Fest auf dem Birkenhof

Kurzurlaub auf dem Bauernhof

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Hoch auf dem grünen Wagen: Die Rundfahrten auf dem Traktor-Anhänger standen besonders hoch im Kurs.

Egelsbach - Das nennt man wohl Schwein gehabt. Weitgehend sonniges Wetter und ein vielfältiges Angebot haben dem Birkenhof am Wochenende ein volles Haus beschert. Mit dem Hoffest wurde offiziell auch die Erdbeersaison eröffnet. Von David Heisig 

Über „Superwetter“ freut sich Annika Eckert. Beim elften Hoffest ihrer Eltern stimmt so ziemlich alles. Nach den verregneten Vorjahren wird heuer zum ersten Mal an zwei Tagen gefeiert. Hinter die Kulissen schauen, auf Traktoren klettern oder Erdbeeren pflücken. Nicht nur Kinderherzen schlagen da höher. Entstanden ist das Fest aus einem Projekt heraus. „Das hatte zum Ziel, den Menschen die Landwirtschaft wieder näher zu bringen“, erzählt Eckert. Über das Erleben soll das gehen. Kindern Tiere zeigen oder erklären, wo der Salat herkommt. Mal eine Karotte ernten oder an Schafwolle riechen, viele Menschen hätten so etwas noch nie gemacht, sagt Annika Eckert. Die Leute nehmen das Angebot an. Das Fest selbst hat sich zu einem Besuchermagneten entwickelt. Familie und Freunde der Eckerts, rund 80 Personen helfen dabei, dass alles rund läuft an den zwei Tagen.

Britta Schlemer aus Groß-Gerau ist mit ihren Kindern gekommen. Sie wollen Erdbeeren pflücken. Auf dem Feld wird an der mobilen Kasse bezahlt und dann selbst geerntet. „Ungespritzt und lecker“ seien die Früchte, erklärt sie. „Die Kinder sehen, wo das Essen herkommt und dass man sich auch anstrengen muss, bevor man naschen kann.“ Für Kinder gibt es aber nicht nur auf dem Feld was zu entdecken. Der Selbstversuch mit dem mitgebrachten Filius beweist: Vor allem die Traktoren kommen gut an. Ins Führerhaus steigen, an den Hebeln ziehen oder die Eggen bestaunen. Zudem können die Kinder über die Heuballen toben oder mit Gokarts über den Hof brausen.

Auch bei manchem Papi werden die Augen groß, wenn Bauer Arno Eckert mit seinem großen Volvo-Traktor durch die hohe Gerätehalle rollt. Hinten dran der Anhänger. Auf ihm können die Besucher Rundfahrten mit Cabrio-Feeling machen. Es geht raus auf die Felder: Was wird neben Weizen noch angebaut? Wo kommt der besondere Apfel für den Saft her? Oder warum gibt es überall Hochsitze? Vor allem die Kinder beweisen schon Detailwissen.

Fest auf dem Birkenhof

Fest auf dem Birkenhof

Auch ein Besuchermagnet: der transportable Hühnerwagen. Damit werden die Hühner in verschiedene Ecken des Hofs gefahren, bekommen so immer neues und anderes Grün zu fressen. Überall auf dem Areal ist in hohen Regalen Holz gelagert. „Sieht schön aus“, sagt Annika Eckert lachend. Der Holzhandel ist aber vor allem ein wachsendes Standbein der Familie. Allein von der Landwirtschaft könne man nicht leben, sagt die gelernte Ergotherapeutin. Sie macht Therapien mit Kindern und Erwachsenen mit den hofeigenen Pferden. Vor 30 Jahren fing die Familie mit Getreideanbau an. Dann kam der Hofladen hinzu. Dort gibt es allerlei Gemüse und exklusiv Rindfleisch aus eigener Zucht. Ein weiterer Betriebsbereich ist das Lohnunternehmen, das heißt, die Eckerts führen Arbeiten im Auftrag der Gemeinde aus. Und schließlich spielt auch der Lernbauernhof eine immer größere Rolle.

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