25 Jahre „Spaß uff de Gass“

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25 Jahre „Spaß uff de Gass“

Egelsbach - (hob) Nun ist es soweit: Der Große Kerbborsch wird ein Vierteljahrhundert alt. Eine prima Gelegenheit, allen zu erzählen, wie er einst das Licht der Welt erblickte …

1984. Die Planungen zur Kerb laufen auf vollen Touren – die Kerbborschen sind kräftig am Proben für ihr Programm am Kerbsamstag und man merkt, dass sich im Örtchen so langsam das Kerbfieber breit macht. Auf den Plakaten steht zu lesen, dass am Kerbsonntag ein Sketchwettbewerb ehemaliger Kerbborschen stattfinden soll. Mit der Idee hatte man den Kerbsonntag ’83 wiederbelebt. Und wie heißt es so schön? „Never change a winning team“.

Leider – heute heißt es zum Glück – fanden sich nicht genügend ehemalige Kerbborschen, um so einen Wettbewerb noch einmal zu veranstalten. Aber es gab eine gute Hand voll Ehemaliger, die durchaus Lust hatten, auf der Bühne zu stehen, und so lud man alle ehemaligen Kerbborschen zu einem Treffen ein. Und dieses kann man als Geburtsstunde der Elschbächer Kerbgemeinschaft und des „großen Kerbborsch“ bezeichnen. Erster Vorsitzender war Gerold Wurm (Kerbvadder 1983); das erste Programm zur Kerb 1984 hieß „Los Elschbach“ in Anlehnung an die Olympischen Spiele in Los Angeles.

Die frühen Vereinsjahre können mit Fug und Recht als wild bezeichnet werden. Von einem vielköpfigen Vorstand und eingespielten Abläufen an und um Kerb war man damals noch weit entfernt, konnte jedoch mehr selbst gestalten. So sind etliche Veranstaltungen, die heute bereits „Traditions“-Status haben, teilweise kaum älter als die Feiernden. Das seit jeher geltende Motto „Spaß uff de Gass“ wird freilich bis heute nicht bloß im September intensiv ausgelebt.

Hauch von Nostalgie

Von legendären Einrichtungen wie dem Schwarzmarkttisch oder dem Kerbborsch-Lager wird jungen Mitgliedern heute mit einem Hauch von Nostalgie und nachträglichem Weichzeichnen erzählt. Bittere, kopfschmerz-chaotische und übermüdete Begleitumstände verschwinden im Nebel der Jahre und weichen einem überzeugten „Da war was los“-Gefühl. Auch dass der Ort bis vor 16 Jahren zumindest von Zeit zu Zeit eine Zeltkerb feierte und rund 2 000 begeisterte Menschen den Berliner Platz in ein Tollhaus verwandelten, gehört bereits zur Geschichte.

Einem Tollhaus ähnlich waren auch die Zustände auf den Gehwegen der Gemeinde an einem Kerbmontag Mitte der 1990er Jahre. Ursache war eine Sperrmüllabholung, die massive Umräum- und Sammelaktionen im Ort zur Folge hatte. So konnte sich ein „Shoppingcenter Plus“, an dem es damals Montagmorgens noch ein kollektives Frühstück gab, gleich über mehrere Wohnzimmereinrichtungen auf dem Gehweg vor dem Laden freuen.

Schon in Stimmung für die Kerb? Hier gibt’s den ultimativen Vorgeschmack:

Nur wenige Jahre später stand der Besuch der guten Bekannten im nahen Südwesten auf dem Programm. Zu diesem Zeitpunkt wurde dort die Kerb noch in einem großen Zelt gefeiert, das die Familie Hausmann mit dicken Bohlenbrettern ausgelegt hatte. Der bunte Haufen Egelsbacher war gut gelaunt, sang und feierte auf den Bänken und Tischen, bis der DJ aufforderte, wegen der schwingenden Bohlen und der daher springenden CDs auf übermäßiges Hüpfen und Klatschen zu verzichten. Nie wieder hat das Lied „Wer nicht hüpft, der ist Erzhäuser“ so viel Spaß gemacht ... Dass die Rache die damaligen Kerbborschen ihren Kerbbaum kostete, war da schon beinahe zu verschmerzen.

Vereinsausflüge bleiben unvergessen

Die jährlichen Vereinsausflüge bieten selbstverständlich regelmäßig Anlass für Geschichten. Da gibt es Mitglieder, die auf der Rodelbahn in Willingen eine Abkürzung kannten. Andere blieben bei der Fahrt nach Bad Hönningen zurück, da sie sich kurzzeitig in Sachsenhausen wähnten und glaubten, mit der S-Bahn heimfahren zu können.

Unterm Strich bleiben unzählige unschätzbare Erinnerungen, die jedes Mitglied mit dem Verein verbindet. Die Kerbgemeinschaft als Träger der Kerb-Tradition kann und muss anders sein als nur bierernst. Und ganz nach dem Motto „Spaß uff de Gass“ wird das sicher noch viele Jahre so weitergehen. Auf die nächsten 25, sagt der Große Kerbborsch ...

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