„Glatten Schnitt“ gründlich geplant

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Nächste Woche sollen die Abrissarbeiten am Pfarrhaus von St. Josef starten. Läuft alles nach Plan, könnte der Neubau im Herbst bezugsreif und Pfarrer Tobias Geebs Zeit als „Grenzgänger“ zu Ende sein.

Egelsbach ‐ Ein gutes Stück länger als geplant hat’s gedauert, aber jetzt kommt der Stein ins Rollen. Genauer gesagt Bagger und Baufahrzeuge, denn nächsten Montag soll der Abriss des katholischen Pfarrhauses in der Mainstraße beginnen. Von Holger Borchard

Das alte, in Teilen vorneweg 80 Jahre alte Haus soll einem Neubau weichen. Grünes Licht vom Bistum Mainz und vom Pfarrgemeinderat gibt’s schon seit 2008, die Finanzierung steht ebenfalls: Den Löwenanteil der Gesamtkosten von zirka 630.000 Euro trägt das Bischöfliche Ordinariat, die Gemeinde wird rund 31.000 Euro beisteuern müssen.

Dass es am Montag losgeht, haben Architekten und Abrissunternehmen fix gemacht“, sagt Pfarrer Tobias Geeb. „Es wird nicht gleich abgerissen, aber die notwendigen Vorarbeiten sollen beginnen, sofern nicht Schnee in Massen dazwischen funkt.“ So zähflüssig der Vorlauf war, so ambitioniert ist der Zeitplan für die Ausführung. „Im Herbst soll das neue Pfarrhaus fertig gestellt sein“, so Geeb. „Trotzdem ist es gut zu wissen, dass ich auf unbegrenzte Zeit Wohnrecht in der Langener Liebfrauengemeinde habe.“ Bekanntlich ist Geeb seit Amtsantritt Ende August 2008 mangels Wohnung vor Ort zu „Grenzgängen“ gezwungen und damit –  wie eine Frau bei der Pfarrversammlung feststellte – „manchmal mehr Fahrer als Pfarrer“.

Triftige Gründe für Verzögerung

Die erhebliche Verzögerung hat freilich triftige Gründe, galt es doch, den speziellen Wohnverhältnissen in der Mainstraße Rechnung zu tragen. „Wir sprechen von der einen Hälfte eines Doppelhauses, die erneuert werden soll“, erinnert Geeb. „Der Nachbar auf der anderen Seite hat seine Hälfte schon vor drei Jahren mit viel Aufwand renoviert und erwartet zurecht, dass ihm keine Nachteile entstehen. Das haben wir bei mehreren Besuchen zugesichert.“

Vorgabe ist demnach ein „glatter Schnitt“. Den verantwortet planerisch das Architekten-Duo Lucas Kraft und Jürgen Gerecht aus Worms (Dependance in Neu-Isenburg). Daneben galt es, die Vorgaben der Gemeinde zu berücksichtigen: „Entstehen soll ein Haus mit zwei Trakten: der Wohnbereich des Pfarrers einerseits und daneben ein Arbeitsbereich, der Platz für Büro, Besprechungsraum und Archiv bietet“, so Geeb.

Bleibt nur noch die „Bauaufsicht“. Die freilich bereitet dem jungen Pfarrer am wenigsten Kopfzerbrechen, scheint doch eine treue Seele geradezu prädestiniert dafür: „Unsere Pfarrsekretärin Monika Kernbach hat im Büro schräg gegenüber einen Fensterplatz mit wunderbarer Aussicht. Ich glaube, wir können ihr guten Gewissens diesen Job überlassen“, erklärt Tobias Geeb schmunzelnd.

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