„Glätte nicht bedacht“

Egelsbach ‐ Für die einen sind sie eine echte Winterfalle, andere sehen ein künstlich aufgebauschtes „Problem“. Die Rede ist von den Stolpersteinen, die an Opfer des Nazi-Terrors erinnern, sich bei Regen, Schnee und Eis aber als rutschig und damit nicht ungefährlich entpuppen. Von Holger Borchard

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Unser Artikel über das Malheur einer Seniorin, die auf Stolpersteinen in der Ernst-Ludwig-Straße ausgeglitten war, verbunden mit der Frage nach eventueller Haftung, hat beim Egelsbacher Stolpersteine-Arbeitskreis zu regen Diskussionen geführt. „Die Steine sind glatt geworden, Leute sind ausgerutscht – das hatten wir nicht bedacht“, räumt Pfarrer Martin Diehl ein.

Der Künstler Gunther Demnig, der die Stolpersteine in Egelsbach und mehr als 500 weiteren Städten verlegt hat, habe bei einem Telefonat „erschüttert“ reagiert, so Diehl. „Bei mehr als 20 000 verlegten Stolpersteinen in ganz Deutschland und mehreren Ländern Europas hatte er von diesem Problem noch nicht gehört“, berichtet der Pfarrer. „Demnig hat aber sofort angeboten, bei seinem nächsten Besuch in unserer Gegend die Stolpersteine noch mal etwas umzugruppieren, sodass zwischen den glatten Steinen größere und weniger rutschanfällige Pflaster-Zwischenräume entstehen.“ Aus juristischer Sicht habe der Arbeitskreis Entwarnung erhalten, eine Optimallösung zwischen Gedenken und Verkehrssicherheit könne er freilich nicht aus dem Hut zaubern, so Diehl. Daher gelte weiterhin: „Schnee und Eis räumen und Augen auf.“

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

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