Klammernschnitzerbrunnenfest

Fröhliches Feiern zum Erhalt der Obstwiesen

Beste Stimmung in Egelsbach

Egelsbach - Alljährlich lädt das Klammernschnitzerbrunnenfest zum Feiern, Schmausen und gemütlichen Beisammensein in die Ortsmitte. Die Veranstalter jedoch wechseln. Dieses Jahr hat Hubert Binder die Organisation übernommen. Von Timo Kurth 

Für ihn zeichnet sich das Brunnenfest durch seinen ganz eigenen Charme aus. „Wir wollen eine typische Straßenfest-Atmosphäre zurück an den Kirchplatz holen“, sagt er als Vorsitzender des neugegründeten Fördervereins zum Erhalt der Streuobstwiesen und Kelterkunst. Ein Vorhaben, das voll aufgeht. Auf dicht besetzten Bänken prostet sich Egelsbach zufrieden an zwei warmen Frühsommerabenden zu.

Kürzlich noch auf der Hauptbühne des Schlossgrabenfests, jetzt am Egelsbacher Klammernschnitzerbrunnen: Pfund sorgten am Samstagabend für tolle Stimmung unter den zahlreichen Besuchern.  

„Es ist mein erster Bieranstich“, verrät der designierte Bürgermeister Tobias Wilbrand bei der Eröffnung am Freitagabend. Als wäre das nicht genug, muss er diese Feuertaufe auch noch unter erschwerten Bedingungen bestehen. „Ich wusste nicht, dass der Bürgermeister Linkshänder ist. Ich habe deshalb nur einen Rechtshänder-Hammer mitgebracht“, sagt der Geschäftsführer der Pfungstädter Brauerei, Stefan Seibold. Wilbrand lässt sich trotz Handicap keine Unerfahrenheit anmerken und schlägt den Zapfhahn mit drei gut platzierten Schlägen in das Holzfass. „Eine tolle Leistung für das erste Mal“, kommentiert Seibold.
„Danke an Hubert Binder für die Ausrichtung. Das Brunnenfest drohte lange, nicht stattzufinden“, erinnert der zukünftige Bürgermeister. Denn als sich in diesem Jahr niemand sonst fand, erklärte sich Hubert Binder mit seinem neugegründeten Verein dazu bereit. „Allerdings fehlte uns mit bisher nur zwölf Mitgliedern einfach die Manpower“, so der Vorsitzende. Als Geschäftsführer der Agentur Easy, die auch Veranstaltungen durchführt, lag die Lösung auf der Hand. „Also richten wir das Fest jetzt mit meinem Agentur-Team aus.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Höchst professionell sorgt das Team um den Egelsbacher Unternehmer für Getränke, Cocktails, Flammkuchen und Vieles mehr. Besonders die Livemusik kommt beim Publikum gut an. Sie war Binder bei der Ausgestaltung des Programms besonders wichtig. „Gerade die Musik wurde in manchen Jahren stiefmütterlich behandelt. Da spielte dann häufig ein DJ, der einfach eine Playlist laufen ließ“, so Binder.

Mit Syndicate Rock hatte man dagegen für den Freitag ein Duo engagiert, das sich in der Region bereits einen Namen erspielt hat. Und am Samstagabend spielt mit Pfund eine hochkarätige Band Rockklassiker aus vier Jahrzehnten. „Vor zwei Wochen haben die noch auf der Hauptbühne des Schlossgrabenfestes nach Nena gespielt. Und jetzt hier bei uns“, sagt der Veranstalter stolz. Mit einer bunten Musikmischung von Police, Red Hot Chili Peppers, Oasis und vielen anderen findet jeder der Besucher früher oder später eines seiner Lieblingsstücke.

„Ich finde, dass das Brunnenfest in diesem Jahr wieder fantastisch umgesetzt wird. Es ist zu Recht eines meiner Lieblingsfeste hier in Egelsbach“, sagt Besucherin Daniela Fitsch beim Plausch mit Freunden am Freitagabend und spricht damit die Meinung der meisten Gäste aus. Auch ohne die ganz großen Erneuerungen geht das Brunnenfest sauber und friedlich über die Bühne. „Eine der schönsten Erneuerungen ist doch, dass wir wenig Regen hatten“, sagt Hubert Binder lachend. Die vergangenen Jahre war das Brunnenfest mehrmals buchstäblich ins Wasser gefallen. Nur am Samstagabend hat es dieses Jahr einige Zeit geregnet.

Bilder: Egelsbach feiert Klammernschnitzerbrunnenfest

Am Sonntag endet das Fest schließlich besinnlich mit einem Gottesdienst auf dem Kirchplatz und dem anschließenden traditionellen Frühschoppen zur Musik des Langener Orchestervereins.

Einen Teil des Erlöses möchte der Verein für sein nachhaltiges Ziel verwenden: den Erhalt von Streuobstwiesen. „Die sind ganz wichtig für unser Ökosystem – gerade für das Überleben von Bienen“, so Binder. Zudem möchte man nicht akzeptieren, dass hessische Keltereien Äpfel von weit weg importieren müssen, um ihr Stöffche zu produzieren. „Die Kelterei Stier hat uns zugesagt, einen echten Elschbächer Schoppen für uns zu keltern, wenn wir bei unserem Ziel erfolgreich sind.“

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