Kinder-Ferien-Aktion

Das Vierteljahrhundert ist voll

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Das Gruppenbild zur Jubiläumsausgabe der Osterferienspiele in St. Josef. Rund 50 Mädchen und Jungen haben diese Woche mit Spielen, Bewegung, frischer Luft und Bastelaktionen bei den integrativen Ferienspielen der katholischen Gemeinde verbracht – heute schließt sich der Kreis im Abschlussgottesdienst.

Egelsbach - 50 Kinder verbrachten dieses Jahr wieder die letzte Woche der Osterferien mit Spielen, Bewegung, frischer Luft und Bastelaktionen bei den integrativen Ferienspielen der katholischen Gemeinde St. Josef. Von Paul Dieler 

Auch ein bisschen Sport darf’s sein bei den Ferienspielen. Die richtige Balance zwischen Kraftaufwand und Vergnügen bestimmt jedes Kind für sich.  

Die diesjährige Auflage ist etwas Besonderes für die Organisatoren und Helfer, ein beachtliches Jubiläum ist erreicht: 25 Jahre „Kinder-Ferien-Aktion“. Die Tschechoslowakei zerfällt, Bill Clinton wird als 42. Präsident der USA vereidigt und in Egelsbach veranstaltet die katholische Gemeinde ihre ersten Ferienspiele. All das ist 25 Jahre her – die „KiFA“ ist geblieben. Trotzdem ist 2018 alles wie immer. Wer den vergnügten Schreien von 50 Erst- bis Sechstklässlern folgt, findet den Weg in das Gemeindezentrum blind.
Die ehrenamtliche Erfolgsgeschichte hat Organisatorin Tanja Buhl von Anfang an begleitet. „Ursprünglich war die Idee, Werbung für den Kinderchor zu machen.“ Seit 1988 ist sie Mitglied, mit 16 Jahren wurde sie Chorleiterin. Zu dieser Zeit organisierte sie auch die ersten Ferienspiele mit.

Irgendwann kam die Kooperation mit der Behindertenhilfe Offenbach dazu. „Die besteht bestimmt schon zwölf oder 13 Jahre, vielleicht sind es auch schon 15“, sinniert Buhl. „Bei uns im Chor waren Leute, die bei der Behindertenhilfe gejobbt haben. Dann dachten wir uns: Warum machen wir nicht etwas gemeinsam?“ In diesem Jahr sind zehn Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen bei den Ferienspielen dabei. Begleitet und unterstützt werden sie von Betreuern aus der Offenbacher Einrichtung. Der Nachwuchs der Behindertenhilfe schätzt besonders die Gesellschaft beim Spielen: „Es ist schön, dass wir viel draußen und in der Gruppe machen“, findet der zwölfjährige Lukas. Dass alles so reibungslos funktioniert, liegt insbesondere an der individuellen Betreuung. Die Mitarbeiter achten darauf, dass die Gruppen gut durchmischt sind, und gehen mit den Kindern auch mal vor die Tür, wenn etwa die Konzentration beim Basteln nachlässt.

Der Donnerstag ist traditionell Ausflugstag – diesmal geht es in den Zoo. „Darauf freue ich mich am meisten“, sagt Fünftklässlerin Emily, die schon zum sechsten Mal dabei ist. In 25 Jahren kommt bei den Exkursionen genug Stoff für Geschichten zusammen. Tanja Buhl erinnert sich an einen Ausflug in den Palmengarten: „Plötzlich machte es platsch und ein Kind schwamm in einem Becken zwischen Wasserlilien. Wir mussten überall um Wechselklamotten betteln.“ Ein unbedachter Schritt rückwärts und das Kind war im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Ende gut, alles gut: Letztlich ist dem Ausflügler nix passiert und genug trockene Kleidung kam ebenfalls zusammen – geblieben ist die Ferienspiel-Anekdote.

Passend zum Thema „Schöpfung“, unter dem die diesjährige Freizeit steht, hören die Kinder die Schöpfungsgeschichte, basteln und malen Bilder dazu. An einen großen, gemalten „Hoffnungsbaum“ durften sie Wünsche in Form ihrer Hände aus Pappe hängen. Aber auch Spiele, bei denen einfach herumgetobt werden darf, dürfen nicht fehlen. Den Kreis schließt am heutigen Samstag der gemeinsame Gottesdienst. Er bietet die Gelegenheit, die Woche mit viel Gesang Revue passieren zu lassen.

Bilder: Egelsbacher feiern auf der Kerb

Für die Zukunft wünscht sich Tanja Buhl wieder einen größeren Anteil an jüngeren Betreuern im Abiturientenalter. Man spüre schon, dass die Schüler inzwischen so viel zu lernen hätten, dass keine Zeit mehr für das Ehrenamt bleibe, findet sie. „Wenn dann mal Ferien sind, wollen alle lieber verreisen.“ An Anmeldungen mangelt es freilich nicht, auch diesmal war die Kinder-Ferien-Aktion komplett ausgebucht. Keine Frage: Die „KiFA“ ist auch nach einem Vierteljahrhundert so beliebt wie eh und je.

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