Kanonendonner vor und hinter Kulissen

Egelsbach ‐ Auf den ersten Blick war beim Flugplatzsturm am Sonntag alles wie immer: Zu Füßen des Towers donnerten die Böllerschüsse der vereinigten Narrenscharen aus Egelsbach, Langen und Roßdorf. Von Holger Borchard

Dass es im Vorfeld hinter den Kulissen mächtig gerappelt hatte, weil der Flugplatz-Chef das Spektakel am liebsten ersatzlos gestrichen hätte, offenbarte Moritz im Nachhinein.

Hoch droben leistete die Verteidigerschar um Landrat Peter Walter und die Bürgermeister Frieder Gebhardt und Rudi Moritz limitierten Widerstand, bis Flugplatz-Pressesprecherin Nina Lamprecht die weiße Fahne hisste… Aber wieso musste die Pressesprecherin in exponierter Position ran, während Flugplatz-Chef Sigmar Weegen weit und breit nicht zu sehen war? „Weil es hinter den Kulissen genauso heftig gekracht hat. Denn ginge es nach Herrn Weegens Willen, wäre nach über 40 Jahren mit dem Flugplatzsturm Schluss gewesen“, lieferte ein unüberhörbar angefressener Rudi Moritz am Tag nach dem Spektakel die Antwort. „Weegen hat sich gegen die Veranstaltung gesträubt, wo er nur konnte. Von seiner Seite kam gar nichts, außer der Ansage, er habe mit Karneval nichts am Hut und werde sich weder an den Vorbereitungen noch an den Kosten, geschweige denn am Flugplatz-Sturm selbst beteiligen.“

Fotos von der KGE-Fremdensitzung finden Sie hier:

KGE-Fremdensitzung und Flugplatzsturm

Eine ganz schwache Nummer, findet der Egelsbacher Rathaus-Chef, der in Absprache mit den Karnevalisten reagierte. „Was zu Peter Lehmanns Zeiten bei der HFG völlig locker und geräuschlos funktioniert hat, blieb an der Karneval-Gesellschaft und an mir hängen“, sagt Moritz. Er selbst habe die Einladungen versandt, von der Energieversorgung Offenbach zum Nulltarif eine Tanzbühne organisiert und etliches mehr. „Ich hab’ dann auch extra in meinem Grußwort betont, dass wir uns eine Veranstaltung mit jahrzehntelanger Tradition nicht von einem Herren kaputtmachen lassen und mich bei Nina Lamprecht bedankt“, so der Rathaus-Chef.

Die Angesprochene reagiert diplomatisch. „Der Bürgermeister hat sich tatsächlich sehr engagiert und die Hessische Flugplatz GmbH setzt auch weiterhin auf gute Nachbarschaft und derartige Kontakte zu den Bürgern.“

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

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