„Linie übertreten“

Herzog-Freistellung nicht leicht, aber richtig

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Uwe Herzog soll einen Jugendlichen sowie ein Vorstandsmitglied und weitere Mitarbeiter bedroht haben.

Egelsbach - Die Auseinandersetzung beim Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main um den vom Vorstand freigestellten Geschäftsführer Uwe Herzog ist Thema im Ort. Von Holger Borchard

Nun äußert sich der stellvertretende Vereinsvorsitzende Sebastian Raupp zur Entscheidung und zur Situation im Verein. „Als Vereinsvertreter und Jugendlicher, der seit dem 14. Lebensjahr von Herrn Herzogs Engagement profitieren durfte, kann ich nur sagen, dass er hervorragende Arbeit mit und für uns geleistet hat“, so Raupp. „Ohne ihn wäre die Jugendarbeit im Ort nicht da, wo sie ist. Das steht außer Frage.“

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Ebenso außer Frage stehe jedoch, „dass es untragbarem Verhalten entspricht, wenn ein Repräsentant unseres Vereins und der Jugendsozialarbeit in Egelsbach einen Jugendlichen sowie ein Vorstandsmitglied und Mitarbeiter bedroht“, so Raupp. Damit gehe er – „nachdem ich mich rechtlich abgesichert habe, welche Aussagen ich öffentlich tätigen darf“ – ansatzweise auf die Geschehnisse beim Klammerschnitzerbrunnenfest ein, deren Augenzeuge er gewesen sei. Raupps Anmerkung: „Ebenso bekannt wie für seine großartige Arbeit ist Herr Herzog für sein oft cholerisches Verhalten, das mit diesem Vorfall die Linie des Tolerierbaren bei Weitem übertreten hat! Für diese Feststellung bedarf es auch nicht erst der juristischen Klärung des Vorfalls.“

Der Verein werde nicht nur an seiner Arbeit, sondern auch an seinem Umgang mit Jugendlichen gemessen. Abgesehen davon stehe er keinesfalls vor einer Zerreißprobe oder der Spaltung in Pro- und Kontra-Herzog-Lager. „Niemand von uns ist kontra Uwe. Man kann nicht oft genug betonen, wie dankbar wir für die gemeinsame Zeit und seine Arbeit sind. Dennoch war dieser Schritt die notwendige Konsequenz aus den dargelegten Ereignissen.“ Gleichwohl sei die Angelegenheit für viele Jugendliche sehr emotional.

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„Natürlich traf unsere Entscheidung bei einigen vorerst auf Unverständnis, aber mehr und mehr Jugendliche kommen auf uns zu, wollen sich über beide Seiten informieren und sehen unsere Entscheidung zwar mit schwerem Herzen, aber letzten Endes als die richtige an“, sagt Raupp. Der Vorstand stehe geschlossen hinter der Entscheidung. „Alle Mitarbeiter wollen weiterhin im Jugendzentrum und mit uns arbeiten, viele Jugendliche ihr Engagement sogar ausbauen, alle Unterstützer wurden informiert und haben ebenfalls ausnahmslos mit Verständnis auf unsere Entscheidung reagiert. Aus der Politik gibt es ebenfalls viele Rückhaltsbekundungen.“

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