Kerbhof seit 20 Jahren beliebter Treff

Egelsbach - Was wäre die Kerb ohne den Parrehof? Für die meisten Egelsbacher ist diese Vorstellung undenkbar. Schon Tage vorher verabreden sich viele „auf einen Gickel beim Parre“ und freuen sich auf den Montags-Frühschoppen. Von Daniel Untsch

Vor 20 Jahren sah das noch ganz anders aus. Damals war Pfarrer Martin Diehl neu in der Gemeinde und die Kirche hatte mit Kerb nichts am Hut, obwohl das Fest – früher als Kirchweih bekannt – doch religiösen Ursprungs ist. Diesen Zustand wollte der neue Pfarrer möglichst schnell ändern. Was lag da näher als ein Kerbgottesdienst? „Dafür war vor 20 Jahren aber einfach kein Platz im Terminkalender der Kerbborsche“, erzählt Diehl.

Es musste umgedacht werden: Die Idee zur „Kerb im Parrehof“ entstand. 1991 sah die aber noch ganz anders aus als heute. „Ohne Zelt und lediglich mit ein paar Bierchen ausgestattet, erwarteten wir etwa 30 Menschen“, erinnert sich Diehl. Gekommen sind dann deutlich mehr. „Schon am ersten Abend musste ich mehrmals Nachschub besorgen und nette Besucher sprangen hinter der Theke ein, weil sie sahen, dass Not am Mann war“, berichtet der Pfarrer.

Gewinn der Kerb geht an einen guten Zweck

Von der Vorbereitung der ersten Kerb sind große Probier-Runden im Gedächtnis geblieben. Dort sollte das beste Rezept für heute legendäre Getränke wie „Bäffsche“ oder „Gickel“ gefunden werden. „Das Problem war nur, dass am Ende keiner mehr wusste, welche Mixtur denn nun die beste war“, erzählt Diehl lachend.

In den Folgejahren wurde die Veranstaltung in der Schulstraße zunehmend professioneller und schon beim zweiten Versuch gab es neben Zelt und genügend Getränken auch reichlich Helfer, die die Gäste bewirteten.

Auch heute sind viele Helfer der ersten Stunde noch dabei und jedes Jahr kommen neue hinzu. 2011 sind über 100 Leute im Einsatz. „Das liegt wohl daran, dass man der Kerb kaum näher kommen kann als bei einer Schicht im Parrehof“, vermutet Diehl. Und so kommt es, dass der Hof direkt am Pfarrhaus zur Kerb gehört wie die Kerbborsche selbst und sogar die ursprüngliche Idee des Gottesdienstes sich durchgesetzt hat. Er nimmt am Sonntagvormittag einen festen Platz im Festablauf ein.

Der Gewinn der Kerb im Parrehof geht traditionell an einen guten Zweck. Dieses Mal bleibt das Geld im Ort und die Egelsbacher können zur Unterstützung der gemeindeeigenen Jugendarbeit essen, trinken und feiern. Alte Plakate, Speisekarten und Fotos wecken zudem Erinnerungen an die vergangenen 20 Jahre. Ein Besuch lohnt sich – wie immer.

Rubriklistenbild: © pixelio.de/Hartmut910

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