Harley-Fahrer und Katzen-Freund

+
Harald und Dagmar Eßer sind Katzen-Fans. Seit etwa sechs Wochen gehören „Emma“ und „Lilli“ zur Familie, die es sich in dem Reihenhaus in der Leipziger Straße behaglich eingerichtet hat.

Egelsbach - Wie man sich einen Easy Rider gemeinhin vorstellt, sieht er nun wirklich nicht aus. Mit Blick auf seine Motorrad-Vorliebe ist Harald Eßer eine Art Wolf im Schafpelz. Von Frank Mahn

Seit dem vergangenen Jahr hat der Bürgermeister-Kandidat der Grünen eine Harley Davidson in der Garage stehen. Und wenn er im Sommer damit über die Autobahn nach Darmstadt brettert, pardon gleitet, dann summt der 51-Jährige „Born to be wild“ vor sich hin. Gut, dass er als Servicemanager bei der Telekom keine Anzugpflicht hat. Käme ja auf einer Harley nicht gerade cool.

Hausbesuch bei Harald Eßer. Zwei gestreifte Stubentiger schleichen über die Fliesen des Wohnzimmers im Reihenhaus an der Leipziger Straße. „Lilli und Emma sind nach der Sterilisations-OP noch etwas wacklig auf den Beinen“, sagt Ehefrau Dagmar. Die Familie hat die beiden Katzen vor etwa sechs Wochen aus dem Tierheim in Rüsselsheim zu sich geholt, auch zur Freude der Söhne Jonas (14) und Henri (11).

Gemütlich ist es im Wohnzimmer

Gemütlich ist es im Wohnzimmer mit dem offenen Essbereich. Fliesen in Terracotta-Farben, die Wände in dezenten Grüntönen und Weiß, die hellen Möbel strahlen ebenfalls Wärme aus. Wie auch der Kaminofen, der nicht nur Staffage ist, sondern ziemlich häufig angeheizt wird. Die Solarmodule, mit denen Eßers 28 Quadratmeter ihres Dachs gepflastert haben, produzieren ebenfalls jede Menge Energie. „Die Anlage schreibt schwarze Zahlen“, sagt Eßer, der im Fall seiner Wahl natürlich den Bau von Photovoltaikanlagen in der Gemeinde fördern will.

Die Eßers verschlug es vor mehr als 20 Jahren ins Rhein-Main-Gebiet, beide stammen aus dem Rheinland. Der gebürtige Kölner und die gebürtige Brühlerin hatten sich an der Uni in Köln kennengelernt, später führte der Beruf sie nach Frankfurt. Das Paar wohnte fünf Jahre in Neu-Isenburg, ehe der Umzug nach Egelsbach erfolgte. In die Ostendstraße. „Direkt in die Nachbarschaft von Rudi Moritz“, sagt Eßer und grinst süffisant. Jetzt bewirbt sich der 51-Jährige um dessen Amt im Rathaus.

Eßer kam eher zufällig zur Politik

Das war damals nicht zu ahnen. Eßer kam eher zufällig zur Politik – aber sie ließ ihn nicht mehr los. „Schreibt mich zur Not auf die Liste“, sagte er den Grünen damals und prompt wurde er ins Gemeindeparlament gewählt. Es dauert nicht lange, da war Eßer Fraktionsvorsitzender. Und ist es bis heute.

An Egelsbach mag er unter anderem, dass es überschaubar ist. „Wenn man hier merkt, dass es klemmt, kann man versuchen, etwas zu ändern. Und man sieht das Ergebnis.“ Eßer erinnert sich nur zu gut an einen Vorfall, als er mit dem Kinderwagen unterwegs war und ein Auto beim Rangieren über den Bürgersteig fuhr. Das darf so nicht passieren, dachte sich der Grüne und ergriff die Initiative. Ein paar Wochen später wurden dort Poller installiert.

Egelsbach ist mit Kindern ideal

Dagmar Eßer gefällt das „schöne Miteinander im Ort“. Egelsbach sei mit Kindern ideal, das Schwimmbad für die Kinder beispielsweise gerade um die Ecke. Gerne gehen die Eßers in die Kulturscheune in der Ernst-Ludwig-Straße – hauptsächlich wegen des Programms, aber nicht nur. Bei Heckenwirt Rüdiger Luchmann wird gerne über den Flugplatz diskutiert. Gegner des Ausbaus, Eßer steht in der ersten Reihe, petzen im Schatten des Walnussbaums regelmäßig ihren Schoppen. Heute Abend feiert der Chianti-Liebhaber dort eine Wahlkampfparty, um sich bei den Helfern zu bedanken. Ehrengast ist kein geringerer als Tarek Al-Wazir, Vorsitzende der hessischen Grünen und Fraktionsvorsitzender im Landtag.

Die Politik spielt in Eßers Leben eine wichtige Rolle, an erster Stelle steht freilich die Familie. Zu den Hobbys zählt neben dem Motorradfahren das Reisen. Der Mann liest viel, allerdings lieber Zeitungen und Magazine als Bücher. Aktuell weicht der Apple-Fan von dieser Regel ab, verschlingt die Biografie von Steve Jobs. Und gäbe es ein Auto von Apple, Eßer würde es fahren. Sein Smart passt aber auch zu ihm.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare