Neues Personal ist an Bord

Kita „Zauberbaum“: Der steinige Weg zum Normalbetrieb

Egelsbach - Die neueste und schönste Kindertagesstätte im Ort, die Kita Zauberbaum (vormals „Unterm Dorf“) im Brühl, hat turbulente Monate hinter sich – zum Leidwesen der auf die Einrichtung angewiesenen Familien. 2017 soll alles besser werden, verspricht die Arbeiterwohlfahrt, die die Kita seit März 2016 alleinverantwortlich betreibt. Von Holger Borchard

Im zweiten Halbjahr 2016 ist im Zauberbaum einfach keine Ruhe eingekehrt. Personalmangel, extreme Fluktuation bis in die Leitungsebene und ein hoher Krankenstand vermasselten der als erster externer Kita-Betreiber überhaupt in der Egelsbacher Geschichte angetretenen Arbeiterwohlfahrt den Start gründlich. Insofern liegen die guten Vorsätze fürs neue Jahr auf der Hand.

„Ein vernünftiger Start und Zuverlässigkeit sehen anders aus“, bilanziert Elternbeiratsvorsitzende Alexandra Winkel die zurückliegenden Turbulenzen, die in der vorübergehenden Schließung von Gruppen gipfelte. Aktuell läuft der Betrieb der Kindertagesstätte in fünf von sechs vorgesehenen Gruppen: Die drei für Kinder über drei Jahren sind belegt, wobei in einer noch Luft ist; statt dreier Krippen-Gruppen (U 3) laufen zwei.

„Wir haben schwierige Monate hinter uns“, will Awo-Geschäftsführer Dirk Hartmann denn auch nichts beschönigen. Der Betrieb stehe und falle nun mal mit der Personalsituation – „und da ist fraglos einiges nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“.

Immerhin konnte der Geschäftsführer den Elternbeiräten bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung heute vor einer Woche erfreuliche Nachrichten präsentieren: Zwei neue Betreuungskräfte, darunter ein Mann, sind mit Beginn des neuen Jahrs zur Kitabelegschaft hinzugestoßen. „Zwei weitere sollen im Februar dazukommen und nochmal zwei im März“, stellt Hartmann in Aussicht.

Augenfälligster Beleg dafür, dass die personelle Findung nicht abgeschlossen ist: die Suche nach der Kitaleitung. Die Position ist ausgeschrieben, die Awo setzt aktuell auf eine Interimslösung, nachdem bereits drei Leitungen abgesprungen sind. Eine Entwicklung, die Dirk Hartmann nicht zuletzt auf den „verrückten Arbeitsmarkt“ zurückführt. „Weil Kitapersonal allerorten heiß begehrt ist, haben wir eine verkehrte Welt: Als Betreiber bewirbt man sich inzwischen quasi beim Personal, das zwischen diversen Angeboten auswählen kann, entsprechende Forderungen stellt und sich munter durch Kitas hospitiert“, plaudert Hartmann aus dem Nähkästchen.

Kinder sicheren Umgang mit Feuer üben lassen

Nicht ganz frei von „Mitschuld“ an der bislang dürftigen Außendarstellung der Kita spricht Hartmann Gemeindeverwaltung und Lokalpolitik. „Weil wir als Erste außerhalb der Gemeinderegie antreten, beäugt man uns besonders kritisch – wir müssen uns ständig rechtfertigen für angeblich schlechtere Standards, die andernorts als völlig normal und angemessen betrachtet werden.“ Die überzogene Erwartungshaltung, nicht zuletzt angesichts der Marktlage, habe der Arbeiterwohlfahrt nicht gerade geholfen.

„Die Gemeinde hat uns pauschal versprochen, dass die gleichen Standards gelten, wie in ihren Kitas – aber das war anfangs gar nicht möglich“, zeigt Alexandra Winkel denn auch im Nachhinein Verständnis für die Awo. Umso erfreulicher sei, dass dank externer Kräfte Sprach-, Selbstbehauptungs-, Schulvorbereitungskurse und Ähnliches inzwischen etabliert seien. „Für die ersten zwei Wochen des Jahres lässt sich festhalten, dass hier im Brühl ganz normaler, rundum reibungsloser Kindergartenbetrieb läuft“, betont die Elternbeirätin. „So ist das erfreulich, so haben wir Eltern uns das gewünscht und – das dürfen wir wohl so sagen – auch erwartet und: So kann es bleiben!“ Dazu: Angemerkt

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare