CDU setzt sofortige Brandschutzmaßnahmen durch

Dr.-Horst-Schmidt-Halle: „Hier ist Gefahr im Verzug“

Ein schwerer Fall: Wird die Dr.-Horst-Schmidt-Halle saniert oder abgerissen und neu gebaut?
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Ein schwerer Fall: Wird die Dr.-Horst-Schmidt-Halle saniert oder abgerissen und neu gebaut?

Eigentlich soll die Gemeindevertretung bei ihrer jüngsten Sitzung im Bürgerhaus eine Entscheidung über die Zukunft treffen. Doch manchmal sind die Probleme der Gegenwart drängender: so auch bei der Dr.-Horst-Schmidt-Halle (DHSH). Die CDU-Fraktion setzt durch, dass die Entscheidung über die energetische Sanierung der 1975 errichteten Sporthalle vertagt wird, das Thema Brandschutz aber sofort angegangen wird.

Egelsbach –„Hier ist Gefahr im Verzug“, appelliert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Tobias Friedberger. Ein entsprechender Änderungsantrag seiner Partei wird einstimmig beschlossen. Zur Vorgeschichte gehört, dass der Gemeindevorstand vor ziemlich genau zwei Jahren das Frankfurter Baudienstleistungs- und Sachverständigenbüro Arch-Energy beauftragt hat, eine Schwachstellenanalyse und Machbarkeitsstudie zur energetischen Sanierung der DHSH anzufertigen. Diese liegt schon seit Längerem vor, nun bringt der Gemeindevorstand eine Beschlussvorlage ins Ortsparlament ein, um die nächsten Schritte festzulegen.

In der 51 Seiten dicken Studie werden verschiedene Sanierungsmöglichkeiten vorgestellt. Der Gemeindevorstand spricht sich für die „Variante 10“ aus, die eine energetische Vollsanierung der Halle vorsieht. Hierzu gehören unter anderem eine neue Dämmung der Fassade, eine Erneuerung der Fenster und Außentüren, die Installation einer neuen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Umrüstung auf LED-Lampen. Als Gesamtkosten veranschlagt Arch-Energy rund 1,5 Millionen Euro. Die Gemeindevertretung soll dem Gemeindevorstand nun das Okay geben, diese Variante weiterzuverfolgen und gemeinsam mit der SG Egelsbach als Hauptnutzerin und Pächterin eine entsprechende Umsetzungsplanung zu entwickeln.

Arbeitskreis zweifelt, ob Sanierung der Egelsbacher Halle noch lohnt

Über diese Vorlage des Gemeindevorstands sollte eigentlich schon vor Monaten abgestimmt werden. Da sich das Thema jedoch als komplex erwies, wurde ein „Arbeitskreis Sportstätten“ ins Leben gerufen und das Votum aufgeschoben. Und in dieser Gruppe, die sich auch mit dem möglichen Neubau einer Halle auf der Sportanlage Am Berliner Platz beschäftigt, gibt es offenbar Bedenken, ob sich die Sanierung der in die Jahre gekommenen DHSH überhaupt noch lohnt. Der Arbeitskreis habe den Erhalt der Schmidt-Halle noch nicht abschließend diskutiert und bewertet, berichtet Christdemokrat Friedberger aus den Gesprächen. „Tatsächlich gibt es derzeit mehr Zuspruch hinsichtlich der Überlegung, die Dr.-Horst-Schmidt-Halle durch eine gänzlich neu gebaute Sportstätte zu ersetzen.“

Deswegen plädiert die CDU dafür, die energetische Sanierung aufzuschieben, bis alle offenen Fragen geklärt sind. Die Gemeinde habe nämlich auch noch nicht abschließend darlegen können, ob für den Erhalt der DHSH langfristig weitere Sanierungsmaßnahmen anfallen, so Friedberger. „Bevor diese Diskussion nicht abgeschlossen ist, halten wir es nicht für zielführend, weiter Fakten zu schaffen, die nicht absehbare Belastungen für den Haushalt erzeugen.“

CDU Egelsbach befürchtet, dass Brandschutzmängel die Nutzbarkeit gefährden

Beim Thema Brandschutz sieht die CDU das anders. Vor allem eine aktuelle Stellungnahme des Fachdienstes Bauen und Umwelt bereitet den Christdemokraten Kopfzerbrechen: „Ohne Beseitigung diverser grundlegender und sicherheitsrelevanter Mängel im technischen und baulichen Brandschutz, wie zum Beispiel die Erneuerung von Brandschutztüren und Sicherheitsbeleuchtung, ist ein weiterer, sicherer Betrieb nicht mehr zu gewährleisten“, heißt es darin. „Es herrscht also dringend Handlungsbedarf, sonst droht in absehbarer Zeit die Schließung der Halle aus Gründen des Brandschutzes.“ Auch in der Schwachstellenanalyse und Machbarkeitsstudie werden mehrere Maßnahmen zum Brandschutz vorgeschlagen: unter anderem eine neue Sicherheitsbeleuchtung für 45 000 Euro sowie neue Brandschutztüren für 70 000 Euro.

Friedberger kritisiert, dass die Themen Brandschutz und energetische Sanierung vom Gemeindevorstand miteinander verquickt wurden. Der Brandschutz sei ein „drängendes Problem“, das man zur Sicherheit der Hallennutzer umgehend angehen müsse. Der eindringliche Appell fruchtet: Bei der anschließenden Abstimmung gehen ausnahmslos alle Hände für den Änderungsantrag der CDU nach oben. So ergeht der Auftrag an den Gemeindevorstand, mit der Planung für die Brandschutzsanierung zu beginnen. Dabei solle das Gremium auf Wirtschaftlichkeit, Zukunftsorientierung und eine minimale Schließung der Halle Rücksicht nehmen – und die Ergebnisse dem Parlament vorlegen.

Von Manuel Schubert

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