Die Kerb in Erzhausen gefeiert?

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Und hoch damit: Bevor die Kerb beginnen kann, muss natürlich der Baum am Bürgerhaus aufgestellt werden.

Egelsbach ‐ „Wo sind die Kerbborsch?“ schallt es immer wieder durch das Eigenheim. Minuten später formieren sich 24 junge Männer, um sich mit dem Einmarsch ins Eigenheim erstmals ganz offiziell mit Hut und Schärpe als aktueller Kerbborschjahrgang der Masse zu präsentieren. Von Jenny Bieniek

Bereits kurz darauf wird Fahnenschwenker Tim Zickler auf der Bühne von der Kerbgemeinschaft und deren nicht enden wollenden „Fahne“-Rufen an die körperlichen Grenzen gebracht. Die Suche nach dem „Vadder“ wird in diesem Jahr im Boxring und in bewährter Maskenmanier ausgetragen. Nach zahlreichen Gegnern und K.o.-Siegen heißt der strahlende Sieger schließlich Florian Gonsior, der wenig später standesgemäß in nur wenig Stoff gehüllt seine Vadder-Rede hält. Nach dem traditionellen Walzer mit den Müttern beginnt schließlich das Programm mit dem Titel „Der Morgen danach“.

Die Story: Vier Kerbborschen wachen nach einer durchzechten Nacht am nächsten Morgen ohne Erinnerungen auf und fürchten, dass sie die Kerb verpasst haben. Obendrein ist ihnen ihr „Vadder“ abhandengekommen und niemand weiß, wo er geblieben sein könnte. Das Quartett findet Hinweise, dass es sich vergangene Nacht auf der Kerb im rivalisierenden Nachbardorf aufgehalten haben könnte. Und so ziehen sie los, ihren Vadder zu suchen, und begegnen auf ihrer Tour nicht nur den wenig zivilisierten Bauern in Erzhausen, sondern auch Alfons Schuhbeck, den aufreizenden „California Gurls“ und Uli Hoeneß.

Bilder der Kerb in Egelsbach

Kerbborschen mit Groupies

Dass der aktuelle Kerbborschjahrgang insbesondere viele weibliche Fans hat und die Dialoge auf der Bühne nicht selten von deren pausenlosem Gekreische übertönt wurden, schien im Eigenheim kaum jemanden zu stören. Tolle Choreografien, gute tänzerische Leistungen und ein Bastian Schächer, der durch sein komödiantisches Talent die Lacher auf seiner Seite hatte, machten das Programm zu einer gelungenen und sehenswerten Vorstellung. Durch zahlreiche vom Publikum geforderte Zugaben zogen sich die Darbietungen gegen Ende zwar etwas in die Länge, der Begeisterung über Highlights wie den amüsanten Tanz zu „We no speak americano“ und der zwar nur kurzen, dafür aber gleich mehrfach gezeigten „Liebesszene“ mit der Erzhäuser Damenwelt tat dieser Umstand jedoch keinen Abbruch.

Dabei hatte es noch am Nachmittag zunächst gar nicht gut ausgesehen für das abendliche Programm. Nach dem von Sonne und SGE-Blasorchester begleiteten Festumzug durch den Ort und dem Aufstellen des Kerbbaums am Bürgerhaus wurde es gegen halb fünf plötzlich ganz still auf dem Festplatz. Der Stromausfall trieb dem Jahrgang so manche Sorgensfalte ins Gesicht. „Das war ein großer Schreck direkt nach der Baumaufstellung“, erzählt eine Kerbmutter. „Wir haben schon befürchtet, dass all die Vorbereitungen umsonst waren und hier heute Abend alles duster bleibt.“ Glücklicherweise war dem jedoch nicht so und das Programm konnte wie geplant über die Bühne gehen.

Im Anschluss an das Eigenheim zog es die Massen einmal mehr in eine der zahlreichen Heckenwirtschaften, die allerlei Festes und Flüssiges für das feierwillige Volk bereithielten und wo es bis in die frühen Morgenstunden heiter zuging.

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