Verantwortung für Bienen übernehmen

Kinder der Wilhelm-Leuschner-Schule werden zu Imkern

+
Imker Axel Wirth (rechts) unterstützt das Projekt der Wilhelm-Leuschner-Schule.

Egelsbach - Längere Planungen, die Organisation von Sponsoren und Förderern und eine Ausbildung waren nötig – doch jetzt ist es so weit: Mit dem neuen Schuljahr führt die Wilhelm-Leuschner-Schule in Egelsbach ein Imker-Projekt für die Schüler ein. Von Tobias Alarcon Werner 

Das seit Herbst 2014 vorbereitete Bienenprojekt der Grundschule soll nun als AG für die Kinder zugänglich gemacht werden. Vorab lud Schulleiter Martin Höhn Nachbarn und Beteiligte zur Besichtigung und Beantwortung offener Fragen in den Garten der Schule ein. „Ziel des Projekts ist es, die Schüler zu Jungimkern auszubilden und ihnen zu ermöglichen, ein Stück Lebenswelt hautnah zu erleben“, so Höhn. Er selbst genießt seit einem Jahr die Ausbildung durch den sogenannten Imkervater Volker de Ginder, der das Vorhaben tatkräftig unterstützt. Weitere Förderer und Sponsoren sind unter anderem die Sparkasse Langen-Seligenstadt, der Obst- und Gartenbauverein Langen sowie der Bienenzuchtverein Langen und Umgebung. Dessen Mitglieder versorgten Interessierte bei der Veranstaltung mit reichlich Informationen. Darüber hinaus unterstützt der Verein die Schule mit organisatorischer Hilfe und bei der Materialbeschaffung.

Die Schule beherberge inzwischen vier Bienenvölker, was zur momentanen Jahreszeit einer Population von 60.000 bis 80.000 Bienen entspricht, erklärt der zweite Vorsitzende des Bienenzuchtvereins, Axel Wirth. Eine Handvoll Lehrkräfte, die sich freiwillig für die Betreuung des Projekts gemeldet haben, belegten Imkerkurse, um sich Grundwissen anzueignen und sich somit für die Betreuung der Kinder und natürlich der Bienen zu qualifizieren. Wirth macht klar, welch ein Aufwand hinter der Ausbildung steckt: „Sie beginnt mit dem Grundlehrgang: Biologie und Handhabung der Biene, Krankheiten und mögliche Maßnahmen dagegen. Und sie endet, da man schließlich nicht auslernt, nie.“

„Kinder sind interessiert an der Natur und dem Leben, das in ihr steckt. Bienen bieten sich dafür hervorragend an“, freut sich Lehrerin Inga Janzen, die momentan das Betreuen der Bienen erlernt. Dem schließt sich Ina Meudt an: „Sie erhalten einen Bezug zur Natur, eignen sich handlungsorientiert Wissen an und lernen, mit Verantwortung umzugehen.“

Ein kleines Stück Natur gibt es am Präsentations-Tag auch zum Mitnehmen: Höhn hat für die Gäste Proben des selbst produzierten Honigs dabei. „Ein weiterer Vorteil des Bienenprojekts für die Schüler ist, dass sie durch die Herstellung eines Produkts Erfolgserlebnisse erlangen“, erklärt der Direktor. „Eines unserer Ziele ist es, vom Erlös durch den Verkauf von Honig und Wachs das Projekt in Zukunft unabhängig von Sponsoren weiterbetreiben zu können.“ Nun sind Lehrerschaft und Förderer erst einmal gespannt, wie das Angebot von den Kindern aufgenommen wird. Doch sie sind zuversichtlich, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare