In St. Josef erfahren diese Woche 40 Kinder, wie aktuell Gleichnisse doch sind

Spielend vom Zöllner lernen

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Auch Bewegung streuen die Betreuer ins tägliche Anti-Langeweile-Programm für die 40 Erst- bis Sechstklässler in St. Josef ein. Das Bild zeigt das Krabbenspiel, bei dem es darum geht, wer am geschicktesten und längsten im Krabbengang durchs Gewühl kommt.

Egelsbach - Mühsames Lernen von Gleichnissen und Geschichten aus der Bibel? Schier nicht enden wollende Gottesdienste? So manchem dürfte die Erinnerung an Konfirmations- oder Firmunterricht von anno dazumal wenig schöne Erinnerungen bescheren. Von Tobias Alarcon 

Wie Spiel und Spaß im Zeichen der Bibel gelingt, zeigt diese Woche – zum mittlerweile 23. Mal – die Kinder-Ferien-Aktion der Gemeinde St. Josef. Annähernd 40 Kinder versammeln sich seit Montag täglich im katholischen Gemeindehaus. Ihr Hauptinteresse: Bloß keine Ferien-Langeweile aufkommen lassen. Die Schulkinder von Klasse eins bis sechs setzen Themen aus Gleichnissen und Geschichten kreativ-spielerisch um. So zum Beispiel die Gruppe mit Dritt- und Viertklässlern, die die Geschichte des Zöllners Zachäus mit Schattenbildern darstellt. Das Motto der diesjährigen Osterferienspiele könnte gar nicht besser zu jenem Gleichnis und den aktuellen gesellschaftlichen Schlagzeilen: Toleranz und Vorurteile.

Stolz sind die Veranstalter darüberhinaus auf eine Kooperation, die seit nunmehr einem Jahrzehnt prächtig funktioniert. „Unsere Kinder-Ferien-Aktion findet zum 23. Mal statt und zum zehnten Mal arbeiten wir dabei auch wieder mit der Behindertenhilfe Offenbach zusammen“, schildert Projektleiterin Tanja Buhl. „Den fünf behinderten Kindern stehen drei Betreuer der Behindertenhilfe Offenbach zur Seite. Von unserer Seite kommen acht Personen hinzu, sodass wir insgesamt 13 Betreuer sind.“

Die Vorbereitungen begannen bereits im Januar. Seitdem ist viel passiert: Betreuer und Helfer haben sich mehrmals getroffen, um die Ferienspielwoche zu planen und mit Aktivitäten zu füllen. Basteln, singen, spielen, schauspielern und vieles mehr: „Von Klein bis Groß ist für jeden etwas dabei“, ist Trinidad Palanco überzeugt, die gemeinsam mit Claudia Drescher die Bastelaktionen organisiert. „Obwohl wir hier viele helfende Hände haben, kommt es nie zu unangenehmen Diskussionen oder Streitereien. Es gibt verschiedene Aufgabenbereiche, deshalb funktioniert alles sehr gut“, merkt Drescher an. „Wir tauschen uns untereinander aus und geben Feedback – auch wenn es Probleme in den Kindergruppen gibt. So kann man, falls etwas nicht funktioniert, es am nächsten Tag verbessern“, sagt Palanco.

Kommunion und Konfirmation: Bilder aus der Region

Neben den Angeboten im Gemeindezentrum hat sich das Betreuerteam für Mittwoch einen besonderen Ausflug einfallen lassen: Es ging nach Bad Homburg zum einstigen Römerkastell Saalburg. Und was wird aus den erarbeiteten Basteleien, Aufführungen und einstudierten Liedern? Natürlich findet am Freitag als krönender Abschluss der Woche ein Gottesdienst in der Kirche St. Josef statt. Nachdem von Montag bis heute nach fünf kurzweiligen Stunden jeweils um 14 Uhr Ferienspiel-Ende ist, wird es morgen in die Verlängerung gehen. „Der Gottesdienst beginnt nach Kaffee und Kuchen um 15.30 Uhr. Dazu sind Familien und Freunde eingeladen und jeder andere Interessierte“, betont Tanja Buhl. „Die Ergebnisse aller Beschäftigungen können sich jedenfalls mehr als sehen lassen.“

Unschöne Erinnerungen mangels Zeit und fehlender Angebote konnten also beim Nachwuchs auch diesmal gar nicht erst entstehen. So steht für kommende Ferienspiel-Auflagen eine rückläufige Teilnehmerzahl wohl kaum zu befürchten – die Kontinuität spricht für sich.

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