Bei Denglers sind Schwalben gern gesehen

Ein Herz für gefährdete Untermieter

Schwalbenfreundlich mit Auszeichnung: Nicole Dengler nahm die NABU-Plakette von Klaus Kreft entgegen.  (c)Fotos: p
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Schwalbenfreundlich mit Auszeichnung: Nicole Dengler nahm die NABU-Plakette von Klaus Kreft entgegen.

Egelsbach - Sie zählen zu den elegantesten Fliegern, haben ihren festen Platz in Literatur und Musik – und machen leider auch reichlich Dreck. Das hat dazu geführt, dass Schwalben nicht überall willkommen sind und zu den gefährdeten Vogelarten gehören. Von Holger Borchard

Der Naturschutzbund NABU fördert deshalb schon seit Langem schwalbenfreundliches Denken und Handeln. Alljährlich zeichnen die Naturschützer ein besonders schwalbenfreundliches Haus in Langen oder Egelsbach aus – eine Kür im Rahmen einer deutschlandweiten Aktion.

In diesem Jahr fiel die Wahl des NABU-Ortsverbands Langen-Egelsbach auf das Egelsbacher Landwirts-Ehepaar Nicole und Dietmar Dengler. Sie können nun die zur Auszeichnung gehörende und vom NABU-Kreisverband Offenbach gestiftete Ehrenplakette an ihrem Reitstall an der Darmstädter Landstraße 60 anbringen. „Diese Plakette symbolisiert langjähriges Engagement im Sinne des Schwalbenschutzes“, betonte der Vorsitzende des NABU Langen-Egelsbach, Klaus Kreft bei der Übergabe an die diesjährigen Preisträger. „Die Rauchschwalben sind bei den Denglers seit vielen Jahren gern gesehene Untermieter, weil sie die Ställe von Fliegen, Mücken und Bremsen freihalten“, unterstrich Kreft. An diesem Beispiel zeige sich sehr schön der Nutzen einer solchen „Wohngemeinschaft“, so der NABU-Mann.

Dass Schwalbenkot Wände, Fenster und Boden verschmutzt, ist eine Wahrheit, die der NABU nicht bestreitet, aber: „Abhilfe ist leicht möglich“, weiß Vereinsmitglied Rudolf Lehmann. „Kotbretter fangen die Ausscheidungen der Vögel auf und können leicht angebracht werden.“ Auch auf diesem Gebiet habe der Naturschutzbund dank „aufgeschlossener Hauseigentümer“ in den vergangenen Jahren in Langen und Egelsbach einige Fortschritte bewirkt, weiß Lehmann zu berichten.

Aktion „Tierischer Sommer“: Bilder unserer Leser

Aktion „Tierischer Sommer“: Bilder unserer Leser (Teil 1)

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Die munteren Flieger begeistern immer wieder, wenn sie die weite Reise aus den Winterquartieren in Afrika glücklich überstanden haben und im Frühjahr mit lautem Gezwitscher ihre Rückkehr verkünden – so auch regelmäßig in den Stallungen von Nicole und Dietmar Dengler. „Dieses Jahr haben hier zehn Rauchschwalben-Brutpaare in ihren halbschalenförmigen Naturnestern mit Erfolg gebrütet“, erzählt Nicole Dengler. „Und das ist für diese Stallungen die höchste seit 2009 ermittelte Zahl“, merkt Klaus Kreft an. „Ein Schwalbenpaar zieht sogar augenblicklich die Jungen der dritten Brut auf.“

Besonders erfreulich: Der NABU hat dieses Jahr in den Egelsbacher Pferdestallungen wieder eine hohe Zahl von 81 Rauchschwalben-Brutpaaren (2013: 85 Brutpaare) gezählt. „Leider ist in der Langener Gemarkung seit 2011 ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen“, so Lehmann. „In diesem Jahr wurden nur noch 27 Brutpaare gezählt, 2011 waren es noch 50.“

Weitere Infos bei Klaus Kreft, 06103/42880, E-Mail: k.kreft@nabu-langen.de oder Rudolf Lehmann, 06103/43380, E-Mail: rudolf@xlehmann.de

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