riskieren, mutig sein und sich später voll auf die Politik fokussieren. „Die Entscheidung habe ich sehr überlegt getroffen. Ich weiß, dass da viel Arbeit auf mich zukommt, aber ich möchte etwas verändern.“ Doch zuerst steht für Anthes Egelsbach im Fokus. (Theresa Ricke)

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