Weihe am Tag des Patrons

St. Josef freut sich auf die neue Orgel

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Die Orgelempore von St. Josef mit den neu in Flügelform aufgestellten Lautsprecherverkleidungen. Am Sonntag wird „Johannus Ecclesia D 350“ im Rahmen des Hochamts ab 10 Uhr geweiht.

Egelsbach - Der kommende Sonntag, 19. März, wird in der katholischen Kirchengemeinde St. Josef Egelsbach/Erzhausen zum ganz besonderen Termin. Von Holger Borchard 

Nicht nur, weil das Fest des Namenspatrons ansteht – vielmehr ist endlich der Augenblick gekommen, auf den die Gemeinde seit mehr als drei Jahren hingeplant und den eine zweijährige Spendensammlung unter den Gemeindemitgliedern überhaupt erst möglich gemacht hat: Die neue Orgel wird im Rahmen des Hochamts ab 10 Uhr geweiht. Thomas Gabriel, international bekannter Organist und Komponist aus dem Bistum Mainz, wird das neue Instrument spielen; Kirchenchor und Junger Chor singen dazu. „Johannus Ecclesia D 350“ heißt der Neuzugang – keine klassische Pfeifenorgel, sondern ein digitales Instrument. Es verfügt über drei Manuale, 41 Register und ein 30-töniges Pedal. Als Besonderheit verfügt die Kirchenorgel über vier wählbare Dispositionen: niederländisch-romantisch, deutsch-barock, französisch-sinfonisch sowie historisch. Ihre Anschaffung schlägt mit rund 21.500 Euro zu Buche – „und ist komplett aus Spenden finanziert“, wie Pfarrer Tobias Geeb betont.

Auch der Pfarrer stand als Umbauhelfer auf der Leiter.

Bestellt worden ist das neue Orgelmodell Ende 2016 nach der Gemeindeversammlung am dritten Adventssonntag. Ausschlaggebend war, dass das 34 Jahre alte elektronische Vorgängermodell in die Jahre gekommen war und seine Reparatur keinen Sinn mehr machte. „Wie so manche alte Dame hat sie ihre Allüren und Aussetzer gehabt, die man in der Gemeinde nicht unbedingt gehört hat, die aber den Organisten immer wieder den Schweiß auf die Stirn trieben, wenn Programmierungen sich nicht mehr einstellen und abrufen ließen, die Orgel erst nach wiederholtem Einschalten erklang oder Tasten und Register nicht mehr funktionieren“, heißt es dazu auf der Gemeindehomepage.

Zu guter Letzt war gerade noch ein Manual bespielbar. Ein Spezialist bestätigte bereits vor vier Jahren die veraltete Elektronik des Instruments, verbunden mit dem Hinweis: „Instandsetzung nicht zu empfehlen, da Ersatzteile nicht mehr zu haben und die Kosten besser in eine neue Orgel investiert sind.“ Mit 87.500 D-Mark schlug die nun ausrangierte Orgel zu Buche, als die Gemeinde St. Josef sie anno 1983 von der Ahlborn Orgel GmbH in Ditzingen-Heimerdingen erwarb und in Betrieb nahm. Seinerzeit waren über sechs Jahre Spar- und Vorlaufzeit mit Aktionen wie Altkleidersammlungen, Konzerten, Basaren und Spendenaufrufen ins Land gezogen und manch einer erinnert sich womöglich noch an das Vorgängermodell. Jenes hatte ausgerechnet beim feierlichen Gloria in der Osternacht 1977 den Geist aufgegeben.

Kleine Dörfer und großer Klang - Orgeln in Ostfriesland

Vier Jahrzehnte später ist es wieder an der Zeit für frische Orgelklänge, nicht zuletzt dank des Engagements des im Herbst 2015 gegründeten „Runden Tischs Orgel“. Jener unterzog sich einer knapp einjährigen Beratungsphase, während der auch der Kauf einer gebrauchten Pfeifenorgel auf den Prüfstand kam. Alternativ wurde im Mai 2016 eine Vorführung bei der Firma Bauer Music in Heusenstamm besucht, die dem Klangvergleich von elektronischer und Pfeifenorgel diente. Nach Gegenüberstellung und Auswertung der Vor- und Nachteile beider Orgelsysteme empfahl der Runde Tisch den Gremien der Pfarrgemeinde die Anschaffung der elektronischen Sakralorgel – und so beschlossen es Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat in ihren jeweiligen Sitzungen im Herbst 2016.

Inzwischen hat sich auf der Kirchenempore allerhand getan: „Zusammen mit Helfern aus der Gemeinde wurde das bestehende Lautsprechergehäuse in zwei Flügel geteilt und so umgebaut, dass darin die neuen Lautsprecher optimal Platz finden“, berichtet Pfarrer Geeb. Für Sonntag ist im Anschluss an die Orgelweihe eine kleine Matinee mit Grußworten in der Kirche inklusive Sektempfang geplant, zu der jedermann willkommen ist.

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